Htfj BüRSCHMANN BüSSING
che p<utl Jacob Marperger 1711 vermehrt, nebstdes Verfassers Leben heraus gegeben.
BüRSCHMANN, stehe Brii'man.
BüSSING (Casp.), ein Theologns, Mathematicus undin der Heraldic,- auch andern politischen Wissenschaftten geübter Man»/ gebohren i6;8 denyMartiiimPfarrhause des Stifits und Amtes Neu-Kloster imMecklenburgischen, gieng 1677 auf die Académienach Leipzig, besuchte darauf die Universitäten zu Je-na, Coppenhagcn, Rostock und Kiel, wurde 1684Subrector, und 1691 Conrector an der Cathédral-Schule zu Bremen, in eben diesem Jahre ProfessorMathematum an dem Gymnasio zu Hamburg,und hielt seine Antrits - Rede de arrillcio volandialisque arcium, stellte auch hernach alle Wochen ei-nen mathematischen Experimental-Dersnch ohne Geldin seinem Hause an, dabey sich eine grosse Menge Zu-schauer jederzeit einfand. Er hielte 169; um das»erledigte Diaconat an der Jacobs-Kirche mit an,that auch die Prob-Predigt, welche der gantzen Ge-meine sehr wohl gefiel. Mein der Pastor D. Mayerwar ihm zuwider, widerlegte auch seine Predigt vonder Cantzel mit grosser Hefftigkcit, und beschuldigteihn einiger sociniauischcn Irrthümer. Da er nunvon demselben Spotkweise catellus melitœus genen-net ward, so stichelte er hinwieder auf ihn in seinenVorlesungen, und brachte nicht ungeschickt das be-kannte Sprichwort aus dem Poeten a cane non magnosiepe tenetur aper an. Er verklagte zwar ermeldtenPastor wegen der vielen ausgestosscnen Injurien vordem Stadt-Magistrat, der auch denselben g mahl,um diesen Büfling entweder der Kctzcrcy zu überfüh-ren, oder ihm eine Ehrcn-Erklärung zu thun, citirenließ. Allein D. Mayer erschiene nicht, sondern be-mühete sich, dem Ministerio die Entscheidung dieserSache zu vindiciren. Im Jahr 1694 ward er ohn-geachtet alles Widerspruchs von der Geistlichkeit dermayerischen Parthey, Prediger an der Michaelis-Kirche, obgleich D. Mayer die gewöhnliche Vorbit-kc wegen der Wahl in seiner Kirche nicht abkündigenlassen. Er legte hierauf 1695 seine Proseßion nieder,und ward 1699 Pastor an der Cathédral- Kirche, wiesehr sich auch seine Widersacher dagegen strandeten.Mit solchem Amte war auch die theologische Profes-sion verknüpfst,um beydes aber kam er 1707 durch Ge-walt, als er auf blosse Andeutung der schwedisch bre-
■ Mischen Regierung, das Danck-Feft in der Cathedral-Ktrche wegen der siegreichen schwedischen Waffen, ob-gleich der Stadt-Magistrat selber darwider war, zuhalten sich weigerte. Nichts destoweniger setzte erseine Predigten in der Spital-Kirche noch ein Jahrlang 01 deutlich fort, wurde darauf 1708 Snpcrin-kendens von Oldenburg und Delmcnhorst, auch desköniglichen C-^ at -- ii Beysitzer- ingleichen Pastor ander Lamberw zu Oldenburg und Probst desKlosters Bmnckcnburg ; von 1711 an aber Gene-kal-c?:!perjnte,!d'?N'. im Hertzogthum Bremen, welrvslmfikii' i>ü Darren besassen. An. 1715 ver-
BüTEMEISTER BüTHNER 1466
lehr er sein Gesicht, und muste sich einen Adjunctumsetzen lassen; erhielt aber 1720 durch einen geschicktenHamburgischen Oculiste» sein Gesichte wieder, undkonte sein Amt bis zr, dem Ende des Lebens verwal-ten, welches I7Z2 den lyOct. erfolgte. SeinSym-bolum war: ÍÎ ipirat ab alto, nil moror undas.Die von ihm edixten Schriffteu sind : mathematasuperiora; mathemata pura in tabulas redacta; ma-thesis uni versa ; conspectus heraldicas; de situ tel-luris paradilìacœ & chiliasticte ad eclipticam recto ;Eröffnung des bremisch - vcrdischcn Rittersaals,so bey der andern Auflage mit dem Herrensitze desbremisch-vcrdischen Rittersaals vermehret worden;Entwurff aller ;»r weistknnst oder Mathematikgehörigen Stücke und wiffcnschafften; Discours vonder Information des Verstandes und Willens so-wohl in allen wiffenschafftcn ingcmein, als in derMathematik insonderheit; Discours von Feuerwer-ken; Einleitung zur Heroldskeinst; kurye Einlei-tung zur-Heroldskunst, welche Schrifft von der vo-rigen unterschieden ist; Sendschreiben von des sla-vischen Abgotts Radegasts (frone und des schwe-dischen Rönigs Albem Grabe jw Gadebusch;grost-britannische Reichs - Erbfolge; Anzeige des überdie Gontags-Episteln von ihm gepredigten Glau-bens-Grundes und K.ebens-Bundes; Parentatio-nen; Frogmmina invitatoriutn; Leichpredigt. Cr hatauch Cluveri compututn chronologicum mit feinerVorrede wieder auflegen lassen, und topographiarnsacrant hamburgensem ; eine or. de illustribus Ca-rolorum in summum hamburgensium lectoriumquecathédrale marianum inde a Carolo M. usque adCarolum XII meritis ; den bremifch-verdischen Rit-tersaal im MS. hinterlassen. Mol. NZ.
BüTEMEISTER (Joh. van.), war um 1691 Pa-stor zu Ratzeburg, hernach desHertzogs von Holsteinund Bischoffs zu Lübeck Hofprediger zu Eutin undSuperintendens zu Lübeck, seit 1709 aber General-Superintendent zu Göttingen, wie auch Pastor ander Johannis-Kirche und Professor Theologiä amGymnasio, schrieb den letzten willen des vom Va-ter geliebten Mittlers Christi in einer Leichpredigtüber des Hettzogs zu Holstein August; Beiderlei Ge-mahlin, hinterließ auch im MS. observationes in Jo.Lightsooti harmoniam Evangeliftarum, und starb zuAnfang desJahrs 1722. Mol.
DüTIINER (Frid.), ein Mathematicns, gebohren1622, n Julii zu Oputsch in Böhmen, allwo sein Va-ter ein Prediger, damahls im Erilio lebte ; studirtezu Dantzig, Breßlau, Thoren, Königsberg, Witten-herg und Franckfurt an der Oder; wurde hieraufMctorder Johannis-Schule in Dantzig, wie auchProfessor Mathematum an dem Gymnasio daselbst,und starb 1701 den izFcbr. Seine Schriffteu sindausser vielen Disputationen, die er zu Königsberg,Wittenberg, tzranckfurt und Dantzig gehalten: scia-
graphia aritlimeticselogisticos; tngonometria&aige-
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