241 ALDRUIDUS ALEANDER
und Csncerti sacrì heraus gegeben , und bey demlctztern Wercke sich ^ofcpl; Anr»n Píntcntíua 2liôuo-bandi genennet.
ALDRUIDUS, ein Engelländer, lebte in dem igtei;Secnlo, hatte grosse Einsicht in die Geheimnisse derNatur, weswegen er nach der Gelegenheit seiner Zei-ten in den Verdacht der Zaubere») kam, und schriebein Buch <le quincis eílêntiis. Pit. Leländ. Bai. Fa.
ALEALMUS (Ludovicus), elN^Urus und Poet ZUBerneuil, einein ohnweit Paris gelegenen Land-Gu-te, gebohren, trieb eine Zeitlang zu Paris die PrapinJuris mit Ruhm, »vurde daraufStadt-Richter zu Or-léans, welches Amt er in die 20 Jahr verwaltet, wen-dete die übrige Zeit auf Verfertigung sinnreicher Ge-
. dichte an, welcl)e von seinem Sohn nach seinem Tode,der An. 1591, da er über 70 Jahr alt gewesen, erfol-get, An. 1594 zusainmen in Druck gegeben, und mitBeyfall von verständigen Kennern aufgenommen wor-den. Sam. ’
ALEANDER ( Franciscus ), eil» Nkpvte des Cardi-nals, hatte grosse Lust zum Kriege, ward aber aufCaroli V Recommendation Ertz-Bischofs zu Brindisi,signalisirte sich in der italiänischen Poesie, und starb;;6z. Cra.
ALEANDER (Hieronymus), ein Cardinal, gebohrenzu la Mothe, einer kleinen Stadt auf der Grenze vonFriaul undJstrien, den igFcbr. 1480. Nachdem erin verschiedenen Wissenschaften, besonders aber in derlateinischen Sprache, einen sattsamen Grund gelegt,lernte er die Astrologie von dein damahls berühmtenDaniel vonpadua, ingleichen die hebräische Sprachevon Moses pcrer, einen; spanischen Juden, deinerdagegen die Grund-Lehren der christlichen Religion soüberzeugend beybrachte, daß sich derselbe taufen, undsich darbey zur Danckbarkeir den Nahmen -Hierony-mus geben ließ. Jmmittelst studirte er noch die Me-dicin, ingleichen die Theologie, und erklärte hieraufin feinem 2oten Jahre dem jungen Adel zu Venedig dieQuaeiViones tulculanas Ciceronis, griff sich aber da-bey also an, daß »hm eine Ader sprang, und er darüberin eine tödtliche Kranckheit fiel. Er »vurde von Lu-vovico XII An. izc>8 nach Paris berufen, daselbst dieliteras humaniores zu lehren. Dieses that er mitgrossem Ruhm, inuste aber,als die Pest daselbst einriß,sich nach Orléans begeben , da er seine griechischenLecticncs mit guten; Zulaufe fortgesetzet. Nach die-sem gieng er An. 1514 zu Eehardo von der Marck,Bischoff zuLüttich, welcher ihm anfangs die Stelle ei-nes Sccretarii und Cantzlers, wie auch ein Canoni-cat an seiner Cathedral-Kirche nebst der Probstey vonS. Johann verliehe, und ihn 2 Jahr darnach an denpäbstlichen Hof versendete, daiuit er die Schwicrigkei-kei», die Franciscus I in Franckreich wider seine Erhe-bung zu der Cardinals- Würde in dei» Weg gelegt,heben solte. Als er dieses glücklich ausgerichtet, undindessen auch dein Pabsi Lcom X bekannt »vorbei;,wöl-ke man ihn gerne in Rom behalten , dahero er beyErhards seinen Abschied nahin, und zu Rom, bey demGelehrt, Lexic. T. /.
ALEANDER 242
Cardinal ve Medici« in Dienste trat, auch bald her-nach zum Bibliothecario im Vatican ernennet wur-de. Als die Religions- Streitigkeiten!!!Deutschlandangiengen, wurde er An. 1519 als Nuntius dahin ge-schickt ; da er denn sonderlich auf dem Reichs - Lagezu Worms z Stunden wider Luther; Lehre geredet.Man suchte ihn zu bewegen, daß er mit Luthers vonden Glaubens-Lchren disputirm solte, welches er aber,wie selbst einige römische Scribenten melden, ver-muthlich aus einem Mißtrauen gegen sich selbst ab-schlug, und vielmehr dessen Bücher verbrennen ließ,auch selber das Edict wegen der Ächts-Erklarung des-selben aufsetzte. Clemens VII gab ihm dasErssBiß-thum Brindisi An. 1524, und das folgende Jahr be-fand er sich als Nuntius bey dem Kcnig Francises Ivor Pavia, ward auch mit gefangen, avcr bald wie-der losgelassen. Eben dieser Pabst schickte ihn An.i5Zimach Deutschland, und darauf nach Venedig,von bannen ihn Paulus III 1534 zurück berief, umihm 1598 den Cardinals-Hut aufzusetzen. Er warauch von diesem Pabste bestimmt, daß er nebst 2 an-dern Legaten, auf dem künftigen Concilio präfldirensolte. Indem man aber darinne begriffen war, wur-dc er nochmahls An. ;;;8 nach Deutschland gesendet.Ioviuscherichtct, daß er vor seine Gesundheit allzu-sehr besorgt gewesen, und seinen Tod , welcher 1542den i Febr. erfolget, insonderheit dadurch beschleuni-get, daß er innncr ohne Noth Artzeneycn eingenom-men. Seine Schriffken sind ein griechisch und latei-nisches Lexlcon, so zuParisAn. 1521 infol. herausgekommen ein Poema ad Julium & Neœram , so inden Delle, poëtarum iralor.T. I anzutreffen; Tabel-len über die griechische Grammatic. Oldoin und ei-nige andere haben ihn auch vor den Urheber der 2Dialogorum: Cicero relegatus, unb Cicero revoca-tus, ausgegeben, welche Meinung aber ohne Grundist. Viele seiner Schrifften, darunter auch die zuWorms vor Kayser Carl V gehaltene Rede,liegen nochim MS. Ol. Eg. Nie. B. Au. Pap.
ALEANDER (Hieronymus), des obigen Cardinalsund Bischoffs von Brindisi Bruders Enckel,aus Friaulbürtig, wurde anfänglich bey dem Cardinal OcravioBandln; befördert, bey welchem er fast 20 Jahr dasAmt eines Sccretarii verwaltet; in seiner Jugend gaber einen Commentarium über die ipiViruriones Cajiheraus, und als er zu Rom war, begab er sich in dieAcadémie der Humoristen, welche damahls ihren Amfang nahm, wie er denn von dcrDcvise diescrAcade-mie einen gelehrtenTractat geschrieben. Er gab auchandere Schrifften, die zu der Antiquität gehören, alsexplicarionein antiqua; tabulas solis effigie fymbo-lisque exiculprae ; navis eedeiiam referentis fym-bolum in veteri gemma annulari insculptum expli-catione illuslratum ; de iuburbicariis regionibus wi-der Saltnajimn &c. ließ auch ein Volumen seiner Ver-se drucken; ingleichen eine Vertheidigung des Adonisdes Ritters Marin; wider den Ritter Stiliani. Erverließ endlich des Cardinals Bandini Dieitste, auf
O. Ansir-