Band 
Erster Theil A - C.
Seite
1299-1300
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129- BOURBON BOURCHIER

BOURBON (Nicohus), gemeiniglich der jüngere zu-genannt, war ein Ur-Enckel des vorigen picolai, undzuVandeuvre um das Jahr 1574 gebohrcn. SeinVater/ der ein Medicus gewesen, schickte ihn bey Zei-ten nach Paris, allwo er unter pafseratio in Huma-niorivus sehr zugenommen. Nach diesem lehrte erselbst in den Collegiis von Graßins, Calvy undHar-court die Rhetoric, ward aber einstens in Verhafftgenommen, weil er wider einen Parlamenks-Schluß,darinne eine gewisse Auflage, droir de Laudy genannt,welche die Directores von ihren Schülern zu erheben

^ pflegten, eine lateinische Satyre, unter dem Titel:indignatio valeriana geschrieben hatte. Nachdem erseine Profeßion aufgegeben, wolte er vor sich alleinohne Bedienung leben, als aber der Cardinal impceeon, damahliger Groß-Allmoftnier von Franck-reich, einige Verse gesehen, die er auf den Tod desKönigs -Hcnrici IV verfertiget, zog er ihn von diesemVorhaben ab, und gab ihm An. 1611 die Charge ei-nes königlichen Professons der griechischen Sprache,die er aber auch An. 1617 selbst wiederum niederleg-te. Er erwehlte hierauf den geistlichen Stand, undwurde ein Presbyter von dcr Congregatione Oratorii,bekam auch An. 162g ein Canonicat zu Laugres, wel-ches er aber, wie es scheinet, um das Jahr 1628aufgegeben, indem er von dieser Zeit an, nicht mehrzu Langres, sondern zu Paris seine Wohnung gehabt.An. 1637 ward er ein Mitglied der Acadcmie fran-coise, und besuchte deren Versammlungen ungemeinfleißig, obgleich auch fast täglich viele Gelehrten in sei-nem eigenen Hause zusammen kamen. Er starb den16 Aug. An. 1644, in dem 7 ° Jahre seines Alters.Ob er sich gleich gedachter Massen in die Congrega-tionemOratorii begeben; so trug er doch nurdenHa-bit, und wolte sich übrigens an ihre Regeln nichtbinden lassen; wie er denn auch den Titel eines Perevon niemanden aufgenommen. Man beschuldigt ihn,daß er etwas geitzig gewcst, indem er, ohngeachteter von dem Cardinal Richelieu, und letztlich auchnoch von dem Bischoff zu Beauvais, der ehedessenstin Schüler gewesen, Pension genossen, und bey sei-nem Tode 5000 Thaler an baarem Gelde hinterlas-sen, dennoch immerfort wegen Armut in Sorgengestanden. Sonst wird er mit Recht vor einen derbesten lateinischen Poeten gehalten, welche jemahlsin Franckreich gelebet haben. Seine Schrifften sindUnter dem Titel : opéra omnia, poemata, orationes,epistolse, veriiones eGrseco, zu Paris 1651 in 13

zusammen heraus gekommen; ausser diesen aber auchNoch von ihm vorhanden: apologetica: commenta-tiones ad Phylarchum ; welches eigentlich 3 Briesesind, die er Wider den Balzac wegen des P. Goulugeschrieben; desgleichen sind auch einige Episteln vonihm des Caroli Ogern ephemeridibus beygefüget.Jov. Sam. Hist, Nie.

BOURCHIER (Jo.), ein Engelländer, stammte ausköniglicher Familie her, und wurde, weil er sich unterHenrico VII im Kriege signalisirte, Commandante m.

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Calais, schrieb von den Pflichte» der Einwohner da-selbst, it. Comédien, Romainen und Lebens-Beschrei-bung, übersetzte auch Monstrelets Chronick ins Engli-sche, und starb zu Calais 1533 den i6Mart. Wo.

BO URCHIER (Thom. ), ein Engellander, studirtezu Oxford, wurde Cantzler der Univer sität daselbst, hier-auf Bischoff zu Worchester lind Eli, Ertz -Bischoff vonCantelberg und Primas von Engelland, endlich Car-dinal -Priester, schrieb unter andern décréta synoda-lia, und starb inEngeüand den 30 Mark. 1486. Ol.

BOURCHIER (Thom.), ein Engelländcr, gicngkzuZeiten derReformatio» nach Franckreich und endlichnach Rom, schrieb bist. eed. de martyrio fratrumord. Min. sub Henrico VIII &c Elis. ab ara. 1536 ad1582, und starb nur i;86. Wo.

BOLJRCIER (Claud.), ein Jesuit ausNeuchastel inLothringen, docirte die Philosophie und Theo!, rnora-leM, schrieb iM Frantzösischen coronarn llellarurn 12,und starb zu Pont- a-Mousson 1632, im 47 Jahr.AI.W,d.

BO U RD AILLE (Michael), ein Dvctor Theologiävon der Facultät zu Paris und Gcncral-Vicarins vonRochelle, schrieb la théologie morale de S. Angtijìin ; ex-position du cantique des cantiques ; théologie morale de1 ‘évangile; de la part, queïhuu a dans la conduite deshommes, welches letztere mit unter Nicole,!ü Schriff-ten von der allgemeinen Genade stehet, und starb imApril 1694. Mémoires du rems.

BOURDA LOUE (Lud.), ei» Jésuite, gebohrcn zuBourges 1632den22August,trat 1648 inden Orden,erwarb durch seine Predigten grossen Ruhm, und ließsich 3 5 Jahr zu Paris so wohl bey Hofe als in der Stadthören. Er starb daselbst den 13 May -704, impfenJahr, und schrieb viele Predigten, die der JesuiteBretonne«« in 6 Tomis in 12 heraus gegeben. Siesind auch 1713 in 8 Bänden in 8 nebst des VerfassersLcbens-Beschreibung zusammen gedruckt worden ; undAn. 1734 kamen les Penfces du Pere Bourdalotte Juriesdivers Jujets de religion '£? de morale zu Paris voll. 3

in 12 heraus. Er war ein angenehmer freundlicherMann, gar nicht heftig wider die Protestanten, son-dern glaubte vielmehr, daß fromme Leute unter die-sen auch selig werden könten. Mem.

de BOURDEILLE. (Claudius), Graf Von MvNtrc-sor, königlich -frantzösischerRath und Abbe Commen-dataire der Abkeyen zu Brantôme und Launoi, standvon Jugend an bey dem Hertzoge Gaston von Or-léans, Ludovicì XIII Bruder, in grossen Genaden,und war dessen Vertrauter, hatte aber darüber beyHofe und dem Cardinal Richelieu viel Verdruß, mu-ste auch einige Zeit nach Engelland gehen, und wurde1646 gar in die Bastille, hernach aber aufdas Schloßzu Vinccnncs gebracht, allwo er 14 Monat sitzen mü-sse. Endlich verließ er den Hof gar, brachte sein Le-ben vollends in Ruhe zu, und starb An. 1663 den 2Jul. zu Paris. Man hat unter dem Nahmen vonMoutresor, Memoiren in zwey kleinen Voll in 12,

wor-