Magie 9 89
lingSkrauteS fast unwiderstehlich zur Zanksucht, .die Saamen derDrrur» 6tr<>moniurn auf eine unwiderstehliche, aber lebensgefähr-liche Weise zur thierischen Lust aufreizen. Dem Magier, der sich,seiner Lehre getreu, nach allen Seiten von den Wesen einer gu-ten und bösen Natur umgeben sahe, deren jene, als Ausgeburtendes Lichts ihm im höhern Beruf seines Lebens hülfrcich beistanderrund begünstigten, diese ihm feindlich entgegenwirkten und wider-standen; dessen Pflicht es selbst war, seiner Seits die böse Naturzu bekämpfen und zu vernichten, die bessere zu pflegen, konnte r«nicht, gleichgültig seyn, welche natürlichen Dinge er durch täglicheBcrÄrung, oder in Speise und Trank mit sich in innigste Ge-meinschaft setzte. Wachsam enthält er sich vieler Dinge, und be-dient sich anderer aus entgegengesetztem Grunde. — Die Magie,in jener altrn Herleitung des Wortes, von Maja, Muse, pro-phetische Begeisterung, lehrte aber auch, im Hinblick auf jene mal.tendcn höheren Kräfte, aus denen die Welt der endlichen Dingehervorgeht, von denen diese in Hinsicht ihres Wesens und Schick-sals abhängen, in Zukunft und verborgene Bergangenheit schauen,und es gab hier ein höherer und niederes Hellsehen, höhere undniedere Magie, je nachdem der ewige Ursprung der Dinge als et-was Höheres und Geistiges, oder sinnlich, als körperlich walten-des Gestirn aufgefaßt wurde. Die Magier waren ferner, nach derAnsicht des Alterthums, bekannt mit jenen Naturwirkungen, wel-che, gleich harmonischen Tönen alle verwandten Saiten im Innernder umgebenden Natur aufregen; Gebieter und Herrscher auch deraußermenschlichen Natur, die sie, wie Orpheus durch seine Zauber-töne , durch die Kraft de«^ lebendigen Wortes zu ihrem Dienstenöthigten. Besonders traute man den Magiern einen Einfluß aufWitterung zu, und noch bis in die Neuesten. Zeiten herunter fin-den wir unter den wilden und halbwilden Völkern der verschie-densten Welttheile, Priester und Zauberer, welchen ein Vorher-sagungsvermögeu in Beziehung auf Witterungsvcrändcrungen undGewalt über dieselben zugeschrieben wird. Auch noch in den auf-geklärtesten Zeiten der Römer gab es Vorsteherinnen über denHagel, Abwehrerinnen desselben, welche die Regierung auf öffent-liche Kosten erhielt, und auch in ander» Überlieferungen aus jeneruntergeordneten und unechten Magie finden wir vieles Ähnliche.Die Magier wären ferner, so wie die Strahlen der alten undechten Lehre des MagismuS sich immer mehr entstellten und verlo-schen , bösartige, täuschende Zauberer. Unter andern spielten inder Magie, gemäß der Bedeutung det Wortes, in seiner Ver-wandtschaft mit der Liebesgöttin Maja, die Licbesrränke und Lie-beszauber eine ausgezeichnete Rolle, und die Magier und Magie,rinnen der untergeordneten Art bedienten sich zur Aufregung wil-öer Geschlechtsbegierden schon damals zum Theil solcher natürli-chen Mittel, die noch jetzt den Ärzten und Naturforschern in jenerBeziehung als wirksam bekannt sind, unter andern waln-schcinlichgewisser Pflanzengifte. Außevdiesen wurden Gegenstände vonzweifelhafterer Natur, z. B. Theile von jungen Thieren, welchein heftiger Begierde nach Luft oder Futter gestorben waren, Kör-per, welche von dem Speichel eines hungrigen, nach Fraß begieri-gen Hundes besteckt waren, und andere noch ekelhaftere Dinge zurBereitung jener Philtren oder Liebestränke gewählt^ deren spä-ter« Wirkung allezeit, wie die der St»chapfeisa»men und anderer