Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
922
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-rr Hattdelsbila«t

gleichen, der österreichische Kaufmann wird für sekn Quecksilbernicht weniger Caffc« annehmen, als dieser mit Einschluß derCvmmrrzkosten ihm in seinem Waarenlager werth ist, aber derbrittische Kaufmann wird doch nicht für roo,exx> Thlr. Caffee her-gegeben haben, so wenig er für 100,000 Thlr. Quecksilber empfan-gen Hat, unter beiden Summen «erden vielleicht is.ooo Thlr,Commerzkosten, stecken, welche »um Theil fremde Rationen, zumTheil die österreichische mittelst deß Transport- gewonnen haben,ä) die Zollrrgister enthalten selten eine genaue Angabe, in wiefern die Waaren bestimmt für ein gewisses fremdes Land geladenfind, oder von ihm kommen. In den englischen Sollregistern stehtz. B. die Einfuhr der Waare aus Deutschland tief unter der Ein-fuhr der Waaren ans England nach Deutschland; dies« Angabenfind aber falsch, denn auf Deutschland sind die Waaren gerechnet,die gar nicht in diesem Lande bleiben, sondern auf den leipzigerMessen nach Polen, Rußland, Ungarn und der Türkei, so wieauf den frankfurter: Messen nach Italien, Frankreich und derSchwer'» dcbitirt werden, dahingegen stehen die deutschen Waaren,welche den Rhein hinab durch Holland nach England gebracht wer-den, in den englischen Aus. und' Einfuhrlisten als Einfuhr vonHolland und nicht von Deutschland; e) nur in einem Inselstaat«könne» die Zollregister über AuS- und Einsuhr einigermaßen rich-tige 'Data liefern, in Eontimmtslstaaten hingegen Muß der Ber-kehr dkr GrLnzbcwohner alle Berechnungen in dieser Hinsicht un-sicher machen. 2. Der Wechselkurs; auch dies Mittel ist un-fähig zur Erreichung des beabsichtigten Zwecks, denn ») der Wech-selkurs kann allenfalls die Zahlungsbilanz oder das Verhältniß desDebet und Credit zwischen zwei Plätzen anzeigen: aber darausfolgt nicht, daß er auchedr'e Handelsbilanz anzeige; denn die Bi-lanz der Zahlungen zwischen zwei Plätzen richtet sich nicht ledig-lich nach dem Handel, den beide mit einander führen, sondern br-'stimmt sich oft auch zugleich durch den Verkehr, den jeder dieserPlätze mit andern Plätzen treibt. So bezahlten z. B. anfangsdie Engländer vor der letzten KriegLepoche ihre Schulden in Deutsch-land, besonders in den Hansestädtcn, vorzüglich mit Wechseln aufHolland, nachher hingegen bezahlten sie dieselben größtentheilsmit Wechseln auf Hamburg, b) Wechselbriefe sind der Gegenstandeines besondern -Handels geworden, der darin besteht, daß stiandergleichen Briefe an Mätzen, wo sie wohlfeil find, aufkäust undnach Plätzen, wo sie theuer sind, zum Verkauf hinschickt, um ander Differenz bis Curses zu gewinnen. Wegen diese« Wechselhan-dels» der seiner Natur nach die Curse an allen Handelsplätzen inein Gleichgewicht zu stellen strebt, kann der CurS zwischen zweisegebne.n Plänen Nicht mehr das Verhältniß ihrer gegenseitigenExporten und Importen anzeigen, c) Die gewöhnliche Methode,den Wechselkurs zu'berechnen, ist so mangelhaft, daß sich aus derDifferenz zwischen dein auf solche Weise berechneten Pari und demjedesmaligen Curse gar nicht genau das wirkliche Verhältniß desDebet und Credit zweier Länder oder ihrer Zahlungsbilanz erken-nen läßt. — Bei dieser Unzulänglichkeit der Mittel zur Ergrun-dung der Handelsbilanz eines Landes müssen auch alle Folgerun-gen, welche in staalswirthschaftlicher Hinsicht daraus gezogen wur-de», höchst schwankend und trüglich seyng wirklich hat auch einegenauerr Analyst der Natur des Hansels überzeugend gelehrt, daß