HS4 Harrwig
der Propyläen sehr günstig beurtheilt worden ist. Eines seinerfrühesten Gemählde, wodurch der junge Künstler die Aufmerksam-keit auf sich zog, wer ein im Jahr iZo.z in Rom ausgestelltesallegorisches Gemählde, Eros und Anderes, dann erschien seinLneas, ein nach Petersburg gekommenes Gemählde, welchem vonGothe in der Schrift: Winckelmann und sein Jahrhundert,"«in gutes Lob ertheilt wirb. Nach seiner Rückkehr aus Italien,und nachdem er sich hererrs nach Dresden gewendet harre, hat seineHebe und seine drei Marien, welche nebst andern Gemählden die-ses Künstlers in den Besitz des Herzogs von Dessau, seines großenGönner«, gekommen find, großen Beifall erhalten. Spät.r sahman auf, den Kunstausstellungen in Dresden von ihm einen Chri-stus am Olbcrge, und den Erlkönig nach GLthe's Dichtung. Seinvorzüglichstes Gemählde aber, der Abschied des Hecto.r, war 1812in Dresden ausgestellt; es hat daselbst ungetheilten Beifall ge-funden, so wie ein im Jahr 1814 erschienenes, aus der Offenba-rung geschöpftes, und auf die neuesten Zeitereignisse anspielendesBild, als geistvolle Composttion die Aufmerksamkeit auf sich zog.Hartmann ist jetzt Professor bei der dresdner Mahlerakadcmi» undMitglied der Akademie zu Stuttgart. Er ist ein sehr untecrich-'teter, fleißiger, geistvoller Künstler. Seine Composttion ist ge-wählt und studirt, die Anordnung meist einfach, doch nicht arm,fern Colorit kräftig und besonders in seinen neuesten Arbeitenwahr und warm. Seine Gewänder sind in großem Styl und gutgeworfen, seuie Zeichnung richrig und edei. Am meisten vereintfindet man diese Schönheiten in dem oben erwähnten Gemählde,der Abschied des Hector. Ll^.
Hartwig <Kr:ederik« Wilhelmine), königl. sächsische Hof-schauspielerin. Sie ward zu Leipzig im Jahre 1777 geboren, woibre Ältern, die Schauspieler Werthen, eben durchreiften. IhreMutter »erheiratsiete sich nach Ableben ihres ersten Mannes miteinem Schauspieler Felbrig, und die Bildung der jungen Künst-lerin ward auf den Norddeutschen Theatern in Königsberg, Tilsit,Dayziq u. s. w. unter der Leitung ihrer Ältern begonnen. Siewar zuerst als Kind Tänzerin, ging dann zur Sängerin über,trat aber schon in: lrpten Jahre in größer» Rollen als Schauspie-lerin aus, wovon in der zartesten Blüthe ihrer Jahre Marionein GottcrS Trauerspiele gleichen Namens eine der ersten war.Hier genoß sie der Freundschaft und des Unterrichts von TheobulKosegarten und dem Verfasser der Söhne des Thales, sy wie vondem verewigten Kernow, dem sie ungemcin viel verdankte; auchder große Engel beehrte sie, als sie, ein Mädchen von is Jah-ren, eine Zeit lang in Berlin verweilte, mit dem Einstudieren ei-niger Rollen. Schyn früh eine sehr brave Künstlerin, verbandsie sich im sechzehnten Jahre mit dem Schauspieler Hartwig inHannover, und lobte mit ihm dort, so wie auf den Bühnen vonÄremen und Pyrmont. Im I. 07^6 wurden beide für das chur-lucsil. Hofrheaier zu Dresden gewonnen, da aber Hartwig für-ein Talent keinen weiten Wirkungskreis daselbst fand, so verließer bald diese Bühne, und ward Regisseur in Cassel, wo er spä-terhin oom Treafer zurücktrat, und im Jahre 1314 auf.einemLandgut« alt Okonory starb. Seine Gattin aber, welche in da«/fach der erst;» Liebhaberinnen, welches vorher Sophie AlvrechrVfUeidet«, eingetreten war, blieb in DreSben, und erwarb sich