Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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938 Houds« Hoym

Donapartt's und seines Systems, veranstaltete er Übersetzung undVerbreitung der Schriften von Lcvallos über die Vorgänge inBayonne, über die Beraubung und Gefangenschaft des Papstes,Über den Veodeekrieg. Er war die Seele aller geheimen Einver-ständnisse und Vorbereitungen zttr Jnsurrection in Tyrol. ImDecember igoy ertheilte ihm der Kaiser den Leopoldsorden, zurBelohnung seiner Verdienste um das von ihm ganz neu orga-Visirte, und um mehr als das fünffache vermehrte geheimeStaatsarchiv. 1809 wurde er zur Armee von Inner-Österreich un-ter den Befehlen des Erzherzogs Johann bestimmt, mit der schwie-rigen und gefahrvollen Aufgabe, wie früherhin der Einleitung,so nun auch der Ausführung der Jnsurrection in Tyrol und Bor?arlhcrg. Er trat an die Spitze der Landesbewaffnung und Landes-verwaltung, und führte dieselbe unter großen Hindernissen undGefahren, fast ohne Mittel, meist in verzweiflungsvoller Lage, v«mFeind in die Acht erklärt, und noch lange nach dem Frieden mitgränzenloser Erbitterung verfolgt, mit großem Erfolge fort, bisder znqimer Waffenstillstand die überaus schmerzliche Räumung Ty?roltz und Vorarlbergs gebot. Im September 1809 wurde er wirk-licher .Hofrath, trat zugleich mit dem Minister Grafen Stadion aus idem Ministerium der auswärtigen Geschäfte, von nun an ausschließ- jdich dem geheimen Centralarchiv« geschenkt, und zahlreichen histori-schen Arbeiten ganz hingegeben- Es ist bekannt, daß seltsame po- >litische Verwicklungen ihn I8IZ, als über Bonaparte's Rotten dasGottesgericht auf Rußlands Eisfeldern erging, den Appellations-rath Schneider und viele andere Lyrofer und Voralberger inStaatsgefangenschast und Exil brachten. Im August 1815 er-nannte ihn der Kaiser zum Historiographen des Reichs und deskaiserlichen Hauses.

Houdon (I. A.), einer der vorzüglichsten neuern Bild-hauer der Franzosen Insbesondere machte er sich hurch die BüsteBoltaire's im Theater Fran^oiS in Paris berühmt, wel-che man für eine der schönsten Arbeiten der neuern Sculptur hält.Außerdem hat man von ihm eine Statue von ,Tourville, eineDiana, und eine Irlonss (Nähtcrin), die als Meisterwerke betrach-tet werden. Er war Mitglied des Instituts u- s- w.

Hoym (K. G. H., Graf von), königlich preußischer dirigi?render Minister in Schlesien, geb. am Losten August 1739 zu Po*ploz in Hinterpommern, und gest. den Lüsten Hctyber 1307 S»Dyrnfurth bei Brsslau, einer her tüchtigsten Geschäftsmännerdes preußischen Staats unter der langen Regierung Friedrichs desGroßen. Er begann seine Studien auf dem königsberger Gymna-sium, und setzte sie fort auf der Universität zu Frankfurt an derOder. 1761 ging er auf eine kurze Zeit zum Militär, trat aberbald in die Verwaltung, und zwar zum Finanzfqch über. Erstieg schnell empor; schon 1762 wurde er zum Kriegs- und Do-mainenrath befördert, 1767 war er bereits geheimer Rathzweiter Kammerdirector. 1768 wurde er Friedrich dem Große»persönlich bekannt, und dadurch für seine höhere Laufbahn derGrundstein gelegt. Schon im folgenden Jahre ernannte >!>»

Friedrich zum Regierungspräsidenten in Eleve, und nach demTode Schlabcrndorfs— des dirigirenden Ministers in Schle-sien — wurde er am igten Januar 1770 an dessen Stelle ernannr.Seine Administration dieser wichtigen Provinz der preußische