Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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956 Klaproth Kommerzielle Prvduction

chKIaproth (Martin Heinrich). Er endigte sein rühmlichthätiges Leben am isten Januar i8)7, nachdem er ein Jahr frü-her nur mit Mühe von einem Schlagflusse wiedergcnesen war.

chKlaproth (Heinrich Julius von). Er besuchte darüuf Ita-lien und Frankreich, wo ihm in Paris seine Lxäcurion äe 1'Au-tomne, eine polemische Schrift, in allerlei Händel, nament-lich mit Langles verwickelte. Von dort ist er nach England ge-gangen. > M.

Knipperdolling, s. d. Art. Wiedertäufer.

Kommerzielle Prvduction (in der Staatswirthschaft)ist diejenige Kraftäußerung, wodurch Güter oder Genußmittel vonderen Erzeuger an den Verbraucher gelangen. , Der Kommerz oderHandel befördert .weder genießbaren Stoff, oder dem Stoffe ent-rissene Gütex in ihrer ursprünglichen Gestalt zum Genuß, wie eidie Urproduktion thut, noch gibt derselbe dem ungenießbaren Ur-stoffe die Form und damit die Eigenschaft der Genießbarkeit, wie«s bei der industriellen Prvduction der Fall ist» aber er beförderteinen genußfähfgen Stoff zu einem Genusse, der außer der zu die-ser Beförderung verwandten Kraft nicht Statt gehabt haben wür-de, und eben darum ist derselbe in nationalwirthschaftlichem Sinnewahre Prpduction. Der Urproduccnt nämlich so wio> der indu-strielle Producent hört in dem Augenblicke auf, das Eine oderAndere zu seyn, wo er Andern sein Product mittheilt, und erkann es auch ohne Stillstand seiner Arbeit höchstens nur feinennächsten Umgebungen mittheilen, daher muß eine dritte Kraftäu-ßerung zur Austheilung und Verbreitung der GenUßmitteC'Stattfinden, welches die kommerzielle ist. Der Sinn des Handelsist kein anderer, als die Erzeugnisse der Natur und der mensch-lichen Arbeit allen Völkern und Meyschen gemeinsam zu machen,d, h, einem jeden Menschen Gelegenheit zu geben, die ganze Sin-nenwelt, in so fern sie dem Menschen überhaupt zugänglich ist,in so weit zu gebrauchen, als die Eigenthümlichkeit seines We-sens ihrer bedarf. Gewöhnlich wird der Umsatz oder Umtauschder Genußmittel als das Princip des Handels dargestellt, jedochnicht ganz mit Recht; denn die Austauschung der Waaren ist janur das Mittel, nicht das Wesen des Handels. Nicht der Tausch«n sich producirt und vermehrt den Reichthum, sondern det Zu-wachs, an Werth, welchen die Genußmittel durch die Verpflan-zung von dem einen Orte zum andern erhalten, ist eS, was diesewohlthätige Wirkung hervorbringt. Auf doppelte Weise trägt derHandel zur Vermehrung des Nationalreichthums bei, unmit-telbar und mittelbar. Die unmittelbare Wirkung des-selben besteht in der W erth erh ö h u n g der bereits vor-hqy denen Genußmittel, die mittelbare hingegen in derHcrvoxbringung neuer Genußmittel durch Unterstützungund Belebung der Urproduktion und des industriellen Gewerbflfl-ß«S. WaS zuerst jene unmittelbare Wirkung auf den Rario-nalrcichthum betrifft, so besteht ö,e durch den Handel hervorge-brachte Wertherhöhung der bereits vorhandenen Genußmittel theilsaus dem Lohne aller mit der kommerziellen Produktion beschäftig-ten Arbeiter, also euch der Schiffer und Fuhpleute, welche denWaarenrransport besorgen, tbeils aus den Zinsen und Gewinnstcnder im Handel angelegten stehenden und umlaufenden Kapitale.Geblendet von diesen in der That nicht unbedeutenden Vortheilen,