Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
729
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Ebgrworth von Firmont ?r-

gen der früher bekannt gewordenen Theile haben untbr den Deut«scheu Denis, Schimmelmann, Gräter, Herder und Er.Meyer geliefert. Einzelne, bisher noch »»gedruckte, Sagen derEdda haben v. d. Hagen und Grimm im Original und spa-ter auch deutsch herausgegeben. In den Streitigkeiten über dieEchtheit und das Alterthum der ältern Edda, welche bis aus dieneuere Zeit fortgesetzt worden sind, sind als Zweifler und Gegnerbesonders Adelung, Schldzer, und vor Kurzem NühS auf-getreten. Ihnen stehen entgegen Müller (über die Echtheit derAsalehre und den Werth der snorrischen Edda — und über den Ur-sprung und Verfall der isländischen Historiographie, nebst einemAnhange über die Nationalität der altnordischui Gedichte, letzte-res Copenhagen I8IZ), v. d. Hagen, die Gebrüder Grimm,Docen u. A.; und es scheint sich die Wahrheit auf ihre Seitezu neigen. Denn nicht nur die innere Wahrheit, und die eigen-thümliche Ausbildung der Eddalehre, sondern auch geschichtlicheSpuren sprechen für das Alterthum und die Eigenthümlichkeitderselben. Über den Zusammenhang der deutschen Nibelungen unddes Heldenbuchs mit der Edda sind von den letztgenanntenSchriftstellern ebenfalls interessante Untersuchungen angestelltworden.

'Edgeworth von Firmont (Heinrich Esser). Wenn dieGeschichte der französischen Revolution uns eine Menge von Er-scheinungen enthüllt, die uns in die Zeiten der tiefsten Barbarei> zurückzuführen scheinen, und von denen fast alle edl^e Mensch-lichkeit gewichen ist, so treffen wir aber auch in der Geschichte derResolution auf Menschen und Charaktere, in denen hohe Lugen-den lebten, und die mit einer Seelengröße handelten, die imgewöhnlichen Lauf der Zeiten und Begebenheiten sich nicht würdeentwickelt haben. Wir können zu diesen Edgeworth de Firmont,den Beichtvater Ludwigs XVI. rechnen, der dos schwere Geschäfthatte, diesen unglücklichen Monarchen auf das Blutgerüst zu be-gleiten. Edgeworth wurde 1745 in Irland-iN dem Flecken Ed-geworth Town geboren. Sein Kater war hier protestanti-scher Geistlicher, nahm aber mit seiner Familie den katholischenGlaube» an, und zog nach Frankreich. Heinrich studirte zuerstmtter den Jesuiten zu Toulouse, und dann auf der Sarbonnem Paris. Er wollre sich erst den Missivnen widmen, wurde-aber beredet, in Paris zu bleiben, und sich zum Geschäft eines-Beichtvaters vorzubereiten. Durch seine Frömmigkeit und seine»vortr-sslichen Charakter erwarb er sich bald so großes Vertrauen,«aß die Schwester Ludwigs XVI-, die Prinzessin Elisabeth,ihn ebenfalls zu ihrem Beichtvater erwählte. Die Revvlutio»brach aus; die entsetzlichsten Frevel mehrten sich mit jedem Tage;he näherten sich ihrem Gipfel durch die Verhaftung und Einfper-ebng des Königs und seiner ganzen Familie, Elisabeth war>rn Gefängniß der tröstende Engel ihres Bruders, und durch sieerhmt Ludwig XVi. die erste Nachricht von Firmont, d?kdamals unter dem Namen Esser in Chvisy verborgen lebte,iiis dem Könige Hin Todesurthcil bekannt gemacht wurde, bat erünter andern um einen Aufschub von drei Lagen, um sich au? sein«Er,chemung vor Gott zu bereiten, und um die Erlaubniß des un-gehinderten Umgangs mit einem Geistlichen, den er näher bezeich-nn wollte. Dieser Geistlich« war unser Firmont. Per Coupe»-