Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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isoo Marchand MarcuS

diente einige Zeit unter der kaiserl. Leibwache in Rom, beschriebdie merkwürdigsten Begebenheiten von des Kaisers Neroa Tod bisBalcns in zi Büchern (die ersten iz find verloren), theils aus cige,ver Erfahrung, theils aus Urkunden und Berichten von Augenzeu-gen unparteiisch und mit Urtheil. Die Sprache ist barbarisch unddie Komposition oft sehr fehlerhaft. Erste Lusg. Rom 1474 toi.;eä> 6rynov. löyZ. 4. (s. römische Literatur).

Marchand (Thcobald), ein berühmter Schauspieler, welchersich um die deutsche Bühne große Verdienste erworben hak, wardzu Straßburg 17g» geboren, erlernte früher die Wundarzneikunstund practicirte in den Spitälern seiner Vaterstadt, dann sn Paris,soigts aber endlich seinem unwiderstehlichem Hange zum Theater,ward 1774 Director einer eignen Gesellschaft, und spielte in denvornehmsten Städten am Rhein. Der Churfürst von der Pfalz,Carl Theodor, nahm ihn 1776 mit seiner ganzen Ge ellfcha t infeine Dienste. Marchand begleitete diesen Fürsten auch 1778 nachMünchen, und wurde in dieser Stadt bis an seinen Tod 1302 be-wundert. Vorzüglich groß war er in der Geberdenkunst; seineGesten und Blicke swaren so sprechend, daß man ihn fast ohneKenntniß der deutschen Sprache verstehen sonnte, und in jede»Rolle zeigte er ein anderes Gesicht. Auch seine Gattin Magdalenageb. Brochard (starb 1794) war eine gute Schauspielerin.

Marchetti-Fantszzi, Sängerin bei der ehemaligen ital.Oper sn Berlin, jetzt in Moskau, geb. zu Venedig 1763; eine dergrößten Künstlerinnen, mit tiefer Musik begabt und Meisterin inder Ausführung. Ihr Ausdruck ist bewundernswürdig und vonwahrhaft tragischer Gewalt, sowohl im Gesänge selbst, als inder großartigen Deklamation und Activ», worin sogar Fleck dereifrige Bewunderer ihrer Meisterschaft war.

Marco da Sicna, eigentlich Marco Pino, ein berühmteritalienischer Mahler. Sem Lehrer war ein gewisser Macherino inSiena, sein Muster Michael Angelo; er begab sich 1556 nach Nea-pel und erhielt daselbst das Bürgerrecht. Da ihn sei» ZeitgenoßBasari nicht erwähnte, so entschloß er sich selbst, ein Buch über dieneapolitanischen Mahler zu schreiben. In Neapel arbeitet« er sein«vorzüglichsten Werke. Er starb 1536.

Marcu s (Adalbert Friedrich), fürstl. bambergischer und seitI 7 Y 5 särstl. würzburgischer Hofcath und Leibarzt, auch erster U-rigirender Arzt des allgemeinen Krankenhauses zu Bamberg, Di-rektor des Medicinalausschuffes, wurde den 2istcn November 175Zzu Arolsen in Westphalen geboren. Der berühmte Baldinger äh-nele schon bei seinem Aufenthalt? auf der Universität den unge-wöhnlichen Geist in ihm. 1778 kam Marcus nach Bqmberg, woer bald dem vortreffliche», um diese Stadt so vielfach verdientenFürstbischof Franz Ludwig von Erthal bekannt wurde und die ka-tholische Religion annahm. Als Leibarzt des Fürsten erwarb er sichum zweckmäßigere Einrichtung des Medicinalwesens in den Fur-fienthümern Bamberg und Würzburg großa Verdienste. Ihm ver-danken die Bäder von Lissingen und Bocklct ihre Wiederherstel-lung, und er war es vorzüglich, der den Fürsten zur Errichtungdes, nach seinen Ideen erbauten, berühmten Krankenhauses inBamberg bewog. Als Arzt mit seltenem, oft bis aus Wunderbaregränzenden diagnost schern Blicke ausgerüstet, und in seinem Heil-verfahren ebcy so sehr vvm Glück als vM. unbrdiptzten Vertrauen