Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
1035
JPEG-Download
 

Mennig- Merinos rozz

seine Geschicklichkeit empfohlen, die diplomatische Laufbahn betrat.Friedrich II. rief ihn aus Schweden, wo er 1777-82 als Ge-sandtschsftssecretär stand, zurück und machte ihn zu seinem Cabf-netssccretär. Friedrich Wilhelm H. ernannte ihn 1786 zum gehei-men Eabinetsrathe, und gebrauchte ihn zu politischen Verhandlun-gen. Menken begleitete auch den König in den Feldzügen 1790'und 92; aber sein Einfluß, sank durch Hefcabalc, bis Friedrich Wil-.Helm III. diesen- hellsehenden und redlichen Staatsdiener wiederan seinen Platz stellte. Er starb nach langer Kränklichkeit iMi.

Mennige, (Bleizinnober^ rniniu.ni ) ein rotherMeikalk, der als Farbe, Glasur und Lrzneiwaare benutzt wird undbesonder« zu Rollyofen in der Pfalz, auch zu Chesterfield und-Wirtlesworth in Dcrbyshfre, zu Lschopan in Sachsen gebrannt,wird. Man schlemmt zu dem Ende das Masstcot oder Bleigelb'(was durch sechszehnstündiaes Glühen des Bleies in dem Mennig-.«fen erhalten wird;, trocknet und erhitzt es darauf 48 Stundenlang, ohne zu glühen, in irdenen Töpfen. Die erhaltene Mennigesist hoch gelbroth und schuppig pulverig, aber gleich dem Blei einschleichendes Gift, 1 °.

Mergcnkheim, ehemals des deutschen Ritterordens Mei-sterkhum und Stadt (mir 2700 Einwohnern) in Franken, s. d. Art.deutsche Ritter.

-j-Merian. — Zu dieser Familie gehört auch HanS.Bern-hard Merian, Director der philologischen Classe der Akademieder Wissen frästen zu Berlin, geboren zu Licchstall im Baselschcn172Z, wo fern Vater Prediger war, und ihn zu dem Studium derPhilosophie und Philologie anhielt. Er hielt sich als Führer einesEdelmanns 4 Jahre in Holland auf. Der berühmte MaupertuiSmachte Friedrich den Großen auf ihn aufmerksam, der ihn 1748 alsMitglied der Wissenschaften nach Berlin berief, 1771 zum Directorder Classe der schönen Wissenschaften ernannte, und bei Besetzung,der Lehrstellen oft zu Rathe zog. Seit F 0 rmey 'S Tode verwal-tete er hei der berliner Akademie das beständige Secretariat undstarb 1307. Er war ein gründlicher Philolog, und hat nur weni-ges drucken lassen. Ancillon hat sein Elogium geschrieben.

"Merinos, so heißt eine in Spanien jetzt einheimische undvon da aus schon in mehrere europäische Länder verpflanzte Schaf-rgce, die sich von andern Schafen theils durch einen gedrungenen,mehr kleinen als großen Körperbau, theils vorzüglich durch Fein-heit und Weichheit ihrer Wolle auszeichnet. Nach den wahrschein-lichsten Vermuthungen stammen sie aus Afrika qb, und deßhalb sol-len sie auch den Namen Merinos erhalten haben, das so yiel be-deutet, als vom Meere herüber (c>v«)-»s iueiii>»s oder trazsinmantes). So,viel ist gewiß, daß Peter fV. von Castilien ara-bische Schgfheerdei, nach Spanien kommen ließ, und daß 300 J-Hrrstachher der Cardinal Ximencs Schafe aus Afrika nach Segoviqverpflanzte, Jetzt zählt mgn in Spanien gegen 3 Millionen Me-rinos, die mindestens eine reine Eirmabme von 8 Millionen Thä-ler bringen. Weil diese Schafe auf den Gebirgen fast ganz Spa-nens weiden, nennt man sie auch wandernde Schafe, während.die andern, die eine weit gröbere Wolle haben, stehende «derStallschafe heißen. Die stanze Einrichtung in der Zucht undWeide der Merinos ist im Ganzen höchst interessant. Sie wan-v-rn zweimal im Jahre; in den Sommermonaten (vgm Aj>Pil gn)