VANLOO VANNIÜS
144 *
sterlich von Gott und Christo redete. Als man vonihm federte, daß er es Gott, dem Könige und denRichtern abbitten solte, so gab er zur Antwort: Gottbäte ers nicht ab, indem er keinen glaubte ; dem Kö-nige und den Richtern hatte er nichts zuwider gethan ;sie aber thäten ihm das höchste Unrecht an. Da ernun zur Richtstat kommen, hat man ihm die Zunge,die mit einer Zange heraus gedehnet worden, abge-schnitten, den Cörper verbrannt, und die Asche in dieLuft gestreuetz das geschahe 1619 im Nov. SeineSchriffren sind: Amphirheatr. provid œrernae ; dia-logi de admirandis naturse reginae deque mortalibusareanis libris IV ; apologia pro Concil, rridenc. ;Commentar. physici in Arißot. libb.de generacione;super meteora Arißot. ; metamorphosis phyiico ma-gica; libb, astronomici; Comment, medici; ale Ve-ra sapientia; apolog. pro mosaica & Christ. lege; decontemnenda gloria. Sein Leben hat Duranv ambesten beschrieben, welches 1717 zu Rotterdam unterdem Titel: La vie & les seetimens de Lucilio Vani-ni heraus gekommen. Apologia pro J. C. Vanino.Job Martin Schramm de vita & icripcis famosi ListeiJ. C. Vanini. AE Arn. Nie.
VANLOO (Adr.), siehe Saillius (Thom.).
VANN7EÜS (Stephan ), ein italianifcherAugustincr-Eremit von. Recanate, legte sich starck auf die Music,erwarb sich auch grossen Ruhm damit. Er florirteizzg, da er 38 Jahr alr war, und schrieb Uecane-rum de rnulica aurea, gab auch wohlgesetzte Cantionessuper inrroitus missarum & antiphonas vesperarumheraus. Gand.
VANNÍNIUS (Guido), hat l6z6 de arte amandiangelum custodem listros z in Versen zu Luee« in 4edirt.
sie VANNI 5 (Serapstinuz), ein Dominicaner zu En-de des 16 Seculi, vermuthlich aus Florentz gebürtig,lehrte zu Fiesoli die Rhetoric, und hielt 1589 in demDominicaner-Convent allda eine Rede de eloquen-tste ac rhetoricae laudibus, welche nebst seinen Leftio-nibus de rhetorica noch imManuscript liegt. Ech.
VAN NIUS, ober Wanner, (Valentin), ei» alter wür-tembergischerTheologus/gebohren zu Beilstein, einemStadtgen im Würtembergischen, legte sich so fleißigauf das Studium theologicum, daß er im kurtzen inden Cistercienfcr-Ordcn zu Maulbrunn aufgenommenward, und darinne Profeß that: Hernach aber, alser Luther! Schrifften durchlas, ward er dadurch be-wogen, daß er diesen Orden wieder verließ, und dieevangelische Lehre mit grossem Eifer und Beständig-keit an unterschiedenen Orten lehrte. Anfangs wur-de er gräflicher Capellair und Pfarrer zu Löwenstein,folgends 1ZZ2 Prediger zu Culmbach, 1535 Pfarrerin seinem Geburts-Orte Beilstein, 1537 Stadtpfar-rer zn Backnang, 1538 Special-Superintendens undSpital-Prediger zu Stuttqard, da er auch zu derwürtembergischen Kirchen-Reformation das Seinebeygetragen, 1550 bey Gelegenheit des Interims, dem
VANNOZIUS
J44'
lisundOildl 155»
er sich hefftig widersetzt, Special-Superintende
Sladtpfarrer zu Canstadt, und dann e-wu 'fürstlich - würtembergischer Rath, General->■
• tendons und erster evangelischcr Abt im Klojcebrunn, allwo er 1564 dem Colloqvio in> Gw ^des pfältzischen Churfürsten Friscrioi 1 "würtembergischen Hertzogs Christoph, g:e!a) e^,'jr-
hin 1552 dcmConcilio zu Tridcnt, nebst anoe^^
tembcrgischenThcologis beygewvhuerzdcncken, wau von der Meß;u halrcn; rll c v jval°'der Meß in 2 Theilen, wider Po. 3 ßbti Vjj ii )°:
corum communium tsteologicorum ; Eput° j>i.Marbachium, und starb den 27 Aug. tZÜ/'kant. Seele. Crußi annales Suev. mÍ$
V A N N O Z I U S ( Bonifacius ), ein Z,
ren zu Ptstoja, verkaufte, als er in derder Universität Ptsa zumGymnasiarcha erw > ^itden, sein gantzes Vermögen in einer Am"»_ ' ,^ r ciier in diesem Amt einen desto grösser» - ^,ro»könte, und begleitete nach der Hand den jh»Gulmona nach Spanien. Eben derselbeauch nach ihrer beyden Wiederkunft nachum allda eine Rechts-Sache zu treiben, >v"selbe mit einem frantzösifchen Admirallich aber begab sich Vannozius bey demGfondrato, Gregorii XIV Ncpoten, u>D''' „hFl-swurde desselben Sccretarius. SeineTreue >>wurden ihm mit unterschiedlichen Benetzenet, und derPabst gewann endlich selbstLiebe zu ihm, daß er sich vorsetzte, ihn «1»^ still-dinals - Hut zu beehren. Allein ob er
gantze Lebens-Zeit einer vollkommenen Smheit befliessen, und andern die vorlressilmlsungen darinne gegebenz so stieß er doch v >durch seine Unvorsichtigkeit von sich,in dem, was er andern am meisten zu xst v,fS 0 / ÎDenn da ihm derPabst ausdrücklich fder vsolte keinem Menschen sagen, daß er st^'^dstch stll'sie der nächst zu ernennenden Cardinale beyso entdeckte er solches dennoch dem ^ ctr P l ptf(irs sl< *fcten, der für einen andern arbeitete,,dadurch, daß der Pabst aus Verdruß .Lführung ihn nöthigte, seinen Nahmen aus's ?slt fcften Liste selbst auszustreichen, und an> dem >Nahmen desjenigen zu setzen, vor welche"nal angehalten. Nach des Pabsis b a ^' c ,1591 Tode bekleidete er bey dem Card' >» .^eLajcrano die Stelle eines Secretarii, (.Jhittf F
selben sonderlich in feiner Gesandtschaft HE
wichtige Dienste ; worauf er von dem ^ ^,1#!von Florentz Losmo II in Bestallung íK" jude. Jedoch er vergieug sich hier abermmwider den Groß-Hertzog, und mujcevvm Hofe nach Pistvjq rctiriren, allivo >■ 0 »ger Zeit einen noch schlimmern Stre«ch^^^,ue>l ^den Schergen, welche einen von seinenrichtlich einführen sollten, denfclbigcu m j,pocb^den Hände» riß, welches der Groß-Hr*^-