Band 
Zweyter Theil D - L.
Seite
2613-2614
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LUTHER

LUTHER

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ingleichen 1519 zu Leipzig mit Eccio disputiret. Alsder Pabst Leo X 1520 eine scharfe Bulle wider Lurhe-rum heraus gegeben, auch seine Schrifften, so vielman bekommen können, verbrennen lassen, verbranntte Luther»« gleichfalls 1520 den 10 Dec. vor demElster-Thore zu Wittcnberg, in Gegenwart vieler ge-lehrten Leute, das Ins canonicum, nebst der päbstli-chcn Brille des iioms, und einigen Schrifften desEccii, Emseri und anderer; rrisete hieraus nach demReichstage zu Worms, wollte sich aber zur verlang-ten Révocation keincswcges verstehen, sondern ver-langte, daß seine Schrifften nach der Richtschnur desgöttlichen Worts untersucht würden, worauf er sichvon Worms weg begeben, und von dem Kayscr alsein Ketzer verdammt, auch nachgchcnds auf Ordredes Churfürsten zu Sachftn, um mehrer Sicherheitwillen, von zwey Edelleuten auf das Schloß Wart-burg, welches, er seinen Pathmum zu nennen pflegte,geftchret worden; woselbst er sich einen langen Bartund Haare wachsen lleß, wie ein Ritter in Degen,Pantzer, Stiefel und Coporeu aufzog, und sich Jun-ker George nennte. Der berühmte Mahler LucasLranach hat ihn in solchem Habit nach seinerAnkunftzu Wittenberg abgemahlet. Zu Wartburg übersetzteer etliche Bûcher der heiligenSchrisst, verfertigte auchdie vortrefflichsten Schrifften. Als aber AndreasLaristadr die Bilder aus den Kirchen geworfen, kamer ohne Vorbewust des Churfürstens wieder nachWitreuderg, da er denn sowol mit diesem, als mitMünzero und andern Häuptern der Anabaptisten,Streitigkeit gehabt, auch 1524 die Münchs-Kutteabgelegt, und sich 1525 mit einer adlichen Kloster-Jungfer, Lalharina von Bohren, verehliget, wie auchdie Ordination der Kirchendiener, nebst andern gutenAusteilten, eingeführet. An. 1527, nach dem FesteMariä Heimsuchung muste er nebst grosser Leibes-Schwachhcit, auch hohe geistliche Anfechtungen aus-stehen. Ferner gab er 1529 den grossen und kleinenLarechismum heraus, worauf zu Speyer der Reichs-Tag wegen des Türckcn, auch 1530 der Reichstag zuAugspurg gehalten worden ; daher Lutherus wahren-der Zusammenkunft der Theologorunr zu Torgau 17Artickel zu Wittenberg aufgesttzt, aus welchen nach-gehends Melanchrhon die augspurgische Confeßionverfertiget. Er ftyerte auch nicht, die Sacramenti-rer, Anabaptisten und andere zu widerlegen^ verfer-tigte 1537 die schmaikaldischenArtickel, als der Pabstvorgegeben, daß zu Mantua ein Concilium sollte ge-halten werden, und ließ sich unter andern angelegenseyn, daß 1538 die Visitation der Kirchen in demChurfürstcnthum Sachsen befördert wurde.- Endlichwollte er wegen des ärgerlichen Lebens Wittenbergverlassen, kam aber auf Verlangen des Churfürstenwiederum zurück, und that zu Bcylegung der Grentz-und -Erb-Streitigkeiten zwischen den Grafen vonMannsfeld auf deren Erfordern eine Reist nach Eiß-leben, woselbst er verschiedene mal gcpredigek, aber1546 den 18 Fcbr. im völligen Glauben seinen-Geist

aufgegeben; sein Leichnam aber nach einer daselbstvonBusio Iona gehaltenen Leichenprcdigt, nachWit-tcnbcrg gebracht, und daselbst mit einer ansehnlichenProceßion empfangen und begraben worden. Erwar von überaus grosser Hertzhaftigkcit, Arbeit, tie-fer Einsicht und durchdringender Beredsamkeit, vomGemüthe aber ziemlich hitzig; hatte zum Symbolo:Vexatio dar inreliectum ; sein Petschaft war eine weis-st Rose, in welcher ein roth Hertz mit einem gelbenCrcutze gebildet, nebst der Bey schrifft : Ein Christen--Hertz auf Rosen geht, wenn» mitten unterm Crcuycsteht. Er war von mittelmäßiger Statur, hatteeine kleine und helle Sprache, welche doch sehr ver-nehmlich war. Seine Schrifften sind: DeutscheUe-berfttzung der heiligen Schrifft; lateinische Ueberst-tzung etlicher Bücher derselben; Commenrarius inGe-nesin ; predigten über das erste Buch) Mosis; Aus-legung der Psalmen Davids ; Lommenrar. in Lobe-lerb; commentar. in ^eiaiam Sc alios Prophetas;Auslegung des 14, i; und 16 Capitels Gt. Iohannis ;Auslegung des 17 Cap. des Evangeiii St. Johan-nis; Auslegung des r g, 19 und 20 Cap. Gt. Iohamnis; Auslegung des 7 Cap. der r Ep. Gt. Pauli andie Corinther; vier Predigten über gedachtes Ca-pikel; commentar. in epistolam ad Galatas ; in epi-stolam Pauli ad Galatas coinmentarius e prslectioneD. Mart. Lutheri collectus ; expositio brevior epr-stolas ad Galatas; lliusiegung der ersten Epistel St.Petri; Auslegung der andern Epistel St. Perri;Commentcuíi II in epiftolam I S. Johannis; Ausle-gung der Epistel St. Hudä; Auslegung viel schö-ner Sprüche heiliger Schrifft ; der kleine und grosseCatcchismus; kurye Form die zehn Gebote, Glau-ben und Vater unser zu betrachten; theologischeBedencken von der Gegenwehr ; lllntwort an Land-graf Philipp zu Hessen wegen seiner Bigamie; vielLieder und Psalmen; Unterricht der Visitatoren andie Pfarrherrcn im Lhurfürsienthum Sachsen;Taufbüchlein; Lirchcn- Posiilî, oderAuslegung derEvangelien anfalle Sonn-Fest-und Apostel-Tage;anderer Theil der Barchen -Postiile, oder Auslegun-gen der Episteln auf alle Sonn-und Festtage; Haus-PostiU, oder Erklärung der Evangelien auf alle Sonn-Fest-und Apostel-Tage; Chronica vom Anfange derWelk bis 1540 ; Nahmen-Büchlein fernste SchrifftwiderL.emnii ßpigrammata; Aefopi Fabel vom Eselund Löwen wider Hansenberg und Miritianum;etliche Fabeln lllesopi verdeutscht; Schrifft widerden neuen Abgott und alten Teufel, der zu Meistensoll erhoben werden; Ermahnung zum Friedenauf die 12 Artickel der Baucrschaft in Schwaben;Vcrmahnung an die Geistlichen versammlet aufdem Reichstage zu Augspurg; Warnung an seinelieben Deutschen wegen des Reichs-Abschiedes zuAugspurg 1530; Schrifft wider den Meuchler zuDreßdcn; schmalkaldifche Artickel; verdeutscht her-ausgegebene Fabel von der Oonarione Gonstantinimagni; de concilio 8c quäle esse debet; SchrifftCccc cccc z von