Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
1023
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Medicin rorz

«ufzustellen. iy) Die pathologisch? Anatomie gibt Kundevon den mechanischen und Structurvcränderungen; 20) die patho-logische Chemie, wenn sie einst cxistivcn wird, von den Mi-schungsabweichungcn der Theile in dem krankhaften Zustande. —Aus derÄtiologie wird 21) die Anamnestik oder die Kunst, ausden vorhergegangenen Ursachen auf den gegenwärtigen Zustand zuschließen, und aus der Symptomatalogre 22) die Semiotik,Diagnostik, Prognostik. Die erste ist die Kunst, aus denSymptomen auf den Krankheitszustand; die andere die Kunst, beiähnlichen Symptomen auf eine verschiedene Krankheit zu schließen,schließen, Und die dritte endlich die Kunst, ouS der Vergangenheitund Gegenwart einen zukünftigen Zustand, den Ausgang derKrankheit zu errathen. — 2z) Therapie ist die Lehre von derHeilung her Krankheit, d. h, von dem Wesen, den Zeichen undden Ursachen der Heilpng, und sie erhält, indem sie dies leistet,gewöhnlich noch das Beuvoit der allgemeinen Therapie; 24)die specielle Therapie handelt von den einzelnen Krankhei-ten und ihrer Heilung. Dieser aber zur Seite stehend und man-uichfaltig in sie eingreifend erblicken wir 25) die psychischeHeilkunde, die sich mit den Geistesstörungen und der Artund Weise durch Einwirkung auf den Geist zur Heilung der Krank-heiten überhaupt beizutragen, befaßt; 26) die Chirurgie, wel-lte die mechanischen Krankheiten und die Art und Weise, durchmechanische Mittel Krankheiten zu heilen, betrachtet, und endlich2?) die ->IS öbstecricia, Accouchcment, die die Erleichterung, Be-förderung des Geburtsgcschäflcs zum Zwecke hat. — Gehen wirnun aber im Gegentheil von den äußern Mitteln zur Heilung aus,so erhalten wir 28) die inareika inestica, die den Begriff ei-nes Arzneimittels vorausschickend, die einzelnen nach irgend einerAnordnung betrachtet, von einem jeden aber die äußern Eigen-schaften und die Wirkunsart aus den OrganiSw angibt; an dieseschließt sich 2y) die Pharmacie, welche die einfachen Mittelaufzubewahren, und die zusammengesetzten, die immer in der Lf-stcin vorräthig (officinell) seyn sollen, zuzubereiten lehrt; und3 «) das Formulare an, als welcycS die Anweisung, in welcherForm die Arzneimittel am zweckmäßigsten verordnet werden; Zi)die Clinik oder medicinische Praxis benutzt denn endlich dieResultate aller dieser Poclrinen, und macht die Anwendung, ver-liert aber dabei die wissenschaftliche Form, und stellt vielmehrKunstregeln auf. — Endlich aber wird die Medicin auf sich selbstl bezogen Und auf die Art und Weise ihrer Ausbildung reflcclirtj und derselben nachgeforscht Z2) in der Geschichte und Literar-i ßeschrchte derselben; oder sie wird auf den Staat Und das Wohlj ber Bürger im Ganzen bezogen und wird dann Zzs Staatsarz-neikünde genannt, die in die medi ci nis ch e Polizei undS.erichtliche Medicin zerfällt; oder 34) Man sucht auch Laienbstses und jenes aus der Medicin mitzutheilen und stellt dann! ^ne populäre Medicin auf, von der wohl die Hebammen«

«ehre den wichtigsten Theil ausmacht.-' Schon die hi'stori-

lche Kenntniß dieser so zahlreichen Doktrinen setzt mancherlei Ta.»nte und Vorkenntnisse voraus; aber die praktische Anwendung°er hier erbaitenen Lehren oder die Ausübung der M'dicinischen! ^"st erfodert noch mehr. Wer sich daher der Medicin widmender prüfe sich, ob er die Nöthigen Eigenschaften zum Arzte> und d,e Vorkenntnisse besitzet! (s. d. Art. Arzt.) Zuerst aber soll