638 Danzig
kammer des Norden und hatte große schwerfällige Befestigungen,mit hohen Wällen und nach der Abend- und MitternachtsciuVoll Hügeln umgeben, die hoher sind als die Stadtthürmc, unteiwelchen sich der Bischossberg und Hagelberg vvrzüglicb auszeichnen(daher auch an diesen Seiten die ansehnlichsten Festungswerkeangelegt wurden); — »ach der Weichsel zu ist sie durch Wälderund Moräste beinahe unzirgänglich und die Niederung kann leichtunter Wasser gesetzt werden. — Beide Umstände gaben ihr einenpolitischen und militärischen Werth. Jenen verlor sie mit der lln-Näherung von Preußens Gränzen; dieser gewann nicht dadurch,und wurde ihr nur um so gefährlicher. Seit 1722 war die Stadtgleichsam von preußischem Gebiet umschlossen, die starken ZSll«drückten sie fürchterlich. Handel, Kunstfleiß und Bevölkerung san-ken, und der Wunsch, ganz unter Preußens Herrschaft zu kom-men, wurde der vernünftigste. Hatte Danzig gleich über zwanzigBollwerke, hohe Wälle und zwanzig Fuß breite Gräben, so wußteman doch, daß das Ausschließen her nahen Höhen des Ziganken-bergs, des Stolzen- und des Judenbergs aus den Befestigungs'werken, und das unterlassene Abgraben derselben sie in einer Be-lagerung dir Gefahr aussetzten, in den Grund geschossen zu wer-den. Zudem befanden sich die Weichsel und das Fahrwasser iiiprttißischer Gewalt und der letzte König von^ Polen erklärte offen,Laß er Danzig seinem Schicksale überlassen müsse. Als daherPreußen dessen Unterwerfung verlangte, mußte der vernünftigereTheil der Einwohner, dem dieser Schatten von Unabhangiakeitlästiger war, als ihr gänzlicher Verlust, leicht über die wenigenFamilien Meister werden, die bis jetzt regiert hatten. Conven-kionsmäßig besetzten die Preußen"«!» 28. Mai 170Z die Lußen-werke. Das Volk griff zu den Waffen; ein kurzer Kampf erhobsich, der nach wenig Lage» mit der völligen Unterwerfung detStadt endigte. Sie genoß Ruhe und vielfältiges Glück bis zu«Ausbruche des preußisch - französischen Krieges. Am 7tett Mücj7807 ward sie von dem Corps des Marschall Lefebvre umringt und.die Einschließung der Landseite durch die Wegnahme der Nehrungant 2ostcn d. M. vollendet. Obwohl die Besatzung bei den Aus-fällen von, 2tstcü Und 26sten großen Muth bewies, so konntendiese Anstrengungen doch nicht verhindern, daß sich der Belagereram tsten Ahnt-auf dem Zigankenberge festsetzte und dke BoUSmard-schanze, oder vielmehr ihre Trümmer, am ijtcn eroberte. Z» d»Nacht vom 2gsten zum 24stell begann das Bombardement un« -dauerte mit Zwischenräullien bis zum 2lsten Mai fönt; während ldessen versuchte der General Kamenskoi sich mit 5000 Mann Ver-stärkung in die Stadt zu werfen, er müßte sich aber im Fahrwas-ser wieder einschiffen, da durch den unbegreiflichen Verlust de«Holms die Verbindung Mit der Stadt verloren war. Eine engn-schs Corvette, welche die so nöthige Munition, Geld rc. zufuhrensollte, und mit vollen Segeln die Weichsel herausflog, gerinn ^allf den Gründ und ward so von den Franzosen genommen, ^ .begann jetzt an Pulver zur weiterU Vertheidigung zu mangeln,die Belagerer hatten sich rm bedeckten Wege des fast gE iN'störten Hagelsbetges festgesetzt Und beabsichtigten einen HaUsAdarauf, dessen Resultate bei ihrer Überlegenheit (50,000 M" -die Garnison 7020 Mann) nicht zweifelhaft war; da gab en°"^der Gouverneur, Graf von Kalkrelith, den wiederholten »usi