Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
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1109
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Miederlande nsy

warben sie sich außerhalb Europa große und wichtige Besitzungen(lüog wardAmboyna erobert), und ihre Industrie stieg in der Mittedes i7ten Jahrhunderts aufs höchste. Aber die Theilnahme an allenauswärtigen Kriegen, während England seine» Handel erweiterteund Frankreich ihn begründete, legte den Grund zum Verfall derCtaaten von Holland. Stolz widerstanden sie der EroberungssuchtLudwigs XlV., der den Spanisrn einen Theil der spanischen Nie-derlande entriß, mußten aber endlich den Frieden wünschen. (Diefernere Geschichte der Staaten von Holland s. unter dem Art. Höl«land .und Nassau.) Die spanischen oder katholischen Nieder-lande waren der Zankapfel, um den sich Österreich und Frankreichzwei Jahrhunderte hindurch stritten. Endlich sah sich Spaniengenöthigt, ganz Artois, einige Plätze von Flandern, Henneaau,Ramur und Luxemburg allmählig an Frankreich abzutreten (beson-ders durch den pyrcnäischen (1659) und durch den aachner Frieden(1663), welche die französischen Niederlande genannt wurden.Durch den Frieden von Utrecht aber, welcher den svanischcn Suc-cessionskrieg endigte (171Z), kamen die spanischen Niederlande andas Haus Österreich (daher die österreichischen Niederlande«der Belgien), welches sie bis auf die französ. Revolution besaß,obgleich sie sich gegen Joseph II. (s. d. Art. ». d. Art. Nook)empörten. Im I. 1794 eroberten die Franzosen die sämmtlichenNiederlande, und erhielten die österreichischen im ^Frieden vonEampo Formio 1797 abgetreten, worauf sie dem sranz. Reiche ein-verleibt wurden, unter welchem sie r6 Jahre lang blieben; wäh-rend Holland provisorisch zu einer bslavischen Republik,und späterhin 1806 zu einem König rerch, beidcS unter französ.Einfluß, umgewandelt wurde. Napoleons Bcsieaung bei Leipzig1813 änderte das Schicksal beider. Die Heere der Verbündetenbesetzten beide Länder. Die Holländer riefen den Sprößling ihrerErbstatthalter, der bisher in England ein Asyl gefunden hatte, als ihrenEouverain zurück (s. d. Art. Nassau), die bisher Frankreich einver-leibten Niederlande (Setzten) aber wurden durch die Entscheidungdes wiener EongresseS (Acte vom 2istcn Juli 18:4), »ebst demßvrmaligen Hochstift Lüttich (bis auf den geringen Theil, welchen>m pariser Frieden Frankreich behielt, und einiges, was an Preu-ßen abgetreten wurde), mit Holland zu einem Königreiche verei-nigt. Seine Verhältnisse wurden auf dem wiener Congresse durcheinen Vertrag der verbündeten Mächte vom Zisten Mai lZiß nä-her bestimmt. Das zum Großherzogthuwe eryobne Luxemburgwurde zwar auch als Entschädigung für die abgetretenen naffaur-ichen Besitzungen an den souveraincn Fürsten von Holland übergeben(der als Großherzog die elfte Stelle in der Bundesversammlungund im Plenum z Stimmen hat), aber als ein von den Nieder-landen getrennter Stoat an da« Interesse von Deutschland geknups..Die Momente der Geschichte des Königreichs seit seiner Errich-tung sind folgende. Am 8ten Juni 1315 trat dcr König der Nlttverlande dem deutschen Bunde bei. Am iZlcn Juni wurde auf°t>n Boden dos Königreichs die furchtbare, aber entscheidendeSchlacht bei Waterloo gekämpst, durch welche der Eroberer, derschon Holland wieder erworben zu haben glaubte, zurückgetriebenund gekürzt, uns' da« neue Königreich der Niederlande neu bese-ligt wurde. Am 8ten August eröffnete dcr König die Veriamm-sung der von den Stäuben abgeordneten Deputieren, um über die