Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
633
JPEG-Download
 

Daüiet 6zz

Daniel I) (Gabriel), einer der ersten GcschichtsschreiberFrankreichs, geb. zu Rouen 164Y, begab sich in seinem löten Jahrein das Collegium der Jesuiten, lourte an mehreren Orten mit vie-lem Ruhme, und starb 1728. Er suchte, wie Boutezweck von ihmsagt, in seiner Bearbeitung der vollständigen Geschichte seine- Va-terlandes, welche ihn vorzüglich berühmt' gemacht hat ((Irisrostre0° kraue«, in mehreren Ausgaben seit 171Z, besonders karis 1755— 57 in 77 Voll. 4. auch i'm Auszuge mehrmals und in einerdeutschen Übersetzung, Nürnberg 1756 — 6g 16 Voll. in 4.) denHof, oie Großen und die Geistlichkeit mit der.Kunst und denpflichten der Geschichtschreiber auszusöhnen, indem er mit derMiene der reinsten Unparteilichkeit die Geschichte seines Vaterlan-des nur so erzählte, wie es dem Interesse des Hofes und derGeistlichkeit gemäß war. Seine Darstellung ist angeiiehin, aber>nan vermißt oft Quellenstudium und historische'Treue, und diehöhere Kunst historischer Darstellung ist ihm fremd. . Seine Ge-danken über die Art, wie historische Werke geschrieben werden müs-sen, hat er in einer etwas langweiligen Abhandlung vorgetragen,die seinem weitläuftigen Wecke zur Einleitung dient. Nicht min-der bekannt ist seine iiisrolre äe la millco knanhal««. Wenigerist ei jetzt noch sein lecaicil üe ckivt-rg ouvi'Äßes pliiloso^higues,rhöoloxiqucs, hrsrorigned erc. 1724. 4.; worunter sich seinevoz-aze üu inonrle Je vescarres (früher besonders herausgegebenund ins Englische und Italienische übersetzt), eine scharfsinnige, sa-tirische Schrift gegen die Meinungen dieses Philosophen, befindet.ll> Ein anderer Sann Daniel war ein früherer englischer Ge-schichtschreiber und Dichter, Zeitgenosse Shakspeare's, geb, 1562,erhielt eine Bedienung an den Höfen der Königin Anna (der Ge-mahlin Jacobs I.), und Elisabeth, lebte aber gewöhnlich aus demLande mit literariscken Studien beschäftigt. Er wird als einer dervorzüglichsten englischen Dichter genannt. Vorzüglich zeigte er sichals historische n Dichter, und Lucan scheint sein Muster gewesensu sthv. Mit vielem Talentd suchte er merkwürdige Begebenhei-ten aus der Geschickte seines Vaterlandes episch zu behandeln. Denmeisten Fleiß scheint er auf Las historische Gedicht gewandtju haben, welches in acht Büchern die Geschichte des Bürgerkrie-ges der Häuser Uork und Lancaster enthält (iiiseor/ ob zAg civilbenveen tlce Hause c >5 Vorli null könueasrer, wieder ab-gedruckt mit den übrigen poetischen Werken des Verfassers, undeinigen Nachrichten von seixrm Leben in Ander so. ns hiirisk,Poem Vol. IV.). Der poetische Werth besteht, wie bei Lucan,m einer schönen Diktion und interessanten Ausschmückung wirklicherBegebenheiten. Zur Bildung der poetischen Sprache in Englandm>t er auch rühmlich mitgewirkt; seine Stanzen, die mit vielemFleiße den italienischen Ottaven nachgebildet sind, haben mehrWurde und Wohllaut, als die meisten Verse dieser Art in derMischen Literatur aus der ersten Hälfte des i7ten Jahrhunderts,auch fehlt es nickt an rhetorischer Schönheit und Kraft. Aberweder Plan noch Ausführung ist poetisch. Er hinterließ auch poe-tische Episteln, 57 Sonette und einige Schauspiele. Die erster»scheinen vorzüglich bei dem englischen Publikum Aufmerksamkeiterweckt zu haben. Was seine historischen Werke anlangt, so schrie?or unter der Regierung der Königin Elisabeth einen Abriß derbeschicht« England ^ i s au f E d u a rd III., ein Werk