Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
429
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lei Gestalt. Jeder drei-, vier. oder mehrstimmig« Canonwird am besten auf folgende Art vorgetragen. Dre erste Stimmesingt oder spielt den Canon allein durch, bis sie bei der Wieder-holung desselben zum ersten Zeichen kommt. Hier tritt alsdanndie zweite Stimme ein, und trägt in Gesellschaft der ersten denganzen Canon erst zweistimmig vor, ehe die dritte Stimme beider zweiten Wiederholung des Satzes bet dem für sie vorhandenenZeichen ihren Eintritt beginnt. Auf die nämliche Art verfährtman auch bei dem vier- und mehrstimmigen Ca^on, und erlangtdadurch den Vortheil, daß man den ganzen Satz, immer nurdurch eine einzige Stimme vvmehrt, hören kann, bevor olleStimmen desselben sich zusammen vereinigen. Man hat auch seiteiniger Zeit angefangen, dem Duette, Terzette u. s, w. zuweileneine solche Form zu geben, daß, nachdem die eine Gingstiiume zu-erst die Hauptmelodle allein vorgetragen hat, diese Melodie vonder folgenden Singstimme unverändert wiederholt wird, wobeisich die vorhergehende Stimme mit derjenige^, welche die Haupt-melodie wiederholt, vermittelst einer Nedenmelvdie vereinigt. EinSingstück von dieser Form wird jetzt ebenfalls mit dem NamenCanon bezeichnet. Lanoncs per stiiriinurionen, und Ornone»xsr aiiAinenmrionein sind solche, wenn die nachahmenden Stim-men die Gattung der Noten im Thema ändern, und z. B. ausVierteln Achtel oder halbe Tacte machen. Bewegen sich jedoch dienachahmenden Stimmen der führenden entgegen, so heißt dies einSanon in inoln contrario. Man hat auch Canons, wo dienachahmende Stimme das T^ema rückwärts singt, indem die füh-rende Stimme ordentlich fortschreitet, oder solche, wo eine Stim-me ihren Gesang führt, wie er auf dem Papier geschrieben ist,während die zweite denselben vorträgt, wie die Noten liegen wür-den, wenn man das Papier umkehrte. — Canon, in juristi-scher und ökonomischer Bedeutung,» ist die jährliche Gelbabgabe,mit welcher (als Anerkennungszeichcn der fortwährenden Ober-herrschaft) gemeiniglich Güter, Grundstücke, Häuser, belegt wer-den, welche von Herrschaften an Unterthanen verkauft werden.

ist soviel, als Erbzins, Grundzins, Gült. — Canon istrn Schriftgießereien und Buchbruckereien der Name der dickstendeutschen Schrift, weil ehedem der Meßcanon damit gedrucktwurde. — Endlich heißt, in den Reitschulen, Canon die Bie-gung rom Knie bis zur Köthe am Vorderbeine des Pferdes» auch«n besonderes Gebiß oder Mundstück am Zaume.

Canon en (Schießröhre), gewöhnlich die Canonen, in. x «htilleriesprache aber; da« Canon. Ein schweres, lang««welches auf einer Unterlage ruht, und au»weichem eiserne (ehemals auch steinerne und bleierne) Kugeln durch«chttßpuiver in die Weite getrieben werden. Der ganze innere^ Rohrs, d. i. Laufe«, heißt die Seele, und »erje-n-w.,!.""'?'.. ^ch«r »wischen der Kuget und den innern Wändend-n L- der Spielraum. Der äußerste Theil am Bo-

(und jede« Geschützes), welcher eine traudenähn-Form hat. heißt die Traube. Die beiden Handhaben derkes wl/?. - Delphine, weil sie gewöhnlich die Gestalt die-.E Die Öffnung dc« Canal«, durch welche» die

den Lauf dringt, und die Ladung entzündet» wird«vch, und ein kleiner blecherner, jetzt auch hdlzcrper (neu-