Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
743
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Elisabeth dke Heilige

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das brittische Museum erkauft. Diese Sammlung enthält, nachEanova'S Urtheil, der sie selbst sah, das Höchste in der Kunst ausden Zeiten de« PhidiaS und Praxiteles, aber eben er widerriethauch jede Restauration dieser vortrefflichen Trümmer. S. Denk-schrift über Lord Eigens Erwerbungen in Griechenland. Leipzigu. Altenbura 1817. 6- — D. D.

Elisabeth »je Heilige, «der Elisabeth vonThüringe», ek»ner der trefflichsten Charaktere des Mittelalters, ein Ideal zartenFrauensinns, mit hoher Religiosität, anspruchlose'r Milbe, freu-diger Entsagung und ausdauerndem Muthe im Unglück gepaart.Tie war «ine Tochter Andreas II., KinigS von Ungarn und derGertrud, einer gebornen Herzogin von Meran, und ward 1207 zuPreßburg geboren. Schon in ihrem vierten Jahre (1211) ward siadem elfjährigen Ludwig, Landgrafen von Thüringen, HermannsLohne, zur zukünftigen Gemahlin bestimmt, aus Ungarn nachWartburg abgeführt und daselbst an Hermanns kunst-und gesang-liebendem Hofe erzogen. Ungeachtet der Intriguen ihrer Schwie-germutter und anderer Hofleüte, welche das geschlossene Bänden-wieder aufzuheben wünschten, ward die Trauung im I. irrt voll-zogen, nachdem Ludwig schon 1215 nach seines Vaters Tode di»Kegierung angetreten hatte. Beide Gatten, im vollen Sinne betWorts einander werth, waren sich mit der unerschütterlichsten, i»mihreren Gelegenheiten geprüften, Liebe und Treue zugethan. Wäh-rend er in ritterlichen Zügen seine Mannheit und seine Ergeben-heit gegen Kaiser und Reich bewährte, übte seine Gemahlin dahei»'die stillern und weniger glänzenden Tugenden der Wohlthätigkeitund Milde. Die Hungersnoth und Seuchen, welche damals inDeutschland und vorzüglich in Thüringen wütheten, gaben ihr di«bächste Veranlassung, mehrere Hospitäler zu stiften, eine unzähligeMenge Arme täglich von ihrer Tafel speisen zu lassen, und ihnenbedeutende Geldsummen, Kleider und andere Bedürfnisse oft reich-lich zu spenden, In geringes Gewand gehüllt, durchwanderte sieals treue Landesmutter mit himmlischer Güte die Reihen der sichan sie drängenden Elenden. Gütig gegen Andere, war sie strengWen sich; fastend, betend und sich kasteiend durchwacht« sie ganze«ächte und verschmähte alle Bequemlichkeiten und Vorzüge, welcheM Rayg in Kleidung und Nahrung ihr darbot, unb ihre hohenkörperlichen Reize ihr nahe legten. Zugleich war sie die empsind-lamste, zärtlichste Gattin und die sorgsamste und liebcndste Pflege«A? und Erzieherin ihrer Kinder. Und doch sollte diese schöne«ekle durch harte Leiden noch mehr geläutert und geprüft wer-ken. Ludwig nahm im I. 1227 Theil ap einem Kreuzzugc, über-wog u> seiner Abwesenheit seinem Broker, Heinrich Raspe, dieLandesregierung, starb aber schon am Uten September zu Otranr»>m Neapolitanischen, von einem hitzigen Fieber ergriffen. Sei««rüder, welcher nun die Vormundschaft über des VerstorbenensMer und die Regierung übernommen hafte, vertrieb die trauernde,«lisabech von der Wartburg, entzog ihr alle Unterstützung, undoerhot sogar den Einwohnern Eisenachs sie aufzunehmen. So irrte>e blühende 22jährige Witwe des Landgrafen mitten im WinterKindern in der größten Dürftigkeit umher, bis der Bi»von Bamberg, ihrer Mutter Bruder, sich ihrer annahm, undschloß Bvttenstein zu ihrem Aufenthalte anwieS. Deineschlage zu einer anderweitigen Heirath mies sie mit Festigkeit