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Medici«
' «r sich einer guten körperlichen Gesundheit erfreuen, die freilichnicht immer Eigenthum des Gelehrten ist. Aber der schwächlichekränkliche Arzt wird vorzüglich unfähig, seine Bestimmung alsKünstler z» erfüllen. Gesunde und wo möglich scharfe Sinne,welche die Beobachtung erleichtern, sind ihm vorzüglich nothwen-dig. Unter den ge-A-gen, -ntellectuellen Eigenschaften ist keim,die ihm obne Nachtheil fehlen konnte. Aufmerksamkeit, Gedächt.niß, Einbildungskraft, gesundes Urtheil und Schlußkraft sollenschon bis auf einen gewissen Grad bei demjenigen gebildet sey»,der sich der wissenschaftlichen Medicin widmen will. In der Pra-xis aber soll ein jeder Arzt Humanität, Geduld, Sanftmut,Theilnahme an dem Schicksale Anderer, Leidenschaftlosiqkeit, Herr-schaft über sich und eine männliche Ruhe, Gemeinsinn'und Mora-lität mitbringen; daher soll er Menschenkenntniß, Klugheitund Gewandtheit im Umgänge mit Andern besitzen; überhaupt aberein lebhaftes Interesse fürPie Wissenschaft und Kunst mit demfür das Individuum zu verbinden wissen. — Was die Borkennt-riiffe angeht, so bestehen sie vorzüglich in der Kenntniß der beidenalten gelehrten, und einer oder einiger andern Sprachen, in derBekanntschaft mit der Geschichte, Ökonomie,'Mathematik und Phi-losophie. Es tragen diese Wissenschaften theils dazu bei, denGeist des Menschen auszubilden, ihn auf die Stufe der Bildungzu erheben, die schon dem angehenden Arzte Noth thut, theils istauch ihr Inhalt selbst für den Arzt von Wichtigkeit, und baldMittel zur ärztlichen Bildung selbst, bald selbst ein Stützpunkt,Basis derselben. — Auf Akademien wird gewöhnlich der mebleim-sche unterricht ertheilt, jedoch wird Niemand sich hier dem münd-lichen Unterricht« allein anvertrauen, sondern es muß zu diese«eine fleißige und gewählte Lectüre, so wie eigne Übung, Beobach-tung rc. hinzukommen. Die Zeit des akademischen Eursus ist auf4 bis 6 Jahre zu bestimmen, und auch um in dieser Zeit den Me-dicin. Eursus zu vollenden, muß man die einzelnen Wissenschaftenrecht ängstlich eintheilen. Folgender Studienplan scheint der zweck-mäßigste: Im ersten Halhjahre, welches am besten zu Osternanfängt, und vorzugsweise vorbereitend seyn soll, ist fortzusetzen:
». das Sprachstudium und ein kritisches Eoüegium über einen la-teinischen und griechischen Classiker zu hören; d. das Studium derschönen Künste und Ästhetik; c. Studium der Philosophie; nachder gewöhnlichen Einrichtung über Logik und Metaphysik zu hö-ren ; an diese aber muß sich das Studium der philosophischen Sy-steme vorzüglich der neuesten Zeit anschließen; ä. die Mathematik,
«. Botanik, die keine großen Vorkenntniss» voraussetzt; k. Sino-logie und Syndesmologie; n. medicimsche Encyclopädie und Me-thodologie, von einigen auch Propädcutik genannt. Das zweiteHalbjahr sey vorzugsweise der Betrachtung der leblosen Naturgewidmet. ». Die Anatomie und das Studium des menschli-chen Körpers in seinem todten Zustand ist die Hauptwisscnschaftfür dieses Halbjahr, daneben muß aber auch b. Physik, c. Che-mie, n. allgemeine philosophische R a tu r w i fsenschaft(als Vorbereitung zur Physiologie) studirt werben. Überdies kann«her die Logik und Metaphysik noch einmal oder über eine andrephilosophische Doctrin (Moralphilosophre, Ästhetik) oder über Ge-schichte noch ein Eoüegium gehört werden. Die Beschäftigungen dc»dritten Halbjahres find: s, Physiologie als Haupt»»!'
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