Dänische Sprache 63 5
ausführliche Geschichte Dänemarks (hisroi-iae XVI. eci.
Srexlmniiis 8ors 1644, KIokTius 1771, 4.) bis zum I. tlgü IN16 Bänden in einer sorgfältigen lateiniscken Sprache schrieben.Die Reformation, welche (1527) vorn Hofe ausging, mehr abernoch die fortschreitende Verbesserung des Handels hatten gro-ßen Einfluß auf die dänische Eultur. Durch die Reformationwurde der germanische Charakter der Literatur in Dänemark be-gründet. Deutsche gewannen entschiedenen Einfluß auf Kircheund Literatur; Dänen siudirten in Deutschland; deutsch war dieSprache des Hofs; lateinisch die Sprache der Gelehrten. Dieschriftstellerischen Versuche in der Landessprache waren noch unbe-deutend. Merkwürdig ist eine der lutherischen nachgebildeteÜbersetzung des R. L. (1524, Z.). Erst im löten, mehr aber nochim i7ten Jahrhunderte bildete sich die dänische Sprache zur Bü-chersprache aus, und zeichnete sich durch melodische Sanftheitund Wohllaut, eben so wie durch kräftige und entsprechende Be-zeichnung des Abstracto» aus. Doch scheint auch gegenwärtig diepoetische Sprache die Prosa noch weit hinter sich zu lassen. Dieerste dänische Sprachlehre wurde von Erich Pontoppidan (Co-penhag-n 1668, 8.) abgefaßt; ihr folgten mehrere brauchbare vonZak. Boden u. A., auch gab es schon im i6ten Jahrhunderte ei-nige dänisch-lateinische Wörterbücher (vergl. 01 . Wormii feinesDänen) iirsruruiL nnrigeiissilriL, Copenhagen 1651 u. a.). Wasdie dänische Prosa anlangt, so bereicherte zwar Holberg (s.'d. Art.), welchen man in gewisser Hinsicht den Vater der neuerndänischen Literatur nennen kann, die dänische Sprache dadurchsehr, daß er sie in mehreren Zweigen der Literatur, und beson-ders auf der Bühne anwendete; allein er schrieb sie doch noch un-rein und unbeholfen. Wohlthätig wirkten auf Bildung des. Pu-blikums I. Wielandtsst. 17Z0.), I. Sch. Sneedorf (st.176h) durch Journale, und I. Bade» (st. 1804), welcher fürReinheit der Sprache arbeitete und das Amt eines Kritikers mitglücklichem Erfolge verwaltete. Auch wurden durch Friedrich V.und Christian VII. unter Einwirkung eines Moltkc und Bern-storf gelehrte Institute und Unternehmungen jeder Art gestiftetund unterstützt, welche die vaterländische Literatur beförderten;
T. Rothe, P. F. Suhm (dänischer Historiker, st. I 7 yy), dernoch jetzt lebende treffliche Prosaist, Kn u d Ly n e Rahbeck (Proftund Ritter des Danebrogordens, schrieb prosaische Versuche frgzg»
U, 3 Thle.s aus dramatischen Arbeite» und Erzählungen beste-chend, übersetzt von Zlobiesen, und wirkte-aus den dänischen Ra-tionalgeschmack, als Herausgeber der nordischen Minerva und desdänischen Zuschauers ein), I. Ch. BastHolm, Birkner, Ras-wns Nyerup, Anders Gamborg, Friedrich Munterund Vaggescn haben den gerechtesten Anspruch auf den Ruhmlichtvoller, kräftiger und gefälliger Darstellung, In dem Gebiete
praktischen Wissenschaften und in der Naturkunde, für welu-eFriedrich v. selbst viel Sinn batte, hoben sich die Däne» am mei-sten ausgezeichnet. Hi>r ist zu nenne» der bcrümte Astronom T y-cho de Brahe (geb" zu Kuvdstorp in Schonen 1546/ st- )u Praglüoi), welcher ein neues, dem copernicanischen entgegengesetzt-S,aber durchaus unhaltbares System aufstellte (s. Lycho de Brahe);und in der Mineralogie OlasW 0 rm (st. 1654). 2 » der neu-
ern Zeit ist besonders durch Stiftung von Erziehungsanstalten