Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
602
JPEG-Download
 

602 Cortona Cö--e

verfolgt. Man vergl. darüber die Art. über Spanien im ch-Bande.

Cortona, eigentlich Pietro Beretink, ein berühmter Nchler und Baumeister, nach seiner Gcbuctsstadt Cortona in Tsl-<ana, unter dem Namen Pietro di Cortona bekannt, istgeboren, und lernte erst bei seinem Vater Johann, der auch Mah-ler und Baumeister war, dann mnter Andreas Commodi und Bai-cio Ciarpi. Er zeigte anfangs so viel Ungeschicklichkeit, daß sck-Mitschüler in Rom ihn mit Spottnamen belegten. Indeß studir«er die Antiken, und die großen Meister Naphael, Caravaggi«,Michel Angela, und trat dann unerwartet als Künstler mit sei-nem Raub der Gabinerinnen auf. Er ward bald bekannt;die Geburt Christi in U. L. F. zu Loretto stellte seinen Mfest; überall ward er gesucht und beschäftigt. Er hat den Pla-fond des großen Saals im barberinischen Palaste, dem Triumphder Ehre vorstellend, gemahlt; ein vollkommen gelungenes Bestund wohl die ungeheuerste Composition, die je ein Mahler lülSzoführt. Er bereis'te die Lombardei, den venetianischen Staat, Ka-renz, wo er die Plafonds des Palastes Pjttt mahlte, und kehr»nach Rom zurück, wo er als Mahler und Architekt in steter Tä-tigkeit war. Große Werke waren seine Hauptarbeiten; doch »a-fertigte er auch, in Augenblicken, wo er vom Podagra befMwar, und keine Gerüste besteigen konnte, Staffeleigemählde, wei-che, obgleich von minder,» Werthe als die großen, doch geschGaber selten sind. Alexander Vlk. machte ihn zum Ritter des gol-denen Sporns, für die gelungene Verzierung des SäulengWjider Kirche della Pacc. Er starb iü 6 y, und erhielt ein ehrll-volles Begräbniß in der zu Rom dem heil. Lucas gewidmet"Kirche der Mahler, wo er sich schon durch den zierlichenW«der heil. Martina verewigt hatte. Cortona war weniger bemM,die Gestalt der Dinge selbst, als bloß den Schein ihrer GeMdarzustellen. Er opfert« die Wahrheit dem Gefälligen, das «jedoch nicht immer erreichte. Indeß vergütet er die Fehler daZeichnung, welche durchaus etwas schwerfällig ist, durch die Frucht-barkeit einer heitern Erfindung, den holden Reiz, den seine Mgen weiblichen Figuren athmen (obgleich man ihnen zu viel Vlichkeit unter einander vorwirft) und das fröhlich blühende M-rit, die harmonisch abwechselnden Farbe». Diese letzte EigenMverdient hauptfäckiich bemerkt zu werden, da dieselbe sein eigeri-licheS Verdienst ist, welches, weder vor noch nach ihm, keindexer in dem Maße besessen hat.

*Cosmogonie, die Lehre von der Entstehung derCoSmolygie, die Wissenschaft der Welt im Allgemeinen.Welt.) , ...

Coxe (William), berühmter englischer Reisender und ei'schichtschxeibcr, ist in London 1747 geboren. Er wurde inerzogen, und besuchte dann Cambridge. Nach Vollendung ss'Studien begleitet- er nach und nach als Führer (»'aveUinss rmmehrere junge Männer aus den ersten englischen FEiuenihren Reisen durch Europa, namentlich einen Grasen Per»" lk?, den nachmaligen großen Parlamentsredner Whitbrca°, "den Marquis v 0 n Ck> rnwa'lliL. Diesen Reisen haben w>gls classisch betrachteten Reisedeschreibunge» durch die(t77y) pnd durch P-lep, Rußland, Schweden und ;