984 Ludwig Bo»aparte Lyn«vs
Erst Ludwigs XVIII. Tod wird entscheiden, ob sein Geschlecht aufdem Throne von Frankreich sich behaupten wird.
Ludwig Bonaparte, Exkönig von Holland, geboren zuLjaccio den stcn Sept. 1778, war der vierte der bonapartischenBrüter. Er kam jung nach Frankreich, und sobald sein BruderNapoleon General wurde, umfaßte er ebenfalls die militairisch«Laufbahn. Zu den italienischen Fcldzügen begleitete er Napoleon,ohne sich jedoch auszuzeichnen und bemerkt zu werden. Indessenavancirte er zum Brigadegeneral, wurde zu einigen diploma«tilchen Sendungen, wie nach Berlin, wo er sehr üppig lebte,gebraucht und heirathete 1802 die Stieftochter Napoleons, Hör-tcnsia Beauharnoi«. Die scandalöse Chronik behauptete einegalante Verbindung zwischen dieser und Napoleon, und wollte Lud-wig nicht die Ehre der Vaterschaft der Kinder seiner Ehe zugeste-hen. Auf alle Fälle trat zwischen beiden Ehegatten bald ein Miß-verhältniß ein und sie lebten ganz von einander getrennt. ZmJahre 1805 wurde er Generalgouverneur von Piemont, und altder batavifche Großpensionair Schimmelpennink im Jahre1806 wegen Erblindung resigniern wollte, benutzte Napoleon di«Gelegenheit, um seinen Bruder, allen Traktaten zum Trotze undganz dem Willen der Ration entgegen; derselben zum Könige auf-zudringen. In den 2 ersten Jahren seines Königthum« benahmer sich scheu, wankelmüthig und unentschlossen, indessen entwickelteer später große Energie und zeigte sich auf olle Weise thätig, daSWohl des holländischen Volks, so weit es diel unglücklichen Ver-hältnisse mit Frankreich und das Continentalsystem erlaubten, zubefördern, und dasselbe gegen die immer wachsenden Anmaßungenseines Bruders zu vertreten. Er zerfiel darüber auch ganz mit die-sem, wurde nach Paris entboten und e« gelang ihm nur mit gro-ßen Aufopferungen, für den Augenblick dem Herzen des Staatsnoch eine Art von unabhängiger Existenz zu erhalten. Indessenwar dieß nur vcn kurzer Dauer. Benachrichtigt, daß ein franz.Lrmeecorps unter Oudinot in Anmarsch sey, um Amsterdam unddie Küsten zu bcsencn, legte er die Regierung in der Mitte voni 3 io auf einmal nieder, setzte der Constitution gemäß seine übri-gens abwesende Gemahlin zur Rcgenrin ein und verließ ganz inder Stille, nur von zwei Vertrauten begleitet, Holland, und begabfl'h nach Lö plitz. Von hier wandte er sich späterhin nach Grätz,wo er den Wissenschaften lebte uad selbst einen (schlechten) Romanschnob, Nachher lebte er auch eine Zeit lang in der Schweiz, woer sich auch jetzt noch befindet, aber immer mit Napoleon entzweitund von seiner Gemahlin getrennt. Auch die zweite Usurpationseines Bruders änderte die Gesinnungen Ludwigs nicht und erfolgte kcinesweges der Umstimmung Lucians, der jetzt eine Stu-tzt Napoleons wurde.
Lyäo«, Lyäus, Löser, Befreier (von Sorgen und Grillen),Beiname des Bacchus, nicht zu verwechseln mit LycäoS, dem Ber-namen des Zeus (von dem Berge Lycäon in Arkadien), des Panund Apollo (letzterer heißt jedoch nach Andern vielmehr LykeioS«der Lykius.)
Lycien und Lycaonien, beides Landschaften in Kleinasien.
Lymphe, Lymphgefäße oder lymphatische Ge-fäße^ siehe d. Art. Säfte, Gefäße, Impfung.
Lynceur (Lynkeus), s. Danaiden.