Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
925
JPEG-Download
 

Hsuz 92z

bald als ausgezeichnete Künstlerin die allgemeine Siede und Ach»tung des Publicums-, weiche sie noch bis jcni genießt. Durch denTanz war ihr Körper zu Anstand und Grazie gebildet worden,die Natur hatte ihr ein wohlklingend.«, verständliches Organ vongroßem Umfang« gegeben, durch Fleiß und Talent bildete sie diegeistigen Anlagen immer mehr aus, und 10 ward'sie eine der vor-züglichsten Schauspielerinnen, die nicht nur in Dresden und Leip-zig, wo die'Hofgesellschaft abwechselnd spielte, sondern auch al-lenthalben, wo sie Gastrollen gab, geachtet miv bewundert wurde.Ihre Kunst ist so vielseitig, daß es schwer ist zu bestimmen, s>sie im Lust- oder Trauerspiele den Borzug Verdi,»e. Die Ge-wandtheit ihres zarten Körpers, das Lebendig« ihres Auges, eineerfreuliche Naivetät ihres ganzen Wesens, scheinen sie für da« er-stere zu bestimmen ; die große Kunst der richtigen Dcclamalion nie-tiischer Dichtungen, die Tiefe ihre« Gefühl« und das Gehalteneihres Tone, geben ihr dagegen gegründeten Anspruch auf aus-zeichnendes Lob in dem letztern. Sie war, da bekanntlich Schil-lers Jungfrau von Orleans zuerst auf dem Theater zu Leipzigausgeführt ward, die erste, welche die Rolle der Johanna d'Lccgab, und Schiller, bei der Vorstellung zugegen, gab ihr seine in-nige Zufriedenheit mit ihrem Spiel zu erkennen. So ihird siedenen, die das Glück genossen, sie zu sehen» immer in dieser Stolle,wie in Maria Stuart, Thekia, Lmalia u. s. w., so wie in demheitern Gebiete der Bühne, »n den Mädchenrolicn des Kindes derLiebe, des Berufs, der Unglücklichen, Reue und Ersatz, offneFehde u. s. w. in freundlicher Erinnerung bleiben. In diesem ge-genwärtigen Augenblicke sich mehr zu Charakterrollen und denender Mütter wendend, gab sie schon als Orsine, Mnlford, Jsa-bella, Lady Macbeth und Rolvgune, so wie als Lanorathin Duc-lach, Großmama, Oberförster,» u. s. w- die sprechendsten Be-weise, wie sehr ihre Kunst uns auch hier die trefflichste», wahr-sten und ergreifendsten Gedulde vorzurufen im Stande sen. VV'i;

Haug (Johann Christoph Friedrich), rühmlich bekannt olSLieder- und Epigrammenduhter, ist geboren 17Ü1 zu Niedecstszin--en im wirlembergischcn Oberpinte Alpeck. Er erhielt von seinemBater, der Pfarrer in Msgstott war. den ersten Unterricht, be-suchte später die lateinischen Classen in LudwigSburg, wo er durchseinen Lehrer, den Oberpräceptoc Winter, Freude an lateini-schen Versen gewann, sodann Las stuttgartcr Gymnasium, undstudirte auf der hohen Carlsschule die Reckte) Bei der. sei'erlichenjährlichen Prüfungen erhielt er in der phiiosöplischen Geschichte,der Optik, der Experimentalphysik, den römischen Alterthümernu. st w. nach und nach dreizehn Preis - Medaillen, und zrtietzt dknakademischen Orden. Hier lebte er in vertraluer BekanntschaftMit Hopcn, Peter sen, Schiller u. a., und rffischied sich(einer Prophezeihung in Versen auf seines Vaters Hochzeit ge-mäß) für Poesie. Da ihm zunächst Epigranirnendickter zur Haridkamen und dadurch eine reiche Ader epigrammatischen WitzeS, diesich seitdem in unversiegesidcr Fülle ctgvssen Hut, in ibm a»gr-rkgt wurde, so bearbeitete er hauptsächlich diese Gattung, underwarb sich sie» Ruhm eine« der vorzüglichsten deutschen Kpia>aU>-matiker, AVer auch tu der Ode, sowohl der ernsthaften als derS-muthlickrn, versuchte er sich mit Erfolg. Überdies besitzt er nri,eltenes Talent Imprsvijir«»; Nach 'achthülbiLtzrigem Ausenl-