485 AQUENSIS AQUILA
AQUENSIS (Claudius), siehe Claudius,
AQUENSIS (Jodocus), fîeíje Jodocus.
AQUENSIS (Matth.), fte&í Matthseus.
AQUENSIS (Tilmannus), fiche Tilemannus.
de AQUEVILLA, siehe de Aquaevillu.
AQUEVILLANUS (Nicolaus), siehe de Aqua-vil-la (Nicolaus).
A QUE U S (Srepll.), fiche Aqussus.
A Q UI L A , siehe Arno und Adler.
AQUILA, mit dem Zunahmen Eonricus, weil er inder pontifchen Provintz, zu Sinope,gebohren war, leb-te zur Zeit des Kaysers Hadriani, im Jahr Christii2o, welcher ihn zu feinem Baumeister machte, undihm befahl, Jerusalem wieder zu bauen. Er wurdeaus einem Christen ein Jude., weil man ihn wegenMißbrauchs der Astrologie von der Kirche excommu-meiste ; übersetzte das alte Testament ins Griechische,welche Uebersetzung die zerstreueten Jüdcn täglich inihren Synagogen lasen; verfertigte auch noch eineVersion, und füllete dieselbe mit jüdischen Traditio-nen an. Es hat aber der Kayser Justlnianus solchezu lesen verboten. Ilody. Fa.PB.
AQUILA, ein Philofophus, hat o-%Um 1
ci/AAoyiö'iwiyv hinterlassell. S.
AQUILA, ein alter Redner von Rom, hat librum defiguris iententiaram & elocutionis aus AlepandriXTuincnii Buch de signas heraus gegeben, welches inPitbœi antiquis Rhetoribus steht.
AQUILA, oder Adler, (Caspar), ein lutherischerTheologus, gebühren 1488 den 7 Aug. zu Auqspurg, 'studirce in seiner Vaterstadt und zu Ulm, thar nachdamahligem Gebrauch der Gelehrten, in der Jugendeine Reift nachJtalien, hielt sieh bey der Rü.treift ei-nigcZeit in der Schweitz, und souderlicy verschiedeneJahre zu Bern auf, ward 1514 allda zum Predigerberufen, danckte aber von solchem Amte bald wiederab, und gieng nach Leipzig, seine Studia fortzusetzen,hielt sich aber auch allda nicht lange auf, sondern ward1515 Feld-Prediger bey Frannvon Sickingen, 1516aber Pastor zu Jenga, einemStädtgen bey Augspurg,allwo er sich Islà verheyratec, Lutheri Echrifftenfleißig gelesen, und dessen Lehre vorgetragen. Erwür-be deswegen auf Befehl des Bischoffs von Augspurg,auf einem Karren gesanglich nach Dillingcn gebracht,und daselbst in ein hartes, tiefes Gefängniß geworfen,in welchem er den gantzen Wincer durch, über ein hal-bes Jahr liegen müssen; auch in solcher Zeit nicht einenwarmen Bissen oder Suppe bekommen. Bey seinerErledigung ward ihm befohlen, in etlichen Stundendie Stadt zu räumen, welches er m;c() mit Hinterlas-sung seines gedruckt und geschriebenen Bücher -Vor-raths, ingleichcn alles andern Hausrathes gethan.Er gieng darauf nach Wittenberg, ward allda 1521Magister, und hielt sich darauf wieder einige Zeit beyFrantz von Sickingen, sonderlich auf dessen SchlosseEbernburg auf, allwo er einmahl ur grosse Lebeus-Ge-fahr geriekh. Denn da die zur Besatzung darmrre lregen-
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den Soldaten von ihm verlangten, er solle eine StückeKugel taufen, und er solches abgeschlagen, haben siedenselben in einen grossen meßingenen Feucr-Mö-sei ge-steckt, in der Meinung, ihn so über die Mauer hinauszu schiessen. Als aber das Zündkraut etliche mahl, oh-ne das inwendige Pulver anzuzünden, abgebr-anat,hat ihn einer der Befehlshaber mit den Beürcn wie-der herausziehen lassen. Aqvila gieng darauf izaznach Eiftnach und Augspurg, denn aber wieder nachWittenberg, allwo er die-hebräische Sprache lehrte,Luchers bey Uebersetzung des alten Testaments bchülftlich war, ünd gegen ein Honorarium die Sonn-undFesttags-Predigtenin der Schloß-Kirche verrichtete.An. i527 ward erPastor,und nach einigerZeit Superin-tendent zu Saalfeld,und gieng i;zo mit auf denReichs-Tag nach Augspurg. Als das Interim publiciretworden, war er einer der ersten, welche sich demselbenwidersetzet! wie er denn an dem Bedrucken,so unterdem Nahmen der Prediger des jungen Hertzog Jo-hann Friedrichs raus kam, viel Theil hatte, auch ei-ne Verantwortung und ernstliche Warnung widerdas Interim drucken ließ. Der Kayftr nahm diesesso ungenadig auf, daß er eine grosse Lmmme Geldesauf dessen Kopf setzete; daher Agvila in das Exiliumgehen muste, nichts von seinem Vermögen als einhebräisches Psalterium mit nahm, und von der Gra-fin Latharina von Schwartzdurg in geheim auf demSchlosse zu Rudelstadt aufgehalten wurde; von da ersich nach einem halbjährigen Aufenthalte,nach Schmal-kalden begab, und daselbst 1550 Decanus, 1552 abttin sein voriges Amt als Superintendent nach Saal-feld zurücke berufen ward, allwo er auchi;6odeni2Nov. verstorben. Seine Schriften sind: 2lus!egungdes 54 pfaim; ein Send - Brief >uin guten undglücklichen neuen Jahre; christliche Erklärung deskleinen Latechifmi ; christliche Trost-Gchrifft an denChurfürsten ;u Sachsen Hcryog Johann Friedrich ;Erinahnung an das christliche -Häuflein, GottesWort frölich ;u bekennen; wider den spöttischenLügner und unverschämten Verleumder Jslebium2 lgricokam nöthige Verantwortung und ernstlicheWarnung wider OasJnterimchlnterricht vor Sie jun-gen Priester,wie sie sich in ihrem Amte mit Strafungder Sünde halten sollen; Fragstücke für die jungenRindlein geftcllet, so sie;um ersten das hochwürdisge Saccamcnt des Leibes und Blutes Christi ge-niesten wollen; kurye, aber ;u unserer Seligkeithochstnöthige Fragftück'e der ganyen christlichenLehre ; ein gcnadcnrcich und gottseliges neues Jahrvon dem ncugcbohrnen Lindlein unserm einigenMittler und Heiland I. L.über den Spruch Esaiä:Uns ist ein Lind gebohrcn, und das alte christlicheLied: ein Rindelcin so löbelich; Erklärung des 2sPsalm; von dem neugebohrnen Abgott;u Babel;verschiedene einzelne Predigten oder Sermonen; Tra-ctât wider den schnöden Teufel, der sich itzt abcr-mahl in einen Enge! des Lichtes verkleidet hat,d.i.wider das neue Interim, unter dem Nahme» CarolusH h 2 Azoria