DIOGENES
J 35 DIODORUS DIOGENES
DIODORUS Siculus , ein Historiens aus Sicilien,von einem Orte Agyrinm , welcher ietzo Sän Filippod’Aghrone genannt wird, bürtig, hat zur Zeit JuliiLLsaris und Augusti gelebet, und eine Reift in verschie-dene europäische Provintzen zuvollständiger Verferti-gung seiner Bibliothecx historie:« gethan, welche in40 Büchern bestanden, und in za Jahren von ihm ver-fertiget gewest. Es sind aber nur noch 15 Bücher vor-handen. In der kayserlichen Bibliothek hat sie Lon-stant. Lascaris, Wie er de Scriptoribus grxeis sicu-lis versichert, alle 40 beysammen gesehen. Es sindauch unter seinem Nahmen 5; Episteln heraus, dieder Cardinal Desiarion aus dem Griechischen ins La-teinische, und <l>ctav. Archangelus ins Italiänische,Abraham preiger aber wieder ins Latein übersetzt, inwelcher Sprache sie auch in Fabrkii Bibl. gr«ca ste-hen. Sie sind aber von einem viel jüngern Scriben-ten verfertiget, und ist wcder das griechische Exemplarirgcndswo anzutreffen, noch Leffarionis Version ie-mahlen zum Vorschein kommen. Die vollständigsteEdition seiner Schrifften ist diejenige, welche Petrusweffeling 1746 zu Utrecht in 2 Tom. in fol. herausge-geben. Fa. Pho. PL.
DIODORUS, ein Comödicn - Schreiber von Sinope,einer Stadt in Cappadocien, dessen Guidas und 2tthe-näus gedeucken. Seine Coznödien: Kvh>irßs-, S K*/-kXíjjos; lUwyvçtçoù , u. a. m. sind verlohren gegan-gen; doch findet man davon noch einige Fragmenta inGrotii Excerpris, wintertsni, wie auch -H. Gtcphani.Sammlungen.
DIODORUS Tarscnsis , ein alter Grammaticus,schrieb daofiviiy-ovivfia.ru. ; yXúaaus ’lruMxds undAvKóçgovu , ingleichen «sß eu$y.Zv, welches letztereMerck aber Diovorus Periegetcs verfertiget habensoll. Ar. Laer. Fa.
DIODOTUS, ein alterMedicns und Anhänger desAsclcpiaöis, dessen Dioscorides und andere geden-ken, hat de herbis und ùvnXcyóftívu oder wie ausden Uod. ÀlSS. erhellet, dvBdKoyiftiva geschrieben, soverlohren gangen. Ob der Theodotus, besten Lelsuserwehnet, mit diesem Diodoto einerley Person sey, daslaßt sich nicht ausmachen. Rest. Plin. Fa.
DIOGENES, siehe Oenomaus.
DIOGENES Apolloniate«, aus Creta, einPhysicusRedner, Philosophus, und Schüler des Anaximcnis-hat in der 70 Olympiade zur Zeit Anaxagorä gelebet,und dafür gehalten, daß mehr als eine Welt, daßdas vacuum unendlich sey, daß die Lufft, wenn sie dün-ne und dichte gemacht worden, neue Welten hervorbrachte, daher er solche rSv xocyZv genennet,
daß nichts aus nichts werden, und keinesweges innichts verändert oder zertheilet werden könte, daß dieErde ovalrund sey, und ihren Zusammenhang vonder Hitze, ihre Dicke und Dichtigkeit aber von derKälte habe. 2itiftoteles führet dessen Gedancken vondem Ursprünge der Adern an, Galenus aber erzehlet,daß er in feinen Büchern de natura Humana allen
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Aertzten widersprochen, wenn er gemeinet, es werdeim Mutterlcibe bis Bildung und Bewegung des ste-xus feeminini weit eher, als des maiculini , vermer-ket. Er hat verschiedene Bücher «tß geschrie-ben, und behauptet, die Lufft sey ein Element, und wieAugustinus meldet, rationis div. compost Anguß in.de civ. Dei. Fa. S. Laer.
DIOGENES, Babylonius genannt, weil er von Se-leucia, unweit Babylon bürtig war, ein gelehrter undbescheidener stoischer Philosophus, und Discipel desLhrysippi, war des Genoms von Tarftn Successor,und Antipatri von Tarftn Lehrmeister, ist nebst Lri-tolao von Phaftlus und Larncade von Cyrene,A.U.R. 598, im 2 Jahre der 156 Olympiade, und 77Jah-re seines Alters in wichtigen Angelegenheiten nachRom geschickt, und in der i;y Olympiade, im 88Jahre seines Alters umgebracht worden, nachdem erde divinatione, legibus und Minerva; <?,*-
Atxnxvv} «eft <puv>}v geschrieben. So gelehrt er war,so sanfftmüthig war er auch dabey, so daß er, alsihm einst ein frecher Jüngling ins Angesicht spye, nichtdie geringste Empfindung darüber verspüren ließ.Fa. Laerr. At. B.
DIOGENES, ein Philosophus cynicus, gebohren zuSinope, in der 91 Olympiade, machte, nachdemmanihn aus seinem Vaterlande verjaget, weil er nebst sei-nem Vater Jcesio falsche Müntze gemacht, die Secteder tlynicorum so berühmt, daß, ungeachtet Antisthe-nes sein Lehrmeister derselben Stiffter war, man nichtsdestowcniger Diogencm für der Lynicorum Haupthielte. Er ist dereinst von Seeräubern gefangenworden, die ihn an Xeniadem zu Corinth vcrkausst,der ihn zum Lehrmeister seiner Söhne gemacht. Erhat sich eine frcywillige Armut crwehlet,und in einemFasse aufgehalten, nichts mehr in feinem Vermögengehabt, als einen Sack, Stecken und höltzernen Be-cher, welchen letztern er zerbrochen und weggeschmis-sen, als er einen Knaben aus der hohlen Hand trin-ken gesehen. Ueber diß hat er viele Schrifften verfer-tiget, welche alle verlohren gegangen; doch hat mannoch 47 Briefe unter seinem Nahmen. Sonst hater viel nachdcnckliche Reden geführet, und ist endlichzu Corinth A. U. C. 43 U in» 9° Jahre an eben demTage, da Alexander M. zu Babylon die Welt verlas-sen, an einem Hundebiß gestorben. Backbaußi diítde Diogene Cynico, stultitix Lc impudentix libero.Laer. S. Stan. Fa.
DIOGENES, von Cyzicus , ober Diogenianus , einGrammaticus, hat 7 Bücher von den Inseln in sei-nem Vatcrlande verfertiget. Fa. Vo. Ste.
DIOGENES Laertius, ein griechischer Philosophus,nach einiger Meinung von seiner Vaterstadt Laerte inCilicien also genennetstebte im 2, oder nach HeumannsMeinung im 3 Seculo, ja wie Dodwell meint, garzu Lonstantim M Zeiten. Ob er der epicurischen Se-cte zugethan ; wie auch,ob er ein Christe gewest,und erstzu Lonstantim M. Zeiten gelebet, ist noch nicht erwie-