Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Ereifknfeld Greifenstcin 905-

hätte Verzicht keiften können. Er wurde 1768 Professor Her neuenSprachen und Geschichte zu Cambridge , seine Gesundheit war aberschon so geschwächt, "daß er sich außer Stande fühlte, ohne Gehül-fen, die er salarirte, seinen Posten zu »ersehen. Er^starb den.gasten Juli 1771. ' Drvden, CollinS und Gray gelten für dasTriumvirat der brittischen Lyriker. Übertrafen jene ihn an Ho-heit, Pathos und Begeisterung, so übertraf er sie wieder weit anReichthum der Bilder, Gluth des ColoritS und Harmonie derVersbaues. Der Gedichte, die er hinterließ, sind wenige; aberjedes trägt das Siegel der Meisterschaft.

Greife »seid (Peter, Graf von), hieß eigentlich Schuh-macher, und war der Sohn eine» Weinhändlers zu Copenha-gen. Durch außerordentliche Lalent« stieg er unter König Fried-rich III. von Dänemark zum CabinetSsecretär, seit 1670 aberÜberließ ihm Christian V. die ganze Leitung der RegterungSge-schäste, erhob ihn zum Grafen von Greifenfeld, Grsßkanzl« undRitter vom Eiephantenorden. Der eben so rechtschaffene al« klugeMinister machte sich um die Staatsverwaltung auf vielfache Weiseverdient, und erlangte auch im Ausland ein so großes Ansehen,daß Kaiser Leopold I. ihn 1674 zum Reichsgrafen erhob, Frank-reich ihm die Cardinalüwürde, und Friedrich Wilhelm von Branden-burg die Jnse'l Rügen als ein Reichsfürstcnthmn anbot. Auf die-ser größten Höhe hatte man seinen Sturz bereitet. Unvermuthetward er im März 1676 verhaftet, und der König, den die Fac»tion einiger Großen bis zur Erbitterung getrieben hatte, ließden unschuldigen Mann das Schaffet besteigen. Seine Todesstrafewerd in lebenslängliche Gefangenschaft verwandelt, und dauertedreiundzwanzig Jahr«, ungeachtet der König selbst einst, bei En-digung einer wichtigen Deliberation, zu seinen geheimen Räthensagte; Jetzt versteht mein ganzer geheimer Rath nicht so viel, alsehedem ein einziger Greifenfeld. — Er starb den isten März 1694zu Drontheim.

Greifenstein heißt eine Felsengruppe von neu» oder zehnsenkrecht und freistehenden Eranilfellen im sächsischen Erzgebirge»Nur einer von ihnen kann ohne Gefahr bestiegen werden. Unge-fähr vier Stunden südlich von ChemniH liegt in einem ziemlicheinförmigen Lhale das kleine Bergstädtchen Lhum. An derSüdseite desselben erhebt sich ein Gebirge, auf dessen Rücken sichder dichte Freiwalb hinanstreckt. In der Mitte dieses Waldes er-hebt sich «,ne Felfengruppe, welcher man sich nur dann, wen»«an in einer weiten Strecke von Granitblock zu Granitblock, wo-mit sich die ganze Gegend bedeckt, gesprungen ist, nähern kann.Hat man diese Hindernisse überwunden, so ist man aber auch. füralle vorhergegangene Beschwerlichkeit des Wegs durch den Anblick^ ungeheuern Grünitmaffen, die wir Betten über einander ge-schichtet sind, und, oft nur von einem kleinen Klumpen-ehalten,»cn Einsturz z, drohen scheinen, hinlänglich belohnt. Wilde Ge-sträuche und kleine Fichten drängen sich aus den Spalten der Fel-imwsnde hervor, und erhöhen den schönen romantischen Anblick.7?" ''"Felsenhöhlen nisten zuweilen Raubvögcl, die mit furchter-Geschrei die Gegend umkreisen, wenn sie etwas in ihrerlliuhe stört. E^e Bergstraße führt aus dem Städtchen Lhumaus den Freiwalb, zieht sich nur kurze Zeit auf .dem Wege"«h Stollberg hin, und verliert sich endlich in mehrere Holzwege