Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
1029
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Petersburg, Danzkg, Amsterdam, Hamburg, Bremen, Trieft, Frume,Bordeaux, Nanlcs, Livorno, Barcelona und in verschiedenen eng-lischen Häfen ein großer Mchlhandel getrieben. Rußland schicktviel Roggen- und Weizenmehl nach Lübeck, Bergen, ganz Däne-mark, Rostock, Drontheim rc. Auch Nordamerika, besondersPensylvanien und Reuyork führen viel Mehl aus. Das guteMehl muß schön weiß, trocken, und rein von Gerüche seyn, sichlange halten und im Brote gehörig aufgehen. Auch muß es trockengehalten und gut verwahrt werden, daß es sich weder erhitze nochdumpfig, oder vom Ungeziefer beschädigt werde. Sommerrog-gen m e h l ist weißer, als das vom Winterroggen. Spelzmehlist magerer als Weizenmehl und gibt kein so lockeres Brot.Kraftmeh l (Ammelmehl, weiße Stärke) ist das aus aufgequelltem,zerqueschtem und in Wasser ausgedrücktem Weizen und andern mehl-artigen Früchten gewonnene Satzmehl, welches'man nach ausge-preßtem Wasser in Stücke schneidet und auf luftigen Böden trqck-vet. Jermahlen oder zerdrückt wird die Stärke in Biscuit-mehl verwandelt.

Meibom- (Johann Heinrich), lar. MeibomiuL, gelehrterArzt,m Lübeck, geb. xgyo in Helmstädt, gest. 165g. Au den vor-züglichsten seiner lateinischen Werks rechnet man sein „Leben Mä-cens." — Mehr Berühmtheit hat sein Sohn Heinrich Mei-bom erlangt. Dieser wurde 16Z8 in Lübeck geboren; studirte inHelmstädt und auf einigen holländischen Universitäten, durchreif'teDeutschland, England, Frankreich und Italien; ward i66r Profes-sor der Medicin in Helmstädt, 1678 Professor der Geschichte undDichtkunst daselbst, und starb 1700. In der Anatomie erhält ersein Andenken durch die meid »mischen Drüsen, seine vor-trefflichen Beleuchtungen der Mutterschlagadern, der Klappen derGefäße in Betreff des Kreislaufs und des Thränengangs, unddurch die Entdeckung des blinden Lochs in der Zunge und der be-nachbarten Warzen. Seine zahlreichen (lateinischen) Schriften sindsehr geschätzt, vorzüglich die historischen, welche meistentheilsDeutschland betreffen. Sein größtes Werk ist: klemm Oerma-tomi tios. kol. r66g. — Ein anderer Meibom (Marx),Verwandter des Obengcnannten, ein guter Philolog, i6gc> in Tön-ungen geboren, beschäftigte sich vorzüglich mit der.Musik der Al-ten, und gab iötz2 zu Amsterdam eine lateini'che Übersetzung deralten Schriftsteller über die Musik (Kiitigune Mmioae sci'ixtoie»ecxteni xr. er 1 »l.) mit Noten und einer allgcm. Vorrede heraus,weiche er der Königin Christine von Schweden zueignete. Dieseberief ihn an ihren Hof. Sie fand so viel Vergnügen an seinenBeschreibungen der alten Musik, daß sie, um einen anschaulichenBegriff davon zu erhalten, Instrumente nach Beschreibung derßriechischkn machen ließ, und Meibom bewog, in dem damit vcran-stalteren Content eine griechische Arie zu singen, wozu der Pros.NaudLus einen griechischen Tanz tanzen sollte. Da nun aber Mer-bom ungleich besser griechisch sprechen als singen konnte, so brach

ganze Versammlung in ein Helles Gelächter aus. Darüber wu-U'nd, sprang Meibom auf und gab Bourdelot, Leibarzt und Lieo-»ug der Königin, den. er für den Anstifter hielt, eine Ohrfeige.Sogleich darauf verließ er Stockholm, und ging nach Copenhagcn,wo er gut aufgenommen, und zum fönigl. Rath und Professor amGymnasium zu Soroe ernannt wurde. Hernach kam er als Prä-