Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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766 Englisches Theater

schichte entflohen und über ihm ruhet, wie über dem Uranfang duMenschengeistes, ein heiliges mythisches Dunkel. Wir bemerknnur kürzlich, daß seine Wecke eine so durchaus gegliederte darumnische Ansicht der Welt und des Geistes verkünden, daß beide ßisewig in einander spiegeln und wechselseitig Symbol für einaiünwerden, wodurch sich gewiß das Wesen eines wahrhaften, hshe«Dichtcrgcistcs beurkundet und ausspricht. Er war ein Herzenskundiger, seine Charakteristik ist tief eingreifend und wahr. Un»schöpstich ist die Fülle des Jndividualisirens in ihm, worin ih»vielleicht kein Dichter gleich kommen möchte — ein Monmides Drama, der gerade dem modernen Drama als AufgMvorgelegt ist! Keine Leidenschaft in ihrem tiefen und gehstmen Weben, ihrem allmähligen Durchbruch, ihrer alles nieder«senden Gewalt ist ihm unbekannt, und jede weiß er kräftig, eigen-thümlich bis in die tiefsten Wendungen ' hinab darzustellen. DelSchauderhafteste, Entsetzlichste, wie das Zarteste und Mildeste»!scheint bei ihm in der eigenthümlichsten, wunderbar-harmonische«Farbengebung. Seine Zusammenstellung ist groß, frei und deimchinnigst verbunden. Den tiefsten Ernst sänftigt und mildert udurch den muthwilligstcn und geistreichsten Scherz, und jener desMenschengeiste ss eigene und seine Ewigkeit beurkundende Hahn übndas Bestehende, in der Zeit Aufrauchende und in ihr sich Wodclnde, diese Macht sich noch über den Trümmern zu erhalten «»!>wiederzufinden, diese dem niedern Geiste so unbarmherzig scheinend!Gewalt, die doch gerade, die tiefste Wurzel des Geistes, die Ae«eist, hat sich wohl in keinem Dichter so laut, kühn, überlege»,mächtig und wahr geoffenbart, als in ihm. Darum ist er au»immer neu und frisch und kciu Gegenstand vermag, diesen M-reus zu fesseln, er wandelt sich in alle Gestalte». Außer den Zsallgemein ihm zuerkannten Stücken gibt es vielleicht noch manche,die mehr oder- weniger seine» Einfluß erfuhren, über andere stman tast gewiß, daß.Shakspeare sie geschrieben, und unter mischstLieck angefangen, mehrere heivorzuziehem. Dahin rechnet Schtt-gel den PeriklcL, Prinz von'Lyrus, den londner Ver-lornen Sohn, Thomas Lord Cromwell, Sir Jod"Olbcastle, ein Trauerspiel in Porkshire. MsntkStoffe scheint er umgearbeitet zu haben. Bei diesem Meisterst»»ist cS wohl nicht befremdlich, daß er, wie oben gesagt wnstbdurch die gesammte dramatische Poesie der Engländer mehr einweniger durchtönt, ohne doch je erreicht zu werden. Denn frubßist eine Kraft, welche mitten in der Zeit, aus ihr das Weste Egreifend und verarbeitend, dennoch herrschend über ihr säM»-nicht so gäng und gehe. Dagegen unterliegen selbst ialentv»Männer der herrschenden Zeitrichlung und ihren Gebrechen.erweiset sich an Shakspeare's Zeitgenossen und Nachfolgern,welchen er gleichsam der Mittelpunkt zu nennen ist. Jüngere PDecker, Marston, Webster, reine Nachahmer. Chapm»"-der Übersetzer des Homer, schrieb die Thräne» der MU»nicht ohne komisches Talent. Heywvod ein bürgerliches Trau 'si-rel: die durch Güte getbdiete Frau kunstlos und leich-auch im Schluß , dem kotzebneschen,,Menschenhaß und Reue an I 'licher Tendenz weit überlegen, übrigens war Heywooo efalls sehr fruchtbar,, denn er hat 220 Stücke geschrieben. ^Jenson, von Shakspegce sehr geschätzt, unterstützt und aus»