Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
709
JPEG-Download
 

Dolce Döll

70 -

Gtaatsrath wieder eintreten könnte. Seitdem lebte er in Ruheden Wissenschaften und vorzüglich seinem Geschichtsbuch«. Diese«Werk, das eine Bereicherung der -historischen Literatur überhaupt,und der deutschen insbesondere ist, würde allein den Namen desverdienstvollen Verfassers dcrAchtung der Nachwelt übergeben, wennihm nicht fein ganzes Leben schon dieselbe zusicherte. Es ist erschienenunter dem Titel: Denkwürdigkeiten meiner Zeit, odecBei,trögc.zurGeschichte »01,1779 — 1806, von Christ. Wilhelm vonDohm. Der erste Band kam heraus zu Lemgo und HannoverIS14, der zweite 1815. Die Fortsetzung nebst den Beihagen bisM Tode Friedrichs des Großen war schon im Jahre 1916 zumDruck vollendet. Außer vielen bedeutenden Aufschlüsse», welchedieses Werk über mehrere der wichtigsten Personen und Begeben,Heiken aus der Zeit seit 1778, nach Quellen und eigener Bcobach»jung oder Theilnahme, mit sicherer Kritik gibt, wodurch es demHistoriker und Staatsmanne unentbehrlich ist, wird eS auch nochseines Geistes und seiner edlen historischen Fsrm wegen als «inMionalwerk schon von den Zeitgenossen geachtet. Liebe des Recht«und unparteiische Würdigung menschlicher Handlungen bezeichne«die Ecelc desselben. ki.

, Dole« (Carls), Andere nennen ihn Carlino Dolce, ein be-rühmter Mahler der rlorentinischen Schule, geb. zu Florenz 1616»und daselbst gest. 1636. Er war ein Schüler des Jacopo Bigüiali,»nd seine Werke tragen, »ach Fiorillo's Ausspruch, den Cha-rakter an sich, den sein Name bezeichnet. Sie bestehen meisteinshalben Figuren von Madonnen und andern Heiligen beiderlei^Wichts, die voll bezaubernder Andacht und Sanftheit sind. Ja-"u» hat ihm sogar charakterlose Weichheit vorgeworfen. Durch»" Fleiß der Ausführung nähert «r sich der holländischen Manier»Doch hat er sich besonder« in seinen Madonnen häufig wiederholt;auch schimmert in seinen Bildern jene Furchtsamkeit und Schwer-A>th hindurch, die ihn bis an feinen Tod beherrschte. SeineEerke sind in ganz Europa verbreitet; seine Meisterstücke in sei«"er Vaterstadt. Zu seinen Hauptstücken gehören drei in der dres«oiur Gallerte befindliche: 1. die von Napoleon bewunderte Cäci»siu, oder die Orgelspielerin; 2. der sehr bekannte und in Kupfer,>"ch tausendmal nachgeahmte Christus, der das Brot und den Kelch3 ' HerodiaS mit dem Haupte Johannes des Läufers; f»r«^ ^ 'N Paris befindliche Christus am Olberg.

Döll, Professor der Bildhauerkunst in Gotha» ei»er der ge-WWe» Bildhauer in Deutschland. Her letztverstorbene HerzogUlt »oa Gotha unterstützte den jungen Döll, daß er mehrere Jahre-Earch in Italien, und besonders in Rom, sich der Kunst widmenDer bekannte Antiquar Reifensteiy leitete seine Studien^tna, und Winckeltnann schätzte ihn. Sein erstes Werk vonArtung war Winckelmanns Monument, das die Ehre erhielt,

N Pantheon aufgestellt zu werden. Nach seiner Jurückkunft nachd-,""ade ihm die Aufsicht über die herzogl. Kunstkammer und- der Abgüsse von Antiken übertragen. In der Folge

-.richtete er eine Zeichcnschulc. Er hat viele Werke für andere

.. .».l rs-r darunter sind'.

'pMnzen Deutschlands geli-sert; d" bedeur-n a Gruppe,

die Basrelief« in der Reithahn Dessau, «n- L-s-

«laub«, Siebe. Hoffnung für die Hauptkirche z Äigens-

Mzs Denkmal zu Hannover. und K-Piersi Denkmal zu