Danzig 6z-
derungen Gehör, und schloß am 2ffsten Mai eins Kapitulation aufdieselben Bedingungen, die er dem General Lefebvre früher bei derÜbergabe von Maynz <I7YZ) bewilligt hatte. Dieser gemäß wur-den die äußern Thore am 2bften von den Belagerern besetzt, dieGarnison verließ die Festung am folgenden Tage mit Kriegsehrenund der Verpflichtung ein Jahr lang nicht gegen Frankreich zu die-nen. Der-Macschall öefebvre ward zur Belohnung zum Herzoge vonDanzig ernannt, unter ihm hatte General Lariboissiere als Chefder Artillerie, Chaffeloup und Kirchener als Directoren des Ge-niewesens die Belagerung geleitet, wahrend welcher in der Stadt600 Häuser mehr oder weniger zerstört, einige 0o Bürger getöd-tet und verwundet worden waren. Eine Kontribution von 20Millionen Franken ward der Stadt mit Bewilligung successiverAbzahlung aufgelegt, was jedoch viele andere Erpressungen man-nichfacher Art nicht verhinderte. Durch den lyten Art. deS Til-siter Friedens war Danzig als freie Stadt mit einem Territoriumvon 2 Lieues — die durch willkürliche Erklärung Napoleons auf2 deutsche Meilen ausgedehnr wurden — unter Frankreichs, Preu-ßens und Sachsens Schutz anerkannt; es konnte aber a'S franzö-sischer Waffenplatz dieses Heils niemals froh werden, da fortwäh-rend ein französischer Gouverneur, General Rapp, in Garnisondoielbst blieb, da im Jahr r8,c>8 der Code Napoleon eingeführtund durch das Conrinentalsystem der Hauptnahrungszweig, derHandel mit England, verkümmert ward. Unter so drückenden,allen Wohlstand vernichtenden Verhältnissen nahte das Jahr i8lsund mit ihm wegen des russischen Krieges neue schwere rasten;das Jahr schloß damit, daß die Festung am Zisten December inBelagerungszustand erklärt wurde. Es gelang den französischenund polnischen Truppen des lüten Armeecorps durch geschickte Ma-növers sich beim Rückzüge in die Stadt zu werfen, eben so lang-ten noch Verstärkungen aus Kpandau und Magdeburg an, so daßdie Garnison zo,ooo Mann betrug, als gegen Ende Januars iflrZdas russische Aokadecorps, aus 6000 Kosaken bestehend, erschien,welches jedoch, bald durch ein Corps von 7060 Mmn Infanterie,2Z00 Mann Cavallerie mit 6r> Feldgeschütze» gnter General-Licuke-nant von Loewis abgelös't ward. Es würde zu weitläüfcig seyn,die verschiedenen Ausfälle Und Angriffe vöm fften Februar, gteNMärz, 27sten April, yten Juni rc. einzeln zu erzählen; wir ecewähnen daher nur, daß das Blokadccorps am isten Juni dllrch8000 Mann preußische Landwehren unter Oberst Graf Dohnä ver-stärkt ward; und daß auch hier am roten Juni der Waffenstill-stand eintrat, am lüften August wieder aufhörte. Den Oberbe-M harte indeß der Herzog von Wirlembcrg übernommen, undlieferte den Belagerten entweder bei Ausfällen oder durch Angriffeauf Außenposten die sehr hitzigen Gefechte Uom 28sten Und -rüstenAugust, isten, yten und iftten September Und isten November;
englische Flotille vahe'te sich von der Seeseite und beschoß ge-lMnschaftlich mit den Landbatrerien die Stadt bsm isten Eep-,buwer an — unter andern auch mit congrevschcn Racketen —»vMt, die zweite Parallele ward eröffnet, als endlich ain lTsttitNovember «ine Capitulation zu Stande kam, »ach welcher die«armson den isten Januar izrif die Waffen strecken Und-derpflichtuiig, binnen einem Jahre nicht gegen drö Allirrte»-» dienen, m vier Talbnnen nach Frankreich geschickt werden