z»ö8 Großbritannien Grübe!
^Großbritannien. Ein imJahr i8i2 mit den vereinig-teil Staaten von Nordamerika entstandener Krieg wurde durch denFrieden zu Gent (den 2gsten Dec. 1814), nicht ohne Vortheil fürNordamerika, geendigt. Durch die größten Anstrengungen ist Eng-land aus dem großen Kampfe siegreich gegangen. Der pariser Frie,den vom Aosten Mai 1814, der durch den neuesten vom Listen Rov.I8k5 bestätigt worden ist, hat ihm ben Besitz der, seiner Sagewe--en, sehr wichtigen Insel Malta, und der in andrer Rücksicht ebenso wichtigen Inseln Labago, St. Lucie und Jsle de France, gegenZurückgabe der übrigen Eroberungen an Frankreich, zugesichert.Aber England suhlt jetzt auch allerdings die Folgen, die ein so lang«und erschöpfender Krieg unvermeidlich nach sich ziehen mußte.
Trpßgörschen (Schlacht von), am 2ten Mai iziZ, kLätzen.' . /
Grübe! (Johann Konrad), Bürger und Stadtflaschner zuNürnberg, war den zten Juli 1736 daselbst geboren. Von seinemVater, ebenfalls einem geschickten Flaschner, lernte er mancherleikünstliche mechanische Arbeiten verfertigen, welche zum Theil nachItalien in Kirchen und auf öffentliche Plätze gekommen sind.Vorzüglich aber ist er durch seine, in nürnberger Mundart(4 Bde, von I7Y8 — I8i2, der letzte Band herausgegeben vonI). Dstcrloh und Witschel) dem Publkcum als ein naher Gei-stesverwandter seines wackern Sandmannes, HannS Sachs, rühm-lich bekannt geworden. Nach einem thätigen und einfachen Lebe»^starb er am 8ten März jMy. Ist es wahr, was einige Freund»--die den wackern Mann persönlich gekannt, UnS versichern, da-!man ihn kenne, wie er leibte und lebte, wenn man seine Gedichtskenne; so lernen, wir damit zugleich Grübeln den Menschen vonseiner interessantesten Seite kennen. Wenn, sagt Göthe, See Dich-ter überhaupt vor vielen andern darin .einen Vorzug hatz'daß «M.it Bewußtsein ein Mensch ist ; so kann man von Grübeln, sage",«r habe einen außerordentlichen Borsprung vor andern seines Glei-chen, daß er mit Bewußtsein «in nürnberger ,Philister ist. Ersteht wirklich in allen seinen Darstellungen und Äußerungen als ei»unerreichbares Beispiel von Geradsinn, Menschenverstand, Scharf-blick, Durchblick in seinem Kreise da, daß er demjenigen, de«bisse Eigenschaften zu schätzen weiß, Bewunderung ablockt, KeimSpur von Schiefheit, falscher Anforderung, dunkler Selbstbegnüg-saiykeit, sondern alles klar, heiter und rein. Die Stoffe, die erbearbeitet, sind meist bürgerlich oder bäuerisch, und er versteht dieVerhältnisse der Männer und Frauen, Ältern und Kinder, Mei-ster, Gesellen, und Lchrbursche, Nachbarn, Nachbarinnen, Bette»«üb Gevattern, so wie der Dirnstmägde, der Dirnen, in Gesprä-chen oder Erzählungen auf das lebhafteste und anmuthigste vorA»-gey zu stellen. Manchmal ergötzt er sich an mehr oder minder be-kannten VademecumSgeschichten, bei swelchen aber durchgängig di«Ausführung de« Details im Hinschreiten zu der letzten Pointe altbqS Vorzüglichste und Eigenthümlichste anzusehen ist. Andere Ge-dichte, wo er sein persönliches Behagen bei diesem und jenem Ge>,Üß. ausdrückt, sind höchst angenehm und sehr gefällig ist es, da?d«ij Dichter, mit dem besten Humor, sowohl in eigener als dritterPepsoy, sich öfters zum Besten gibt. Daß ein so geradsehendec,«ohld'cttkender Mann auch in das, rvaS die höchsten Stände überihm vornehmen, einen richtigen Blick haben, und manchmal ge-