Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
807
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Flußgebiet Fluthen 8 «7

Trennung schilderte, und zur Einigkeit ermähnte, ergriff hie Ver-sammlung so sehr, daß augenblicklich ein in der schweizer Ge-schichte berühmter Grundgesetz — das Verkommniß vonStanz —^(den 22stcn December ig8l) beschlossen und abgefaßtwurde; alle bisherigen Streitigkeiten wurden beigelegt, Freiburgund Solothurn in den Bund aufgenommen, und die Freiheit derSchweizer war nun aufs neue gerettet. Unter den Segnungenseiner Mitbürger kehrte Bruder Claus, nach vollbrachtem Werk,in seine Einsamkeit zurück, wo er fortfuhr Tugend und WeisheKzu lehren, bis er den saften Mai 1487, siebzig Jahre alt, starb.Ganz Unterwalden begleitete seine Leiche zur Grabstätte, alle Eid-genossen betrauerten ihn; fremde Fürsten ehrten noch nach demTode sein Andenken; Papst Clemens X. versetzte ihn 1671 unterdie Zahl der Heiligen. , ,

Flußgebiet nennt man alle Quellen, Bäche, Flusse, dieihre Gewässer durch eine Mündung ins Meer ausströmen, welchesbei großen Hauptflüffen oft mehrere tausend Quadratmeilen be-trägt. Zuweilen liegen die Quellen verschiedener Flußgebiete nahebeieinander, wie auf dem Fichtelberge die Quellen des Mains,der Nabe und der Saale, wovon die erste zum Nheingebiete, diezweite zum Donaugebiete, die letzte zum Elbgebiete gehören.

Flüte, das Flütschiff, ein großes und breites Last-schiff, welcher imBerhältniß zu seiner Größe sehr kurze Mastenführt und nur langsam segeln kann. Sie tragen bis zu yoo Laste»,und man bedient sich ihrer meist nur zum Wallsischfange.

Fluthen, noachische Fluth. Fluthen oder größereWafferergießungen, zuweilen von sehr weiter Ausdehnung und be-deutendem Einflüsse auf die Bildung der Erdoberfläche, kennt die.Erdgeschichte mehrere aus älterer und neuerer Zeit. So über-schwemmten im Jahr 1421 die Meeresfluthen das ganze Land zwi-schen Brabant und Holland, und im I. 1727 den Theil der Nie-derlande, der jetzt den Meerbusen von Dollart bildet. Häufigermußten solche Überschwemmungen in dem Jugendalter der l^de ein-treten, als die Elemente noch i« Streite lagen und die Stromem flacheren Betten gingen. Daher die Sagen so vieler alten Völ-ker von großen Überschwemmungen. Am merkwürdigsten ist diehebräische Sage von der noachischen oder Sündfluth, mrtder die von BerofuS aufbewahrte babylonische Sage auffal-lend übereinstimmt. Aber auch die Griechen erzählten von ihrerogygischen und deukalionischen Fluth, die Eines »noch jetztvon einer unter Pao erlittenen, und bei den Japanesen, ChtlesenundMehreren Nordamerikanischen Stämmen findet man Spuren ähnli-cher Überlieferungen. Man hat hieraus einen Schluß auf dre all-gemeine Verbreitung der noachischen Fluth machen wollen; aberMit Unrecht, da sich mehrere der übrigen, z. B. die griechische undsin-sische, auf keine Weise chronologisch mit ihr vereinigen lassen,und da weder das Wort der Sage (die Sage nennt den kleinenihr bekannten Raum wohl auch Welt), noch auch die mannichfal-«gen Spuren von Waffergewalt aufder Erde (wie die über die ganzeErde zerstreuten Versteinerungen von Schalthiercn und andern See-producten, djc Mammuthsknochen, diein Canada am Ufer des Salzflus-sts unter der Erde gefundenen aufrechtstehenden Gerippe rc.) dafür spre-chen-, da die letztem theils der von Beginn des Menschengeschlechts