Band 
Zweyter Theil D - L.
Seite
2273-2274
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LAO LAPACCIUS

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LaNZONI (Joseph), etu italiänischer Medicus, ge-bohren 1663 den 26 Octob. zu Ferrara, zeigte in derJugend eine besondere Lust zur Dicht -Kunst; wes-wegen ihn auch die Académie dcgl' Jntrcpidi zu ih-rem Mitgliede crwchlte, ward e68z Doctor Philoso-phia und Medicinâ, 1694 t>rfeeiicitci)ei' Professor derMedicin zu Ferrara, und nachdem er dieses Amt bey40 Jahren verwaltet/ Lector primarius Phystccs,worauf er 1730 den 1 Februar, an einem Brustge-schwüre verstarb. Er erzeugte mit einer Ehegattin,mit welcher er 43 Jahr vergnügt gelcbet, siebzehnSohne, von denen ihn nur ein einiger überlebt, undschaffte sich einen solchen Vorrath von Büchern an,daß viele diesen Aufwand als eine Verschwendungansahen; wie erdenn alles Geld, das er ausser seinemgewissen und bestimmten Einkommen bekam, aus Bü-cher wendete. Seine Begierde andern zu dienen warso groß, daß er nicht allein niemanden verwehrte,sich seiner Bibliothec zu bedienen, sondern so gar sei-nen Bücher-Schatz denjenigen Gelehrten zum Ge-brauche anböte, von denen er wüste, daß sie über ei-ne Materie schreiben wolten, und daß ihr Bücher-Dorrath nicht groß genug war. In seiner letztenKranckheit wolte er keine Artzeney nehmen, noch sichvon andern curirrn lassen, denn er rrauetr der Kunst,die er so viel Jahre gelehret hatte, selbst gar wenig zu.Er hielt nicht viel auf die Artzencyen, sonderlich aufdie zusammen gesetzten, und meinte, in moibl-, chro-nicis nn'ifrc niau die Nanir sich selbst hclsscn lassen;und in acutis Ware das Aderlässen das einige heilsa-me Mittel. Ucbrigcns hielt er sich weder in Essenund Trinckcn, noch in Kleidung köstlich. Von Ge-müthe war er bescheiden, dienstwillig, uneigennützig,gottesfürchtig, großmüthig und so zärtlich gegen sei-ne Freunde, daß er gantz untröstlich war, so offter den Tod eines guten Freundes erfuhr. Er warein ungemeincr Liebhaber von Schauspiele», und ver-säumte selten eines, wenn er solches gleich vielmahlsgesehen hatte. Fast alle Acadcmwu der WiMschaff-ten und schönen Künste in Italien, haben ihn zu ih-rem Mitgliede erwehlet; welches auch die Academianature curiosorum in Deutschland gethan. SeineSchrifften sind: Appendix ad epillolam .Bartbolim;de hominis generatione; Anirnadverliones medicx;Disserrado de lacrimis ; Diiii de febre quartana ;Dissertât. de iarrophysicis ferrariensibus; Addirioad O/ai Borricbii dissertacionem de lapidum gene-ratione in macro- Scmicrocosino ; Citrologia curio-sa ; Zoologia parva live tractatus de animaiibus admedicinam facientibus ; de pollinftura & balsama-tione cadaverum; de clysterihus; de saliva Huma-na ; de coronis & unguentis in conviviis veterum,

welche Schrifft zuerst 1698 zu Ferrara in italiäni-scher Sprache herausgekommen, hernach aber in dieLateinische übersetzt worden; Electa convivalia, wel-che bey der vorhergehenden Schrifft stehen; Adversa-riorum libri IV ; Consultariones medice; de luctu»lortuali veterum adversaria ; observationes medic®

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in voluminibus Academiae Nat. Curiosorum ; Pra-lectio ad primariam ferrariensem lecturam philoso-phie; de medici officio & munere epistola; deviris sapientibus patriœ invifis oratiuncula ; Ora-zioiie funebre in morte de! Co. Nìccolà Palta AntonioStrozzi Giudice de' Savi di Ferrara; Lestera eruditaJopra il Caviale e Bottarga ; Ragionamento fiopra leßurione , welche beyde letzten, Schrifften in dem erste»Bande, der zu Venedig heraus gekommenen NuovaGalleria di Minerva stehen; Lestera del bere caldo,im 32 Bande des Giornale de' Letterati; Ragiona-mento intorno all’ eccellenza de! Mele ; Ragionamentointurno etlla vifiane, in ctii fi cerca, fe il lume fia ne~cefiario aVa vifia , welche beyden Stücke im drittenBande derUaccolta d' Opuscoli scienrifici befindlich ;l vizi deprefft, compònimento poctico d Alzindo Epizia-w, viel kleine Poesien, die sich in verschiedenen Samm-lungen italiänischer Gedichte und in den Schrifftender Gesellsckafft dalla Vigna, deren Präsident er ge-wcst, befinden; viel philosophische und medicinischeBriefe, die i» Mangelt, Bibliothecke», und Bulifonsletrere memorabili, ingleichen !N das Supplementdes Giornale de' Lerre.-ari und in andere Wercke ein-gerückt worden. Im Manuscript verließ er tos-

do del lormaggio; de venenis novam dostrinam; deludis puerilibus ; Coafultationes & refponsione*medicas; Institutiones medicas. Seil, Leben hatGirolamo Baruffalvi beschrieben, welchesin dem 12-ten Bande der lìaccolta d'opuscoli scienrifici e fi-loiogici siehet.

LAO (Andr.), ein Carmeliter-Mönch aus der Mittedes 17 Seculi, hat de summo Pontifice, und questio-nes theologicas geschrieben, welches leitete Werchzu Genua ,650 in folio gedruckt worden. Leb.

a LAODICEA (Petr.), siehePerru; vonLaodicca.

LAOdk, ein griechischer Comédien - Schreiber, dessenSrobäus anführet. Man trifft auch einigeVerse von ihm auf das Lob Böotiens und -er Böo-ticr, in Diceearchi vita Greciae an. Fa.

LAONICUS, siehe Chalcocondylas.

LAOSTHENES, siehe Diorius.

LAPACCIUS (iiarth.), einer von den berühmtestenDominicanern seiner Zeit, war zu Florcntz aus ei-nem edlen Geschlechte 1399 gcbohrcn, und erlangte1427 die Doctor-Würde in der Theologie. Er legtenach diesem zu Florcntz in der Disputation mit denGriechen über die zwischen ihrer und der lateinischenKirche streitigen Puncte grosse Ehre ein, wurde nacheiniger Meinung um 1439 Magister sacri Palakii,und 1443 mit dem Cardinal Franc. Eondulmerionach Constankinopel geschickt, wo er den Bischoff vonEphesus in einer griechischen Disputation, welcheSprache er sehr fertig verstünde, ziemlich in die En-ge brachte. Es hatte ihn zwarEugenius I V zu glei-cher Zeit zum episcopo argolicenli in Peloponneso& cortinenü ernennet. Weil aber indessen der Bi-schoff von Cronstadt in Ungarn gestorben, fetzte er ihnEe'ee ere 2 1449