728 Edda
Sammlungen dieses Instituts enthalten, «nd ein Meisterwerk derneuer» Paukunst werde» soll, am i-sten October 1816 gelegt.
*Edda. Wir besitzen unter diesen» Namen zwei Sammlungenalter isländischer Dichtungen, welche, in so fern sie von den nachIsland gewanderten Norwegern (Normännern) herrühren, ger-manischen Ursprungs, und die Hauptquelle für die nordische Gottter- und Heldengeschichte sind. Die elfte dieser Sammlung»,Welche man die ältere oder säinundische Edda nennt, sollvon Sämund Sigfusson, einem gelehrten'isländischen Geist-lichen, nebst Are Frede, dein ältesten Geschichtschreiber dk)Nordens, welcher von ioZv---iiZ.q lebte, und zu Paris ßudirthatte, veranftaliet worden sevm (Sein Leben hat Arne Mag-näus vor dem ersten Theile der Ädda ausführlich beschrieben)Aber sowohl dies.als daß ihr der allgemeine Namei Edda zukom-me , ist geläugnet worden. Sie besteht aus einer Reihe von Ge-sängen der Skalden und uralter Sagenlieder, daher die alte Edda(Stammmutter der Poesie). Diese alte rhythmische Edda war sonst400 Jahr in Island verborgen und vergessen. Ein Theil dersel-ben scheint für immer verloren gegangen zu seyn. Im I. ibqzentdeckte und rettete der Bischof Brynjolf Svcnsen zu Skalholleinen vorzüglichen und immer noch den besten Pergamentcodex.Seit dieser Zeit wurde die Edda eifriger bearbeitet (s. dänischeLiteratur), und besonders folgende Theile derselben bekannt ge-macht: Begthamsgnida, Boluspä (Wahrsagungen), Ha-'vamaal (erhabenes Gespräch), und Runecapitulc oder da)runische Capitel (worin Odin sich seiner Stärke in Zauber-liedern rühmt.) — Aus diesen damals noch vollständigen Licternund andern Gesängen ist (vielleicht 120 Jahre später) der prosai-sche Auszug gemacht, welcher den Namen der jüngern Eddaführt, und dem SnvrroSturleson, Legmann auf IslandUm 1200, zugeschrieben wird. Dieser Auszug bildet eine Art vorSystem und Lyclius aus jenen Liedern, welches, schon der Zeitwegen, nicht mehr als damals geglaubtes Rcligionssystem anzu-sehen, sondern auch der auSdrüchljchen Absicht nach, nur neben ei-ner Sprachlehre und Berskunst.der mythologische Theil zu einemLehrbuche der altnordischen Poesie ist, obgleich sie uns wegen derLücken in den ältern Liedern, aus welchen sie nych häufige Stellengibt, auch in dieser Rücksicht höchst wichtig ist. In der Folge istdas Werk noch umgearbeitet und erweitert worden. Es besteh!ebenfalls aus drei Theilen, deren erster dogmatisch, der zweite ss-zählcnd ist, und der dritte mit Namen Stalda, in einem äst lphabct.sehen Uuszuge die poetischen Redensarten enthält, die inden ersten Theile» vorkommen. — Den isländischen Text derEdda hat mit verschiedenen (aber sehr fehlerhaften) ÜbersetzungenRosenius herausgegeben, hlavni»« 1665, 4. Daher heißt sieauch die resenische Edda- Eine dänische Übersetzung hat Nye-rup, Copenhagen 1808, geliefert, welcher sich übertMi-t um °>eEada große Verdienste erworben hat. Eine deutsche Übersetzungbesitzen wir von RühS (Berlin 1812), Der erste Theil der ästlern oder sämundjschen Edda wurde im Originaltext 1787dein mngnäilchea Institute, belebt durch Suhms Eifer, mit ein«lateinischen Übersetzung und Glossen, beide hauptsächlich ^dcmund MagnäuS gearbeitet, bekannt gemacht, Der zweite Ttzegist bis jetzt noch nicht erschienen. Bearbeitungen und pbcrsetzun-