Band 
Supplementbald zum Conversations-Lexicon.
Seite
1127
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Perignon Prrrault 1127

Tnergie bet Ausdrucks. Die kühnsten derselben hat er unter demTilel tke VliAliro ot Vsnc^ (Flüge der Phantasie) herausaege-den, in welchen er die corrccte Nüchternheit der meisten englische»Odendichtcr weit unter sich läßt, wenn er auch oft im Übermaßeseiner Kraft die Gränzen der Kunst überschreitet. Seine Ele-giern (LrauergesLnge) sind voll Innigkeit des Gefühls und zar-tem Ausdruck. Seine erschienen fs.on<I. 1781, 8. Außer-dem hat er auch Predigten herausgegeben. —v.

Perignon (D. C.), ist zu Toulouse geboren, folgt« derRevolution, und war Friedensrichter in Moutach, als er 1791zum Deputirten der Ober-Garonne beim gesetzgebenden Cor^S er-staunt wurde. Er trat darauf in Kriegsdienste , durchflog die rm»tern Brade, und führte 1794 und 179; den Oberbefehl über dieArmee der Ost-Pyrenäen. Hier schlug er die Spanier bei laLovguiere, St. Sebastian de la Mouga und Escola. Nach demFrieden mit Spanien 1795 ward er als Gesandter nach Madridgeschickt, und unterzeichnete den listen August 179t» den Verthei-digung«- und Angriffsvertrag zwischen Frankreich und Spanien.1797 wurde er zur Arme« nach Italien geschickt, commandirte betNovi den linken Flügel, und ward bei seinen tapfern Bemühun-gen, den Rückzug der Armee zu decken, verwundet und gefangen.iSoi ward er Senator; 1804 erhielt er die Senatorie von Bor-beaux. In demselben Jahre ward er auch Präsident des Wahl»eollegiumS der Ober-Garonne, und kurz darauf Marschall vonFrankreich, rgoü bekam er das General-Gouvernement der Staa-ten von Parma und Piacenza, da« er 1308 gegen das Commandvvon Neapel vertauschte, wo er bis 1813 blieb. Ludwig XVIII.nahm ihn mit Auszeichnung auf, und machte ihn zum außeror-dentlichen Commiffär der ersten Militär-Division, Ritter desSt. Ludwig-Ordens und Pair von Frankreich.

Perrault. Unter vier Brüdern gleicher Namens, welcheunter Ludwig« XIV. Regierung in Pari« lebten, sind vorzüglichbekannt geworden Claude Perrault, geboren lüiz, ein ge-schickter Arzt, Naturforscher und Architekt, nach dessen Zeichnun-gen auch die Faradc de« Louvre und da« Observatorium zu Po-st« gebaut ist; noch mehr aber Charles Pcrraulr (geb. 1626,g^st. 170z), der ein Mann von vielen Talenten und Keantnisten,«sie ohne tiefen Geschmack war. Seine Werfe haben ihre Zeitnrcht überlebt. Colbert war sein Gönner, und gebrauchte ihnnebst seinem Bruder zur Gründung der französischen Kunstakade-mie, deren thätige« Mitglied und Bibliothekar er wurde. Seinioedicht, I, 8iecle «le I^oui» 1 e 6r<>r><I, welches er >u der Akade-mie 1Ü87 vorlas, erweckte den kritischen Streit über den Werth°kr Alten und Neuern. Er trat darauf mit seiner, in eine»mngen Dialog gekleideten V11 »Hole äe» ancicur er <ie, inock-iui(stsi-i- 1688—1696, ch Voll. 8-) hervor, in welcher er au« ra-tionellem Borurtyeile die geschmacklose und anmaßende Behaup-tung ausführte, die Neuern (fast gleichbedeutend mit den Fran-ksten) hätten die Kunst und Wissenschaft, die bei bey Alten sichin einem der Kindheit nähern Zustande befunden habe, zurhöchsten Vollkommenheit gebracht, und dieselben in ihren Werkenwett übertreffen, — eine Ansicht, i» welcher er späterhin o»yontenelle und Houbart de la Motte eifrige Anhänger, an Bei«uau »inen kräftigen Gegner fand. Nachher schrieb er !o» Zoo.»