A VERSA
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meist mitAnmerckungen erläutert, und deswegen ge-meiniglichch Commentator genennet wird. Er wand-te dabey viel Zeit auf die Astrologie, und verfertigteein epirome Almagesti Ptolemsei ; studirte auch Me-dicinam, und schrieb davon ein besonder Buch, unterdem Titel Coliiget, in welchem er von dieser Wissen-schafft überhaupt, und den Meinungen der Alten han-delt. Er war des Lviccnna abgesagter Feind, so gar,daß er ihn nicht einmahl gerne genennet, und eineMeinung desselben von den Lebens-Geistern unter demNahmen des Galeni widerleget hat. In der Rechts-Gelahrheit war er so weit gekommen, daß er das Amteines Ober-Richters zu Corduba, so sein Vater undGroßvater besessen, erhielt, und von dem Könige vonMarocco, wegen seiner Geschicklichkcit, sehr werth ge-halten wurde. Aber in der Religion wurde er einerKetzercy beschuldiget, und einige Gelehrte zu Cordubabemühten sich ihm deswegen einen Proceß über denHals zu ziehen. Sie beredeten daher etliche jungeLeute, ihn zu bitten, daß er ihnen einige Lectiones inder Philosophie geben möchte; und als er ihnen dar-inne seine Meinung entdeckte, liessen sie darüber durcheinen Notarium ein Instrument aufrichten, so vonhundert Zeugen unterschrieben, und an den Königvon Marocco geschickt wurde ; worauf er nach unter-schiedenen angethanen Beschimpffungen seines Amtesund seiner Güter beraubt, jedoch endlich mit grossenEhren wieder eingesetzt wurde. Man giebt ihmSchuld, er habe die göttliche Vorsorge und Unsterb-lichkeit der Seele geleugnet, ja gar von der gantzenReligion sehr leichtsinnig gesprochen, indem er diechristliche eine unmögliche, die jüdische eine kindische,und die mahometanifchc, zu der er sich äusserlich be-kannt, eine säuische genennet. Doch hat er in demBuche, so er wider den Abu Hamed Algazalium einenarabischen Philosophum geschrieben, gute Meinungenbehauptet. Dieser hatte in einem arabischen Traetatunter dem Titel destrustio philoibphorum , verschie-dene böse Meinungen von GOtt vertheidigt, welchemAverroes gleichfals einen arabischen Tractat unterdem Titel destrustio destrustionis entgegen setzte, wel-ches vor die beste unter seinen Schrifftengehalten wird.Von dein intellestu universell hatte er besondere Ge-dancken, welche bey einigen Weltwciscn in Italiensolchen Beyfall funden, daß sie durch ein pabstlich Ver-bot musten gehemmet werden. Sonst war er eintu-gendhaffter Mann, an dem sonderlich die Freygebig-keit, Gedult und Freundlichkeit gerühmet werden: sogar, daß er einst einem schlechten Kerl, der ihn aufAnstifften seiner Feinde, in dem Auditorio mit Schmä-hungen angegriffen, gelobt, daß er ihm Gelegenheitgegeben, seine Gedult zu erweisen ; und ihm eine Sum-me Geldes gereichet, mit der Warnung, daß er nie-mand dergleichen künfftig thun solte. Den nothlei-dendm Gelehrten hat er viel gutes erwiesen, und stetsin Schulden gesteckt, ob er gleich durch seine Heyrathund Aemter viel Geld erworben. Weil er in seinerJugend verliebte Verse gemacht hatte, verbrannte er
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selbige als er zu Jahren kam, damit man ihn nach. seinem £obe deswegen weder schelten noch rühmenmöchte. Wie er gestorben, kan man eigentlich nichtsagen: jedoch soll er ausgeruffen haben, moriatm- ani-ma mea inorce philosophorum. Es soll sein TodAn. 1198 oder 1206 erfolgt seyn. Seine Wercke sindin arabischer Sprache, darinue er solche geschrieben,sehr rar, und vermuthlich grösten theils, nebst vielenandern, auf Befehl des Cardinal Ximcnes,im FeuerUntergängen. Es findet sich darunter ein Buch dsnatura orbis; de theriaca; dediluviisScc. Es sollensich von diesen Schrifften 1721 nur 2 Exemplaria inFrankreich gefunden haben, von denen der Königdas eine dem damahls anwesenden türckischcn Ambas-sadeur geschenckct. Dessen Commentarii in Aristo-telem sind von verschiedenen ins Hebräische übersetztworden, und liegen hin und wieder im AlSt. Anc.L.Hottinger biblioth. orient. PB. Historie der Gelehr-samkeit unserer Zeiten. W. Fre.
A VERSA (Raphaël), ein Präpositus generalis derClericorum Regulariuni minorum, von Sanseverinobey Neapoli, war sehr demüthig, und schlug das Bißtthun, zu Nocera, welches ihm Innocentius X gebenwolte, ingleichen das Bißthum zu Nardo, so ihmAlexander VII anbot, aus; schrieb philoibphiamduobus tpmis ; secram theologiam cum Do store an-gelico ; de fide, spe, 8c charitare tractaruin theologi-cum; de sacramentis, und starb 1657, 10 Jun. iM68 Jahr. To.
ab AVER SA (Victorinus). siehe Victorinus.
AVERSANUS (Julius Cœser) , ein Secretarius derKirche zu St. Anna in Neapolis, gab 1626 herausla platea , seu fondatione deila vcnerabik Chiesa di S.Anna de' Lombavdi. To.
P AVERTIT O, siehe Arcimboldius (Antonell.).
AVES (Aaron), ein Rabbine im Anfange des 17 Se-culi, hat den Codex Chagiga mit verschiedener Rab-bincn Commenrariis besonders zu Amsterdam 1706in fol. rdirt. W.
de AVESBURY (Robertus),. siehe Robertus.
AVEUGLE (Jo. Junius),($),'!£& 1668 deüciaspast 0 'rum. K.
d’ A V E Z A N ( Jo.), ein königlicher frantzösischer Rathund Professor Juris zu Orléans, allwo er auchbohren war, florirte in der Mitten des 17 Seeussund schrieb de eenkuris ecclefiasticis ; disll de ponti'skia 8c regia potestate, welche nebst dem vorigen 5 1 *Orléans 1653 in 4 zusammen gedruckt, und sa^^
dessen Tr. de Pponkalibus 8c de matrimonio 1 ^ 7 °wieder aufgelegt worden. Man hat auch vonTr. de servitutibus ; de contrastibus ; de jurepa' r0 'natus. Er starb 1669 zu Paris. Car. Simon• bei-des -auteurs du droit.
AVEZZANUS (Sebastian), ein Carmélite ausna, schrieb de Sacramentis; digressiones prcodioä 1les 8cc. und starb l;8v. Chil. All. rJ F -