Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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Menken

desselben schrieb, ein Werk, das noch jetzt als eins der ersten Ge-schichtswerke in Spanien geachtet wird. Noch beschäftigte er sich biszu seinem Lobe mit der Übersetzung und Erklärung eines Werksvon Aristoteles. Seine Bibliothek vermachte er dem Könige; sieist eine der Zierden des Escurials. Über seinen Werth alsE ch riftstel.ler vergleiche man Bouterweck und Sismondi. Inder poetischen Epistel gab er seinen Sprachgenoffen das erste guteMuster. Die meisten sind didaktisch, dem Horaz nachgebildet, ineinem kräftigen Geists leicht gedichtet, und verrathen den weit- undmenschenkundigen M>nn; andere schildern das häusliche Glück unddie sanfteren Empfindungen mit so viel Gefühl und Zartheit, daßman in ihnen den Tyrannen von Siena nichtwicder erkennt. Sei-nen Sonetten fehlt, bei reinem, edlem Ausdruck, Anmuth undWohllaut. Seine 6->n?.orii sind oft dunkel und gesucht. In denFormen der spanischen Poesie, in den l eckonckisla,, quintiH-s undvilln-icicos, hat er frühere Dichter an Feinheit des Ausdruckeübertreffen. Seinen Satiren, oder burlssons, wurde von der In-quisition der Druck versagt. Als Prosaiker hat Mendoza Epo-che gemacht. Man nennt ihn den Bater der spanischen Prosa,wenn anders diese ohne freies Denken überhaupt vorhanden seynkann. Sein komischer Roman Lazarillo de Lormes, den erals Student schrieb, und den ein gewisser Luna mit einem zwei-ten Theile vermehrte, ist in die meisten Sprachen des AuslandesÜbersetzt. (Viäa sie sie loimes. lan-sA. iZZÜ. 12.

fortgesetzt von Ilenr. <so Qiin». Sar-IA. 1652. 12.) Der Held desRomans ist e n Bettler, von der Classe der verschmitzten Landstrei-cher, die in Spanien ein Gegenstand des Volkswitzes gewordensind. Der Dichter hat das Volksleben der Spanier in seiner ver-schiedenen Abstufung mit Fieldings Geist in der frischesten Leben-digkeit dargestellt. Die vielen Nachahmungen des Lazarillo deLormes brachten in der spanischen Literatur eine eigene Gattunghervor, die man es 6usro s-icaieseo sden Geschmack am Schelmi-schen) nannte. Auch war dieser cchtkomische Roman, der eine sel-tene Kenntniß des bürgerlichen Zustandes verräth, das letzte spani-sche Buch, in welchem die Inquisition als lächerlich und verhaßt an-gegriffen wird. Das zweite Meisterwerk Mcndoza's, die Ge-schick! te des Krieges von Granada, ist nicht unähnlich denGeschichtswerken des Sallust und Tacitus. Die Erzählung ist ein-fach, der Ausdruck manchmal fast zu gewählt. Man erkennt überallden großen Staatsmann. Mendoza urtheilt nicht selbst, aber maasieht es aus dem Ganzen, daß Philipps Härte und Willkür duMauren zur Verzweiflung getrieben hat. Daher erlaubte die spa-nische Regierung den Drück dieses Werks nicht eher als 1610, mitgroßen Weglaffungen. Die erste unverstümmelte und vollständigeAusgabe erschien 1776. (Ouerra <le Eiaiiack». Vnlenoi» 1770-4.) Graf Pontalegre hat Mendoza's sämmtliche Werke zu Valen-cia 1776 herausgegeben. v. ,

Menken (AnastasiuS Ludwig), königl. preußischer Cabinetsrath, geb. 1752 zu Helmstädt, wo sein Vater, Gottfr. Ludwig,,76z als erster Professor der Rechte starb. Er besuchte die sch»len zu Halle und Quedlinburg, studirte seit 1768 die ^chte zLeipzig, und kehrte 177z in seine Vaterstadt zurück, ohne Lust zujuristischen Laufbahn. Seiner Mutter Andringen bewog ihn, heim-sich nach Berlin zu gehen, wo er erst Hauslehrer war, und

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