KislariAga
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den soll. «Mich trug kein Kiel durch die Wogen" (Doß). —Kielwasser ist die ziemlich lang« sich erhaltende, sichtbare Fur-che, welche der Kiel beim Saufe des Schiffs itn Wasser hinter sichläßt, und die selbst bei hoher See fast ganz eben und ruhig ist,so daß ab- und zugehende Böte sie gern benutzen. — Kielrechtwerden die Abgaben genannt, welche Schiffe zahlen müssen, wennsie zum ersten Male in einem Hafen ankern. — Kielherr ist soviel a!S Schiffer. — Kielen heißt ein Schiff mit einem neuenKiele verseben, ist auch mit kielholen (das Schiff auf die Seitesegen) gleichbedeutend; dann sagt man es von Vögeln, welche Kielebekommen; und endlich von einem Flügel (das Musikinstrument),den man mit neuen oder zum Theil neuen Kitlspitzchen versteht,wo man auch bekiclen, befiedern gebraucht. — Kielholenoder kielen heißt ein Schiff so auf die Seite legen, daß manzum Kiele kommen und diesen ausbessern, oder den untern Theili Schiffbauch« kalfatern, oder mit Kupfer beschlagen, «der eineander« Reparatur daran vornehmen kann.— Kielholen, Kiel»haalen ist in der Seefahrt eine Strafe, welche zunächst auf die-Todesstrafe folgt, und wobei das Leben immer auf dem Spielesteht. Sie. ist von den Holländern zuerst gebraucht, jetzt aber-,«Users Wissens, allgemein abgeschafft worden. Der Verbrecherwird in «inen bleiernen Brustharnisch gesteckt. An diesem find hin-ten zwei starke. Seile befestigt. Über dem Kopfe hängt er an ei-gnem andern Seile, welches durch Körbe an der Seite des.Schiffs so tief inS Wasser läuft, daß der Mann, ohne anzu-Hoßrn, unter dem Kiel durchgehen kann, welches man an einemSeichen erkennt. Er erhält in die linke Hand eine, mit etwasLuft gefüllte Blase an einem Federkiel, den er zum Athemholenin den Mund nimmt, und in die rechte wird ihm ein mit Öl ge-tränkter Schwamm gebunden, den er vor die Rase hält, damitihm kein Wasser in den Leib dringe. An die Füße werden schwereGewichte gehängt. Nun läßt ihn die am Seil comMandirte Mann-schaft bis auf die gehörige Liefe inS Wasser hinunter. Dann er-greifen ihn die unten in 2 Schaluppen haltenden Leute an denStricken am Rücken und ziehen ihn daran dreimal unter demKiel d-4 Schiffs hindurch und wieder zurück. Hier ist die Haupt-gefahr; denn, wenn die Soldaten ihn nicht so vorsichtig ziehen,daß er tief genug unter dem Kiel hinwegkömmt, so stößt er andiesen und zerschmettert sich den Kopf, was besonder» bei zu gro-ßer Schnelle leicht geschieht. Daraus wird er rücklings in dieSchaluppe gelegt und mit Spiritus gelabt. Dieß Verfahren Mußer dreimal ausstehen. Zum Beschluß wird er an den hinter»Mastbaum gebunden, und erhält noch, nach Bestimmung der Sen-tenz, eine Anzahl Gcißelhiebe, welche bis auf roo gehen können.— Figürlich sagt man auch wol Jemand kielholen für: ihn be-sonders hart und grausam strafen.— Kirlkropf heißt der Kröpfau der Kehle, vorzüglich wenn er schon bei der Geburt vorhanden^Tuch nennt man ein damit behaftetes Kind Kiel kröpf. Gemei-ne, unwissende Leute halten solche Kinder für untergeschoben undbrauchen den Ausdruck mit Wechselbalg gleichdeutig,
Kislar-Aga, das Oberhaupt der schwarzen Verschnittenenam Hofe des Sultans, und Oderaufseher über den Harem, nichtminder Vorsteher der Moscheen und milden Stiftungen — welcheram Hofe der Kaisers eine sehr wichtige Rolle spielt.