Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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996 Malchus

Königs offenbart habe. Dies entschied sein Urtheil. Er ward allBetrüger, verstockter Sünder und Verbreiter ketzerischer Lehren in»75sten Jahre seines Alter» verbrannt. (Vergl. d. Art. Pombal).

Malchus (Carl August), Graf von Marienrodc, Minist«der Finanzen und des Innern im ehemaligen Königreich Westpha-len, ist im Jahre 1779 in Mannheim geboren. Sein Vater warherzoglich zweibrückscher Burgvogt und Oberaufseher aller Herr,schriftlichen Gebäude. Der Herzog Carl, sein Taufpathe, be-merkte Anlagen in dem Knaben, und sorgte mit Theilnahme fürderen Ausbildung. Im iZten Jahre bezog er das bei dem Mann-heimer Gymnasium befindliche Convictorium. Nach zwei Jahrenging er auf die Akademien zu Heidelberg und Göttingen. 1790 warder, aus Pütters Borschlag, Privatsecretär bei dem zum Staatsmi-nister in Mainz ernannten Grafen von Westphalen. Hier bekamer wenigstens durch die verschiedenen politischen Correspondenzeneine sehr gute vorbereitende Ansicht des Geschäftsganges. Nützli-cher war für ihn seine Beschäftigung als Legationssccretär bei demGrafen, als dieser 1791 zum K. K. bevollmächtigten Minister amCuhrhofezu Coblenz ernannt worden, indem das doppelte Verhält-niß des wiener Hofes als Reichsoberhaupt und als souveraine Macht,der Aufenthalt der französischen Prinzen in Coblenz', der Reichstagund mehrere andere durch die besondern Zeitereignisse herbeigeführ-ten Umstände dieser Mission einen hohen Grad von Wickiügkett ga-ben. Er begleitete den Minister nach Niedersachscn und nach Wie»,und kehrte dann nach Hildesheim zurück, um den wegen der Neu-tralität des nördlichen Deutschlands versammelten Convent zu be-obachten, da, wegen Mißbilligung desselben von Seiten des kaiserl.Hofes, der Minister selbst sich hatte entfernen müssen. Er hat währenddieser Zeit auf ofstcielle Veranlassung mehrere kleine, auf die da-maligen Umstände und Ereignisse Bezug habende Schriften verfaßt.Im I. 1799 trat er als Domsecretär, Schatzactuar und Hofge-richts - Assessor in einen neuen - Wirkungskreis. Mit der erster»Stelle war zugleich die Verwaltung des Vermögens des Domca-pitels verknüpft, und als Schatzactuar war er dessen Eonsulent inden landschaftlichen Angelegenheiten. Als solcher führte er den be-kannten hildesheimer Bauernprozeß, den er, vorzüglich durch seineSchrift: „Über die Hochstift.-hildesheimische Staatsverwaltung,"glücklich beendete. Im Laufe desselben schrieb er »och zwei andereWerke, über den Prozeß selbst und über die Accise. Durch dieEinrichtung des Schulden- und Steuerwesens der Exemten erwarber sich ebenfalls ein Verdienst um die Verwaltung dieses kleinenStaats. Durch jene Schrift war er auch dem Berliner Cabinetbekannt geworden, und wurde, bei der Einverleibung dieses Staaliin die preußische Monarchie, zum Mitglied der Special - Orgam'srutions- Commission ernannt. Durch LieseAuszeichnung, so wie durchdie von ihm vollzogene Abschaffung der Klöster und Stifter, undendlich dadurch, daß seine Commissionsacten looo iiikti-ucciow«an die Organisations-Commissionen der übrigen Provinzen geschicktwurden, machte er sich in seinem Wirkungskreise sehr bemerkbar-Er bewirkte die Auseinandersetzung des Staats mit den Eremte»wegen der LandeSschuldcn nach den neuen Verhältnissen, regulirt«das Steuerwesen, und leitete die Errichtung eines stabilen, der denLandwirthen selbst etablirten vandmagazins ein, wodurch dem Sand«die freie Kornausfuhr erhalten wurde.' Dev König von Preupe«