Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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44» Car! IX.

daß cr der Geistlichkeit noch größere Rechte einräumte. Das Reichwar seinem Untergänge nahe, eil« Carl, nachdem er Frankreichb,sucht hatte, zu Prag erkrankte und 1378 starb. Er Hinterlistseinem ältesten Sohne Wenzel Böhmen unc Schlesien, dem zweite«,Sigismund, da« Ce.ursürstcnthum Brandenburg, und dem drillt«die Lausitz. Seine Regierung ist für die Wissenschaften durch duStiftung der Universitäten zu Prag und Wien, für die Religloickgeschichte durch eine schreckliche Judenverfolgung, und in der IS„schickte des deutschen dadurch merkwürdig, daß dieser Fiuß

zuerst AdelSbriefe ertheilte und verkaufte.

*Carl IX., König von Frankreich, war der Sohn Heinrichs II.und Catharinens von Medici«, im I. 1550 zu St. Germoin-eii-Laye geboren , und bestieg in einem Liter von noch nicht elf Zeh-ren, nach seines Bruders, Franz II., Tode, den Thron. LiiFactioncn hatten dergestalt die politische Ordnung des Reichs zer-rüttet, daß man Niemanden die Regentschaft übertrug, obgleichder junge Köti-g das durch die Ge,etze bestimmte Alter noch nichterreicht hatte, um selbst zu regieren. Man begnügte sich, durchden jungen Fürsten dem Parlamente schreiben zu lasten, daß erleine Mutter gebeten habe, die Benvaltung der Gtaatsgeschäflizu übernehmen; uno das Parlament billigte diesen Entschluß, iinnicht au-s neue die Rivalität zwischen den Guisen und den Prin-zen vcm Gebült zu wecken. Catharina erlaubte, daß der Körnzvon Navarra zum Lieutruant-general des Reichs ernannt wurdt,da sie die Schwäche seines Charakters zu wohl kannte, um ih«zu fürchten. Ohne zu bedenken, daß unter den Parteien, welch!Frankreich theilten, eine sey, der man unveränderlich anhängt»muffe, weil sie mit den Grundgesetzen der Monarchie in Verbin-dung stehe, nahm sie sich vor, Alles zu verwirren, um Alles z»vernichten, und setzte dadurch die Catholiken in die Nothwendig-keit, ihr Heil von jemandcn anders als dem Könige zu erwarten.Wirklich wurden die Guisen nicht irre, al« sie durch Franz IkTod ihr Anlehn sich m.ndern sahen; sie fühlten, daß ihre wahrtXrasr unabhängig vvm Hose sey und in Bildung einer-katholischenLrgue gegen d>c politischen Werbrndungen der Calvinisten bestehe.In der zu Orlcans gehaltenen Ständevcrsammlung versuchten ge-genseitig die Parteien ihre Kräfte; die Partei der Guisen warddurch den Beitritt des alten, in hohem Ansetzn stehenden Crmie-tabies von Montmorenei ungcmein gehoben. Das Bündniß,, da»cr mir dem Herzog von Guise und dem Marsch«! St. Andre bil-dete, wurde von den Hugenotten da« Triumvirat genannt. D»

du Gemüther sich m"hr erhitztem, glaubte Catharina im Monat

Mai. die Bersammluug vertagen zu müssen. Dagegen berief ma"das Parlament. Die große Schwierigkeit bestand darin, dle Re-ligicnssireitigkeiten zu endigen, ohne die Religion zu nennen, weilEntscheidungen darüber eigentlich vor eine Kirchenvcrsammlung ge-hörten. Diese Schwierigkeit war unübersteiglich; man umging Imindem man alle aufrührerische Bersammlungen verbot und dre Bo -ziehung der früher gegen die Calvinisten angeordneten Maßreg-aufschob. Auf diese Basis ward zu St. Germain das bekanEdict vom Julius abgefaßt, da« beiden Parteien mißfiel, .Catdoüken, weil es sie nicht rächte, und den Calvinisten,sie sich mit der bloßen Duldung nicht mehr begnügen u>vutcn.Königin Mutter hatte ohne Zuziehung de« Papstes da» Eoaog

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