Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
806
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8oä ' Flüe

Werth dieser sehr kunstmäßkg zusammengefügten Floße, zu dererDirektion mehrere hundert Menschen sich für die Zeit der Fahre,wie in einer Colonie, auf denselben ansiedeln und verpflegt wer-den (zu welchem Ende alle Lebensbedürfnisse, sogar eine AnzahlOchsen und anderes Bieh vom Orte der Abfahrt gleich mitgenom-men werden), ist sehr bedeutend (oft z bis 400,000 Gulden) und 'für die Unternehmer sehr gewinnreich, wenn sie glücklich das Zielihrer Bestimmung erreichen. — Scheitflöße sind, wenn da«Holz aus einzelnen Scheiten besteht,' die bloß ins Wasser gewor-fen werben, herabflicßen und an den Wehren aufgefangen werden.Unter Holzflöße im vierten Bande ist noch einiges hierher ge-hörige bemerkt, das zu vergleichen. »

Flüe (RicolauS von der), auch Bruder Claus genannt, einmerkwürdiger Schweizer des igten Jahrhunderts, geboren 1417im Lvrie Gaxsln, Cantons Unterwalden ob dem,Walde. Er be-rpirlhschaftele nach der Landessitte mit seinen Ältern und Kin-dern das väterliche Gut, und führte ein durchaus unbescholtene«Leben.- Er machte verschiedene Kriegszüge mit, verband im-mer -Tapferkeit mit Menschlichkeit, und verhinderte', so viel ernur immer konnte, Grausamkeiten und Plünderungen. Als Land-rath des CantonS bewies er eine eigene Geschicklichkeit die vor-kommenden Angelegenheiten zu einem guten Knde zu bringen.Die Würde eines Landammans, die ihm seine Mitbürger antru-gen, schlug er aus. Von Jugend auf zeigte er einen entschiede-nen Hang zum contmplativesi Leben, und war enthaltsam und UMgegen sich selbst. Nachdem er fünfzig Jahre hindurch alle Pflichte»als Staatsbürger treu erfüllt hatte und Bater von zehn lebendenKindern geworden war, faßte er, mit Zustimmung seines Weibes, ,den Entschluß, ein Einsiedler zu werden, und wähhte zu seinemAufenthalte eine bloß durch einen Mafferfall des Milchflussss be-lebte Wildniß obnweit Saxeln, die ihn schon von Jugend auf ge-reizt hatte. Hie» brachte er seine Zeit in Gebet und fromme»Betrachtungen zu. Seinen Ruf vermehrte die Sage, daß er-«hnealle Nahrung lebe, und sich bloß durch das Abendmahl stärke, wel-ches er alle Monate genoß. Zu ihm, dem erfahrnen, hellsehendenMann, wallfayrtete von nahen und fernen Orten, wer Rath oderTrost bedurfte, und fand bei ihm Befriedigung. Bald wurde erselbst Retter des ganzen Vaterlandes. Unter den acht Cantonen,welche damals noch die Eidgenossenschaft ausmachten, war Eifer-sucht und Mißtrauen entstanden. Man argwohnte, daß die Beuleder vor kurzem bei Nancy erschlagenen Burgundcr^nicht gleich ge>theilt worden; die grsßern aristocratischen Städte hielten zusam-men, vak wollten Freiburg und Solothurn in thron Bund auf-nehmen, welchem Vorschlag die kleinern, demokratischen Cantonssich widersetzten, Auf einer (1481) zu Stanz (dem Hauptorte desCantons Unterwalden) zu Berathung- dieser Angelegenheiten g«°halten«» Lagsatzuog erhitzte sich der Partheigeist in so hohem Sra»de, bah eine Trennung des Bundes und Mit iom der baldige Ver-lust der Freiheit der Schweizer für unvermeidlich gehalten wurde.

Da erschien plötzlich, durch einen Freund dazu ausgi'fodirt, Bru- ^der Claus in der Versammlung der Abgeordneten, Las grossAnleh» des Mannes, seine imponironde Gestalt, in der man einen !Noten des Himmels zu erblicken glaubte, seine herzliche," »bor >kräfttge Rede, in welcher er die Geiahren der bcoorstehelwe»