Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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566 Colonialwaaren

selbst unter kriegführenden Rationen bemühten sich die Regimegen vergeblich, die Verbindungen der Kaufleute unter einandergänzlich abzuichneiden. So ward durch den immer.lebhafter wer-denken Verkehr der Völker unter sich zugleich der Austausch duIdeen befördert, die Begriffe erweiterten sich, ein we'ilbärgerlich«Geist im edleren Sinne des Worts vereinigte früher beinahe gänz-lich isolirte Nalionen und schuf die Völker Curapa's allwählig z»einer großen gebildeten Familie um. Gleich» folgereich ward dudurch die immer steigende Con-'umtion der KolonialnZaaren bewirkngrößere Wichtigkeit der Colonialstaaten, d. h. in^neuern Zeltenvorzüglich die beiden Seeftaaren in der eminenten Bedeutung deiWorts, Englands und Hollands Für beide, und freilich auch iingeringern Grade für die übrigen Colonialstaaten Europa's, wardder Handel mit den Erzeugnissen d>r Cölonien eine vorzüglicheQuelle des Reichthums und der Macht; beide wurden dadurch imeigentlichen Sinne für Europa unentbehrlich, trugen, so wie keinanderer Staat, zur Cultur der europäischen Menschheit bei. WellEngland in dieser Hinsicht, wenn auch nicht unmittelbar, dochmittelbar durch die Ausbreitung seines Handels gewirkt hat, iünoch vel zu wenig anerkannt, gewiß sind wir auch in dieser Küä-sicht diesem Lande, das so lange der einzige Zufluchtsort aller uv-ralen Ideen und wahrer Geistescultur seinen, den lebhaftesDank schuldig. Zugleich aber wirkte die höhere politische Wichtig'keit der Seestaaten, England und Holland, höchst wohlthätige"!das politisch« Gesammtwesen von Europa zurück. Beide, vor-nehmlich England, je mächtiger cS war, wurden im eigentlichst-''Sinns die Stützen des Systems von Europa, Ihnen lag ja vaallen daran, den Kontinent von Europa vor UnterdrückungUniversalmonarchie zu bewahren, damit nicht die Übermacht eiliijStaats diesen in den Stand setze, ihnen die Häfen und Küste"des festen Landes zu verschließen, ihnen so die Ausflüsse ihrerWaaren zu verstopfen und damit zugleich den Gewinn zu entzie-hen, hen sie durch den Vertrieb derselben bisher gemacht hatte"So wurden dkk Hauptcolonralstaaten die thätigsten Vertheidigerder Unabhängigkeit bor einzelnen, vornehmlich der kleinern euro-päischen Staaten, zugleich aber auch die heftigsten Gegner jederentstehenden Universalnionarchie und Präpotenz, deren Grimm gayen sie sich schon daraus hinreichend erklärt. Daher suchte äug-ln unsern Lagen Frankreich, sobald es nach einer Uiiiversalmonar-chie auf dem Continentc zu streben anfing, die Seemächte vondemselben auszuschließen, freilich unter sehr uneigennützig klingen-den Vormunden. Man wollte die Völker des Kontinents vor dcrVerarmung bewahren, sie von den Kontributionen befreien, dusie fortdauernd an England, das bei der Übermacht seiner Marinhalb die einzige europäische Kolonialmacht von Bedeutung »M-vornehmlich auch für Colonialwaaren zahlen mußten, wollte diel?Waaren durch allerhand Surrogate überflüssig machen, und so o-Kontinent selbst mit Gewalt und wider seinen Willen bererche»»da die trefflichen Gründe noch immer bei der schwachsinnige», " 'an Gewohnheit hängenden Menge keinen Eindruck machen w ^ten. Freilich war es auch allerdings auffallend, daß -

sumtion der Colonialwaaren schon seit Jahrhunderten Statt sen -und daß man noch immer kein wesentliches Verarmen des vtinents wahrnahm, sonst hätte ja auch freilich der. Hansel