Hummel 9-jt
^ lichen schwachen Hoffnung nach, eben jene Polftik das leitende Prin-
> cip zu einem Weltfrieden werden sollte. Die neue glorreiche Epoche,
* welche für Preußen angegangen ist, und die bedeutende Stimme,
^ die es nun wieder in den großen europäischen Angelegenheiten
t führt, gibt uns keine'Hoffnung, daß Humboldt für seine Stu-
' dien, und besonders für Vollendung seiner reichen Spvachforschun-
' gen, bald hinreichende Muße finden werde. Er war seit der letz
ten großen politischen Wendung der Dinge bei dem Eongreß zu
> Ehatillon und dem Frieden zu Paris, welchen er zugleich mit der-
' Etaatskanzlet Hardenbcrg als bevollmächtigter Minister am zcrstcn
^ Mai 1814 unterzeichnete, beschäftigt; er war nachher bei dem
^ Eongresse zu Wien gegenwärtig und höchst thätig; jcl)t befin-
det er sich zu Frankfurt lus bevollmächtigter preußischer Ministerzur Berichtigung der Kcrrirorialangelegen heften in Deutschland.Mögen ihm wenigstens Stunden vergönnt seyn, wo er über ein-zelne philosophische und politische Gegenstände, über Erfahrungendes Lebens sich vernehmen lasse! Außer seiner Tendenz zur Gründ-lichkeit ist sein wesentliches Talent, eine Sache von den verschie-densten Seiten anzusehen, und die gewandteste Discusffon darüberzu führen. In seinen ehemaligen Aufsätzen in Schillers Tbaliaund den Hören schadet die Gründlichkeit mitunter der Leichtigkeitder Wendungen, und einer klaren, gefälligen Entwickelung. Dat-um fehlt auch die eigentliche Ökollomie des Styls. Nach solcherFortsetzung der Studien und solcher praktischen Thätigkeit, ist ge.wiß an die Stelle jener Mängel die cniflegengesetzte Lugend ein-getreten, und darum wünschten wir ihn wiederum in der Reiheder Autoren zu sehen.
Hum m e l (Johann Ncpomuk), einer der größten jetzt leben-den Clavierspieler und berühmter Componist, wurde am igftenNovember 1778 zu Preßburg geboren. Schon im 4ten Jayreerhielt er von seinem Vater Johann Hummel, der damals aufder Militärstiftung zu Wartberg als Musikmeister angestellt war,Unterricht aus der Violine, ohne besondre Fortschritte zu machen.Unverkennbar sprach sich aber sein Talent aus, als er im folgen-den Jahre im Singen und Clavierspielen unterrichtet wurde.! Afigung und Fleiß hatten ihn bald so weit gebracht, daß er beiKirchenmusiken auf dem Chöre mitsingen kannte, und auf dem, «laviere hatte er nach Verlauf eines Jahres solche Fortschritte
' gemocht, daß er unter den übrigen Zöglingen Borspieler wm.'d.
, Da Hummel noch den Privatunterricht seines Vaters genoß, sowar bei seinem ausgezeichneten Talent der Vorsprung, den er. vor allen übrigen Zöglinge» gewann, natürlich. Als Kaiser Jo-seph zwei Jahre später die warlberger Stiftung aufhob, wählteHllmmels Vater Wien zu seinem Aufenthaltsorte, wo er beidem neu erbauten schikanederschen Theater als Orchesterdirector! angestellt wurde. Der siebenjährige Hummel zog durch seine, fürdieses After außerordentliche Kunstfertigkeit die Aufmerksamkeitder Musikkenner auf sich, und man kam dem Wunsche seines ll a-j -ers, den hoffnungsreichen Sohn dem großen Mozart vorzustel>en, entgegen. Des unsterblichen Meisters Abneigung vor dem«nterr-chtgkbkn war bekannt, deßhalb ricth man Hammel, seift,en«whn einige bachsche Nondo's einftudiften zu lassen,, welche dieservann Mozart vorspielen wußte, und den Beifall dieses großenKenners in dem Grade erhielt, daß er sich selbst anbot, sein steh-