BOURDELIN
1301 BOURDEILLE BOURDELIN
worinne unterschiedliche feine Sachen, und unter an-dern von ihm einige den Hertzog von Orléans und denfrantzösischen Hof betreffende Dinge zu lesen. Ilist.
BOURDEILLE (Elias), ein Cardinal und Ertz-Bi-schaff zu Tours, hat sich in seiner Jugend in den Fran-ciscaner - Orden begeben, ist 1447 Bischoff zu Pcri-gueux worden, ob er gleich nur 24Jahr alt war, weilihm Nicolaus V Dispensation ertheilet. 1467 aberward er Ertz Bischoff zu Tours. Er hat ein Moni-torium wider diejenigen, welche Wider die Rechte derGeistlichkeit handelten, publiciret, und mit dem Banngcdrohet, welches ihm aber von dem Parlament versboten wurde. Er schrieb auch Wider die limctionempragmaticam ; ingleichen einen Tractat von dem Con-cordat, der die Beneficia betraf j de potesta'te Papa;lii>. 1, so zu Paris in dem Collegio navarrüo im A 18 .liegt, und zu Toulouse 1518 gedruckt seyn soll, undstarb zu Artanes bey Tours 1484 den 5 Julii. da.Au. Ol.
de BOURDEILLE (Petrus), Baron von Richement,besähe, nachdem er die Etudia mit Fleiß getrieben,nicht nur Engelland, Schottland, Italien und Poren-galt, sondern auch Africa, Griechenland rc. In Por-kugall hatte er die Ehre, daß man ihn in den Ritter-Orden Christi aufnahm, und der Maltheser- Ordengefiel ihm so wohl, daß er sich darein begeben wolte,davon aber noch abgehalten wurde. Nachgchendswar er bey den Königen Lavolo dem IX und Henri-co III Cammer-Juncker und bey deren Bruder, Her-cule Francises , Hertz c ge von Alencon Cammcrherr,welchen letzter» er auch aufdcnFeldzügcnin Flandernbegleitete, und endlich Au. 1614 den 5 Jnl. in einemAlter von 87 Jahren verstarb. Er ist sonderlich unterdem Nahmen Drantomc bekannt, weil er die Abtei)Brantôme von An. 1558 bis 1.583 wircklich besessen,und sie hernach bis an seinen Tod durch andere, je-doch unter seine«! Nahmen verwalten lassen. SeineSchrifftcn find vies des dames illustres françaisesetranderes ; vies des dames galantes ; vies des hommesillustres grands capitaines etrmigers ; vies des hom-mes illustres (£f grands capitaines français ; d f cours furles duels ; les rutomontades fs les juremens des Espagnols ;discours fur les belles retraites d?Armées de diverses na-tions, dieselben sind 1740 in 15 Banden in 12 im Haag,nebst seines ältern Bruders Andrea von BouroeilleBriefen und kleinen Wcrcken zusamen, nebst beyder Le-bens-Besclueibung herausgekommcn>Lo«F bibl.bist.
BOURDELIN (Claudius ), ein frantzösficher Medi-cus, gebohren zu Ville-Franche, nicht weit von LyonAn. 1621, studirte zu Paris,.ließ sich nach diesem zuSeulis nieder,und wurde An. iüü8, obgleich abwesend,unter die besoldeten Mitglieder der kcniglichenAcadc-mie des Sciences aufgenommen, welches ihn nebst an-dern Ursachen bewog, sich wiederum nach Paris zu wen-den. Hiesclbst machte er die nützlichsten Experimente,wie er denn auch vorbemcldeter Académie bey 2000Auflösungen von allen Arten der Cörper vorgezeiget,
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und dengrösten Theil von den chymischen Operationenselbst erfunden, die in 32 Jahren in der Académie sindangestellet worden, davon einige desselben Beschrei-bungen, in den Alemoires gedachter Académie stehen.Er hat im übrigen nichts geschrieben, obgleich von ei-nigen ein Buch unter dem Titel Analyils &c. von ihmangeführet worden. Er starb den 15 Ocr. 1699, undhinterließ a Söhne ElauOium undFranciscum, welchegleichfalls wegen ihrer Verdienste einen guten Ruhmerlanget. Hist.
BOUE L IN (Claudius) , ein Sohn des vorherge-henden Liauvü Lourdeiin,'gebohren zu Scnlis den20 In». 1667, hatte unter der Aufsicht und Anfüh-rung des berühmten duHamcl in seine» Studien soguten Fortgang, daß cr in seinem 17 oder 18 Jahreschoir den Hindarum und Lpcophronem aus demGriechischen übersetzet, und die elernem des sectionsconiques des Hhil. öc la Hire ohne iemands Hülstevollkommen verstehen können. Hierauf legre er sichmit Eifer auf die Medicin, wurde zu Paris An. 1692Doctor, nach diesem aber ein Mitglied der königlicbenSocietät derWiffenschafften zu Londcn, und ferner Am1699 der Académie des Sciences zu Paris; woraufer An. 1703 bey der Hcrtzogin von Bourgogne, undAn. 1708 nach dem Tode dcsBcurdclot selbst bey demKönige die Stelle des vornehmsten LeibMedici erlang-te. Er war ein trefflicherMedicuö vor aridere Leute,seine eigeneGesundheit aber verderbte er dadurch,daß er,um des Schlafs sich zu erwehren,allzustarck den Caffeegebrauchte, und nachgchends wiederum, um den Schlafzu befördern, Opium einnahm, wodurch er endlich ineine Brust-Wassersucht fiel, die seinem Leben vor derFeit, nehmlich den.2oAprilAn. 1711 ein Ende machte.Mit seiner Praxi verdiente er nicht viel, weil erden Ar-men alles umsonstgab: und seine vornehmste Bemü-hung bestand darinne, daß er für die königliche Acadé-mie arbeitete, welcher er in der Anatomie nicht weniggcdienet, auch deren Alemoires UNd den Eplieineindi-t>us der londcnschen, verschiedene Obiervacrone; ein-verleibte. H.st.
BOURDELIN (Francifcus), ein Bruder des vorher-gehenden jüngern Llaudii Dourvclin, gebohren 166gden 15 Julii zu Scnlis, solte mit Gewalt ein Apothe-ker werde» ; hatte aber so viel Abscheu vor dieser Le-bens-Art, daß er sich ehe bereden ließ, die Rechte zutreiben, und ein Advocat zu werden. Seine gröste Nei-gung aber gicng auf die Sprachen: daher er in derZeit, da man glaubte, er treibe die Rechte,italiänisch,spanisch, deutsch, englisch, ja selbst ein bißgen arabisch,Historie und Politic trieb. Darauf gieng er mit demHerrn vonBonrepss als Legations-SecretarinsnachCoppenhagen. Weil er aber die Lusst daselbst nicht ver-tragen konte, kam er sehr kranck wieder nach Hause.Sein Vater kausstc ihm die Stelle eines Conseiller auChatclct, und cr legte sich dabey auf die Alterthümer,sannnlcte eine Bibliothek von auserlesenen Büchern,und eine sei öne Svite von goldenen Müntzcn; dahercr auch in die Académie des Inscriptions aufi.cno'm-N n » n 2 . mc»