Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
432
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Cantate

führte ihn auf den Gedanken, die Bibel mit stehenden Settern pdrucken. Er machte seinen Plan bekannt?, eröffnete eine Sulscrixtion, und legte Hand ans Werk. So entstand jene berühmtesbelanstalt, von der bei den fränkischen Stiftungen di,Rede ist. Canstein hat auch eine Harmonie der vier Eva«-gelten (Halle 1718) und da« Leben Spencrs gcschned»Er starb zu Halle 1719, und hinterließ dem Waisenhause sei»!Bibliothek und einen Theil seines Vermögens.

E a ntate (vom ital. c-lursrs, singm) bedeutet in der UMein Singstück mit Instrumentalbegleitung» dem ein lyrisches G»dicht zum Grunde liegt, in welchem durch verschiedene VersartaBeobachtungen und Empfindungen aus der Betrachtung des G--gcnstandes, über welchen sich die Cantate verbreitet, dargesrkl!werde». Der Dichterssrichtet seine Aufmerksamkeit auf eine mM-effante Scene aus der Natur, ans dem menschlichen Leben,der Moral, Politik oder Religion. Dies erweckt in ihm wichlizlBemerkungen, ernsthafte oder freudige Empfindungen, die zuwei-len auch in starke Leidenschaften ausbrechen. Eine Cantate kmdaher auch in ihren einzelnen Theilen entweder erzählend, beleh-rend, betrachtend oder lyrisch seyn, weßwegen der LonseHer jHaller verschiedenen Arten Gesangstücke in derselben bedienen kam,Der vornehmste Gebrauch der Cantate ist beim öffentliche» Goltu-dienste, an feierlichen Tagen: dies werden geistliche Kanta-ten genannt. Wird der vornehmste Gegenstand derselben nihlaus der Religion genommen; so heißen sie weltliche Kanta-ten. Da nun die Cantate keine eigentliche Handlung in sich Mwie das Drama, sondern nur eine bloße Betrachtung über'eim«großen Gegenstand ist; so folgt daraus, daß sie von keinem gr»-ßen Umfange seyn müsse.j Denn Weitläufigkeit über einen einzig««Gegenstand, wenn er nicht zu einer wirklichen dramatischen Hand-lung erhoben wird, stört und schwächt das Interesse. Der Lich-ter soll daher I nicht Alles, was sich über diesen Gegenßamsagen läßt, sondern nur dgs Wichtigste, das, was im Staubtist, das Herz und den Verstand zu rühren, darzustellen la-chen. ES gehört nichts in die Cantate, als was groß, erheb««und wirklich ergreifend ist, wobei das Einfache natürlich dem Vmwickelten vorgezogen werden muß. Da, wie schon oben bemmlworden, die Cantate kein Drama ist und kein Drama seyn darf,so ist es auch schon unzweckmäßig, wenn der Dichter verschied««'bestimmte Personen in derselben als handelnd einführt; wenigste««erreicht er dadurch den beabsichtigten Endzweck nicht vollkommen-b«ls wenn die Cantate ohne eigentliche Namen und Personen dar-gestellt wird. Werden nun gar etwa allegorische Personen,dergleichen, zu Hälfe genommen, so ist es ganz natürlich, «««dadurch der Zweck derselben gänzlich verfehlt und ihre Darstelln«»frostig wird. überhaupt ist es dem Dichter zu rathen, M «der Cantate so viel als möglich aller moralischen Anmerkung ,Maximen und dergleichen zu enthalten, da sie überall dre ^kung stören, 'indem sie der Lebhaftigkeit der Empfindungen Ehalt thun und also dem Lonsetzer nicht Gelegenheit genug g« -sich kräftig und rührend auszudrücken. Findet der Dichter ugenS nöthig, dem Zuhörer historische Ereignisse darzustellen,ist ihm anzurathen, daß er dies auf eine wirksamere Art /

«lt rS durch bloße Erzählungen geschehen dürfte. Er kann na

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