942
Hummel
der zu werten, unter der Bedingung, dass der Schüler ihm gLnz-lich übergeben werden und in seinem Hause wohnen müsse. Die-ses für den jungen Hummel so glückliche Ereigniß siel in jeinZeit, da Mozart seine drei großen Sinfonien aus Ls, 6 und6 moll schrieb. So oft er seine Freunde etwas davon höre»lassen wollte, müßte sein Zögling immer » gualre m-üns milihm den doppelten Baß aus seiner Originalpartitur spielen.Hummels Vater wollte seinen Sohn, nachdem er Mozarts Unter-richt zwei Jahre!ang genossen hatte, öffentlich hören lassen; al-lein Mozarr rieih es ihm ab, indem er sagte: „Der Prophetgilt nichts im Vaterland«; wachen sie lieber eine Reise mit ihm."Dieser Rath ward dankbar angenommen. Der neunjährige Hum-mel ging mit seinem Vater auf Neffen, er besuchte ganz Deutsch-land, Dänemark, Schottland (wo er seine ersten Kompositionen,Variationen fürs Pianoforte, ohne die Setzkunst studirt zu haben,in Druck gab), England und Holland. Überall ward er mit demausgezeichnetsten Beifall gehört; denn außer Mozart selbst hattees noch niemand in diesem Alter zu solcher Meisterschaft gebracht.Nach sechs Jahren kehrte er nach Wien zurück. Hier stüdirteer erst die Composition unter Albrechtsberger, welcher derLehrer der meisten neuern Wiener Cowponisten war. Hierauf genoßer einige Jahre hindurch den, in ästhetischer und dramatischer Hin-sicht äußerst lehrreichen Umgang und Unterricht Salieri's. DerOrdnung nach war damals Weigl der erste, Süßmayr der zweite,und Hummel der dritte Schüler Salieri's. igoz erhielt er aufHaydns besondere Empfehlung einen Ruf nach Stuttgart, alleindie Unterhandlungen wurden wieder abgebrochen. Bald darauf,als Fürst Nicolaus Esterhazy von London nach PariL zurückkani,büten dieser Fürst und der damalige Director der k. k. Hoftheater,Laron von Braun, Hummel zu gleicher Zeit Dienste an. Hummelzog die fürstlichen Dienste vor. Da der kunstsinnige Fürst Kirchen-musik besonders liebte, so fand Hummel eine gute Gelegenheit,sich auch in diesem Fache mit vielem Glück zu versuchen. Gleichfeine erste Messe erhielt den ganzen Beifall Haydns. Als später-hin eine Gesellschaft Kavaliere die k. k. Hoftheater übernahm, undFürst Esterhazy sich an die Spitze derselben stellte, fand HummelGelegenheit, Mehrercs Mit Glück fürs Theater zu schreiben, ign»erließ er die fürstlichen Dienste und privatisirte in Wien, wo ersich durch seinen Unterricht ein großes Verdienst um diese kunst-liebende Hauptstadt erwarb, indem er eine bedeutende Anzahl dervorzüglichsten Klavierspieler beiderlei Geschlechts bildete. Von ZeitZeit Macht? er kleine Reisen; noch im Jahre I8l6 besuchte erBerlin, Leipzig u. s. w., und wurde allenthalben als einer der er-ssed Klavierspieler, der mit einer außerordentlichen Fertigkeit einen«eeienvollen Vortksg verbindet, anerkannt und bewundert. Seitdem Oktober rsiiä steht er als Kapellmeister in königlich wirtem-d-raischen Diensten. Außer vielen Variationen, Sinfonien, Fugen,Sonaten, Lrio's, Rondo's, Phantasien, Romanzen, L-eoern,«atoourris, auch einer großen Anzahl Kirchenmusiken und allenEstlungeü von Tanzmusik hat er folgende größere Werke ccmp°-nilt! ttekLno m kams. Ballet; das belebte Gemählde. B-ll-t;Lad der Freundschaft, Kantate mit Chören; Drana e p.iiäimi-me-° ^ 0' _ ! , >/ Vicmi-r« tk'akn-vi'«-, Ozmi'.a ku.tla. IN 2!cr in Z Acten; das Haus ist zu verkaufen,
italicniswe Kantate;Asten; Mathilde, L