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die Rothleidenden vertheilte; dies befestigte ihr Ansehen, und flewurde vonMervbäus und Chilperich sehr hoch gehalten. Zum Rufeihrer Heiligkeit trug übrigens nicht wenig bei, dost sie von ihremfünfzehnten bis zuni fünfzigsten Jahre nichts als Gerstenbrot undWohnen, und auch diele nur alle zwei bis drei Wochen einmal,nach ihrem fünfzigsten Jahre aber erst etwas Fisch und Milch ge-noß. Im JahrchLc» erbaute sie über die Gräber des heil. Dioqy-sius Rusticus und Eleutherius bei dem Dorfe Chastevil eine Kir-che, und Dagobert stiftete nachher hier die Abtei St. Denys ImJahr 4yy oder 501 starb sie, und wurde in der unterirdischen Ca- ,pelle beigesetzt, welche St. Denys den Aposteln Paulus und PetruSgeweiht hatte. Chlodwig hatte auf ihre Bitte eine Kirche dar-über erbaut, welche nachher, so wie die dabei gestiftete Abtei, nachder Genoveva selbst benannt wurde. Eine andre Kirche dieser Hei-ligen wurde an die Kirche Rotre - Dame angebaut. Ihre Reli-quien werden in der crstern verwahrt. Mit dieser Heiligen darfman nicht verwechseln— 2. die heilige PfalzgräfinGe-»ovepa, geborne Herzogin von Brabant, welche von ihrem Ge-mahl Siegfried, angeschuldigten Ehebruchs halber, zum Tode ver-urtheilt, aber gerettet ward, worauf sie sechs Jahre lang in einerHöhle von bloßen Kräutern lebte, bis ihr Gemahl sie wieder fand,und heimführte. Von ihr erzählt unser Volksbuch: ehn e schöne,anmuthigeunchlesenswürdige Historie von der u re-ich uldig betrengten heil. Pfalzgräfin Genoveva,wie es ihr in Abwesenheit ihres hcrzlieben Ehege-mahls ergangen. Cöln und Nürnberg. Unter allen denverschiedenen Büchern dieser Gattung — sagt Görres — ist dieGenoveva durchaus das geschlossenste und am meisten ausgcrnndete,stellenweise ganz vollendet und in seiner anspruchloscn Natürlichkeitunübertrefflich ausgeführt, im Ganzen in einem rührend unschuldi-gen Ton gehalten, kindlick, »»geschmückt und in sich selbst beschat-tet und erdunkelnd im heiligen Gefühl. Und so war es denn werth,zwei treffliche Dichter zu beaerstcrn: Treck, der uns in seinemGedichte, wie ein Zauberer im'Crystalle, die ganze romantische Liebein einem zarten Luft- und Glutü- Farbengcwebe aus cinerlichtkla-ren Morgenröthe kunstreich zur' Gestalt gebildet, zeigt, und derMahler Müller, in seinem Fragmente, der die Heilige als eineHüncn-lbngfrau vorn Riesengebirac in.lhlt. Unendlich bescheiden steht dasVolksbuch hinter diesen Effulqurationen der poetischen Kraft, aberm dem ruhigen, stillen, licbftckci! Gckcin, in dem eS strahlt, brichtderselbe poetische Geist, nur leise pboSpljorescirend hervor, der inTrecks und Müllers Werken in lichten Flammen aufbrennt undglüht. Das Volksbuch ist gearbeitet nach der Schrift des Paterl-errzicrs: l-'innocenccr eLoninie, das in einem pretiösen, geschraub-ten -r.one die Begebenheiten erzählt, und sich dabei auf des?irtoan>is St,kr-auisinnz, stkrJcri stZavrrria pia und Aubcrt le Mir^ ,7^rror>ico» hel^icirm L still. Esosare rrikLirirurn r6z6, alsseirm b.ewLhrsrnänncr beruft. Der deutsche Bearbeiter, indem er das-auch zum Grunde legte, hat eine ganz verständige Auswahl undz'stvmmt"^ ^n Ton getroffen, der einer Schrift dieser Art
Gent (Gand), Hauptstadt der Grafschaft Flandern, eine fsr!. '^Ms-'baute Stadt am Einfluß der Lys, Lievre und Wser«" °re Sch.lde (51° 24' nördl. Br.). Die bindurchlaufenden Flüffk