9
S A B I N U S
S A B I N U S
io
welches er denn verrichtete, und also diesem redlichenManne sein Leben erhielte. H. La.
SABINUS (Aulus), ein lateinischer Poet, der unterdem Kayser Augusts gelebt, hat unterschiedenes ge-schrieben, so aber alles bis aufdrey Briefe, so drey vomGvidio verfertigte Helden-Briefe beantworten,, ver-lohrengegangen. H. Vo.Fa.
SABINUS (Bassus), fteí)e Bassas (C. C«s.).
SABINUS (Cœcilius), ein ICtus von der Secte derSabimaner, lebte zu tstthonis, ViteUiiund'VespasianrZeiten, war zu Rom Bürgermeister, und schrieb librumde edicto asdilium curulium, welcher verlohren gegan-gen. Gellius. Mas.
SABINUS (Càs), ein Porte,Orator und ICtus,ausUmbrien, lebte imJahr Christi 86, und war Bürger-meister nebst dem Kayser Dominano zu Rom, schriebEpisteln und Carmina See. Ja.
SABINUS (Clodius), fttt alter lateinischer Poet, derElegien geschrieben, lebte zu Ovioii Zeiten , mit wel-chem er auch gleich anfangs einen Advocaten und Red-ner abgegeben. Er schrieb vom trojanischeuKriege,wie auch etliche Episteln, so Gvidrus sehr heraus strei-chet, und starb gar zeitig, daher er seine angefangenenWercke nicht zu Ende bringen können. Crinitus depoetis latinis.
SABINUS (Fabius), des Agviliug Sabinus Sohn,war ein ICtus zu Rom, wurde der Caco seiner Zeitöenannt, und von dem Kayser Alexandro Sev. sohochgehalten, daß er ihn vor vielen andern zu sei-nem Staats-Rath erwehlte. Ber. Gra.
SABINUS (Franc.Floridus), stehe Floridus.
SABINUS (George), ein trefflicher Poet, und statt-licher Politicus, sonst Schüler genannt, welchen Nah-men er mit dem Nahmen des Gabmi, eines altenPoeten, in citier Compagnie guter Freunde veränder-te, war 1508, 2; April zu Brandenburg.in der Marckgebohren, kam im 15 Jahre seines Alters nach Wit-tenbcrg auf die Académie, und Erasmug prophezeytein einer Epistel an Melanchthoncm von ihm: daßer dermaleinst eine besondere Zierde von Deutschlandwerden würde. Anfangs wolte es nicht mit ihm fort;sein Fleiß aber überwand endlich alle Schwierigkeiten,also, daß er in allen Künsten, sonderlich aber in derPoesie sich hervor thun fönte; wie er denn sehr liebli-che Verse schrieb, und den Ovidium imitirte. Er warein trefflicher Redner, und wurde deswegen von ver-schiedenen hohen Häuptern bewundert. Seine 2 Bü-cher de Qesaribus germanicis, welche V 0 N ihm im 25Jahre geschrieben,und hernach vonLrchero unter dieScdprores rerum germanicarumTom.III gefetzt Wor-den, machten ihn zuerst bekannt. Er legte sich nachdiesem auf die Jurisprudenz, wurde dariune Doctor,thatizgg eine Reise nach Italien, und wurde vondem Ertzbischoff zu Brindisi -Hieronymo Aleanderzum gccrönten Poeten, Ritter und Comite palatinsgemacht, welche Würde hernach Carl V besonders con-
firmiret, stand bey vielen grossen Herren in sonderli-chen Genaden, und heyrathete i;;6 MelanchthonsTochter, Annam, zu Wittenberg, welche die lateini-sche «Sprache wohl verstand, und 1547, 24 Febr. zuKönigsberg starb. An. 1538 wurde er Professor zuFrancksurt an der Oder, da er der Jugend die lateini-schen Redner und Poeten erklären musie. An. 1541gieng er mit dem Churfürsten von Brandenburg aufden Reichstag nach Rcgenspurg, und wurde von La-rolo V aufs neue geadelt. Nachmals half er die Aca-démie zu Königsberg aufrichten, und wurde Professorder Dichtkunst, auch 1544 der erste Rector derselben:sollte auch dieses Amt Lebenslang behalten; legteaber dasselbe nach 3 Jahren, und darauf wegen derHandel mitGsiansro seineProfeßion gar nieder,undbrachte den Rest seines Lebens zu Francksurt mit Leh-ren und Staats-Affairen zu, nachdem ihn ChurfürstJoachim von Brandenburg unter seine vornehmstenRäthe aufgenommen hatte. Derselbe schickte ihn1560 als einen Gesandten nach Italien; er kam abervon bannen kranck zurück, starb zu Francksurt 1560den 2 Dec. im 52 Jahre, und ließ Orationes ; epi-stolas; libellum de electione & coronadone Caro-li V, (so sonst auch Melanchchoni zugeschrieben, undUnter Schardii Scriptoribus rerum germanicarumTom. II gefunden wird) ; Historiolam de Hugone 6cTheodonco, Marchionibus brandenburgensibus ; fa-bularum Ovidii interpretadonem ; de vita & rebusgeflis Maximilian:; poemata scenica, elegiaca 8c epi-
ca; Hebrseidem; eine lateinische Uebersetzung der Re-de Ifucratis ad Philippum; praecepta de carminibusad veterum imitadonem artificiose componendis,
welche letzten: Joh. Heine. Acker 1711 zu Rudelstadtbesonders auflegen lassen. An sein Haus zu Franck-furt hatte er schreiben lassen:
Parva quidem domus est, sed In hac habitante Sa-li ino,
Calliope federn juffit habere suam.
Sein Leben hat Petrus Albinus i;88 lateinisch be-schrieben, welches Theodor Trusius 1724 wieder miteinem ziemlichen Commemario heraus gegeben.Teils PB. Be. OH. Nie.
S AB IN US ( Julius- Pomponius), siehe PomponatiusLastus (Julius).
SABINUS (Mafudus), einJCtus zu Zeiten des Kay-sers Tiberir, ist der Urheber der Secte der Sabinia-ncr, welche dem T. Artejo Lapitom folgte, und denMeinungen der alten Rechtsgelchrten beständig bey-pflichtete. Er war von gemeinen Eltern gebohrenund arm, muste sich also mit Lehren und Eonsulirenernehren, wurde aber seiner Tugend und Geschicklich-keit wegen in den Adelstand erhoben, und erhielt inseinem zoten Jahre vom Kayser Tibcrio die Erlaub-niß, öffentlich Consilia zu ertheilen. Seine Schriff-ten waren: Libri III Juris civilis; libri ad edictumprastoris urbani; libri memorialium; comment.deindigenis; libri ad Vitellium; libri fastorum; liberA 3 astesso-