Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
493
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st.hen die Pforten dem Publicum offen» Am lyten -Juli jedes Jah-res ist daselbst vor dem König« und seiner Familie Gottesdienst.

Eharon, ein Sohn des EpebuS und der Rächt, dessen Amtes war, die Todten über den schwarzen Acheron, den immer vomGeheule der Lodtenklage ertönenden Cocytus, und den selbst denGöttern furchtbaren Styx.zu führen. Für seine Mühe Mußtenihm die Todten ein.Fährgeld bezahlen, das man den Versterbe,nrn in den Mund steckte. Wer dies. nicht mitbrachte oder wer aufder Oberwelt keine Begräbnißstätte gefunden hatte, besten Schat-ten mußte traurig an den Ufern des Acheron herumirren und war?ten, bis Charon ihn einnehmen wollte. Man stellte «hn vor »Geinen finstern Alten mit struppigem Barte und zerlumpter Klei-dung. '

Charost (Armand - Joseph de Bethun^ Duc de), geboren zuVersailles 1728, zeigte sich durch seine rastlose Wohlthätigkeit undzu jeder Aufopferung bereite Vaterlandsliebe seines großer» Ahn-herrn Gully würdig. Mit dem sechzehnten Jahre trat er in dieArmee. Mit großer Auszeichnung focht er bei der Einnahme vonMünster und bei mehrern andern Gelegenheiten. Ein Freund undVater seiner Soldaten, belohnte er aus seinen Mitteln die Tap-fern. Als eine ansteckende Krankheit unter der Armee ausbruch,ließ er auf eigene Kosten bei Frankfurt ei» Hospital errichten.Im I. i7gg schickte er sein sämmtliches Silber in die Münze, umden Bedürfnissen des Staats damit zu Hülfe zu kommen. DerFriede, von 176z gab ihn einem ruhigen Wirkungskreise zurück;aber seine Wohlthätigkeit gegen die Soldaten, weiche er comman-dirt hatte, setzte er fort. Er legte Werkstätten an, wo BedürftigeArbeit fanden, und war besonders thätig für die Verbesserung desAckerbaues und den öffentlichen U.nterricht. Zwanzig Jahre vor derRevolution schaffte er die Frohndienste auf seinen Gütern ab, schriebgegen den Feudalismus, entwarf einen Plan zur Tilgung der Zin-sen und Renten, verwandelte die Iwanggerechtigkeit in eine mä-ßige Geldzahlung u. s. w. Er gründete in verschiedenen Kirchspie-le» Anstalten, aus denen die Armen, die durch Hagelschlag, Über-schwemmungen und Brand Verunglückten unterstützt wurden, sorgt»s«r den Unterhalt und Unterricht älternloser Kinder, stellte Ärzteund Hebammen an, ließ zu Meillant ein Hospital anlege.«», undstattete ei reichlich aus. In einem Jahre der Lheurung ließ erauf eigene Kosten Getraihe in den Hasen von Calais einführen.In den Provinzialversammlungcn sprach er gegen die Frohnen;rn der Versammlung der Notablen erklärte er sich für die gleichmä-ßige Vertheilung der öffentlichen Lasten. Die Revolution brachaus. Noch vor dem Decrete über die patriotische Beisteuer machte?! "N freiwilliges Geschenk von 100,00c, Franken. Während dtp,«chrcckenszeit hatte er sich nach Meillant zurückgezogen. Hierwurde er verhaftet, und erst nach dem neunten Thermidor erlangteAreiyeir wieder. Es verdient bemerkt zu werden, daß inoen Eerllsicaten, welche ihm die Revolutionsausschüffe ertheilten,er oer Vatcrder leidenden Menschheit, der Wohlthä-wird. Er kehrte nach Meillant zurück, wo er eine»ckerbaugesMchaft stiftete, deren Directvr er ward. Als solcherL des vues er äes Premiers travsux dieser Ge-

ikUjchaft heraus, ferner redigirte er die Vues Aeneikles sur«rx-iiu-atian s, 1 'in«»ruotivn rnral«, und verschiedene Memoiren